Junge Pianistin: Musik in den Genen

Es wird fleißig geprobt: Emma Wielgosz kommt aus der Prignitz regelmäßig nach Neuruppin gefahren, um bei Karen Henning Klavierstunden zu nehmen.
Markus KlugeManche Menschen haben in ihrem Leben nie gelernt, ein Instrument zu spielen. Bei der Schülerin ist das anders. Wenn sie sagt „Von vier bis acht Jahren habe ich Cello gespielt“ klingt das so wie eine Phase oder eine zeitweise Begeisterung für etwas, die jeder irgendwie einmal hatte.
Bei Emma Wielgosz, die aus Nettelbeck in der Prignitz kommt, steckt aber deutlich mehr dahinter, denn Musik prägt ihr Leben von Beginn an. Ihre Eltern sind selbst Klavierlehrer. Zuhause stehen zwei Klaviere und ein Flügel, an dem jedes Familienmitglied üben beziehungsweise spielen kann. „Das Klavierspielen ist jetzt mein Hobby – mein erstes Fach“, sagt die junge Pianistin. Geprobt wird nicht nur daheim, sondern auch in der Kreismusikschule im Alten Gymnasium in Neuruppin – zweimal 45 Minuten jede Woche mit ihrer Klavierlehrerin Karen Henning. Dafür muss das Mädchen auch immer einen Fahrtweg von knapp einer Stunde aus dem Prignitzdorf bis in die Fontanestadt auf sich nehmen.
Weniger Proben geht derzeit aber nicht. Nicht nur, weil Emma Wielgosz gemeinsam mit dem Brandenburgischen Staatsorchester auftreten wird. Sie hat beim Regionalwettbewerb "Jugend musiziert“ im Duo mit Josefin Westphal an der Querflöte auch den ersten Platz belegt und sich somit für den Landeswettbewerb qualifiziert, der an diesem Wochenende in Eberswalde ausgetragen wird. Und dort wollen beide gut abschneiden. Ob sie lieber alleine musiziert oder zu zweit sei schwer zu sagen. „Es macht auf jeden Fall Spaß mit Josefine, weil wir enge Freundinnen sind“, sagt die 13-Jährige.
Beim Auftritt mit dem Brandenburgischen Staatsorchester in der Neuruppiner Kulturkirche wird sie alleine mit dem riesigen Ensemble auftreten. Aufgeregt sei sie deswegen aber nicht. Schließlich hat sich Emma Wielgosz mit diesem Gedanken schon lange angefreundet. Und einige andere Musikschüler vor ihr haben diese Aufgabe schon mit Bravour gemeistert. „Wer dort nicht mitmachen möchte, muss das auch nicht“, sagt Klavierlehrerin Karen Henning.
Die junge Pianistin wird zusammen mit dem Orchester den 1. Satz aus Joseph Haydns Klavierkonzert D-Dur spielen. Laut Klavierlehrerin Henning sei dieses Stück sehr anspruchsvoll, weil technisch nicht gerade einfach. "Und Emma möchte es auch nicht langsam spielen. Sie mag es schon etwas rasanter“, sagt sie. Geprobt wird nicht nur in Neuruppin, sondern auch unmittelbar vor dem Konzert direkt in Frankfurt/Oder, wo das Orchester seinen Sitz hat.
Emma Wielgozs Freizeit ist aufgrund ihrer musikalischen Leidenschaften sehr gut strukturiert. Denn ihre Begeisterung für die Musik geht noch über das Klavierspiel hinaus. „Ich singe gerne und ich tanze Ballett seit ich vier Jahre alt bin“, berichtet sie, ohne dass jemand dabei das Gefühl bekommt, dass alles mit Anstrengung verbunden sein könnte. Wenn die 13-Jährige nicht gerade selbst musiziert oder tanzt, hört sie wie jedes andere Mädchen in ihrem Alter gerne Pop-Musik oder die Songs, die gerade aktuell im Radio laufen. „Nur Rock mag ich nicht so gerne“, verrät sie vor ihrer Probe.
Das Konzert
Das Brandenburgische Staatsorchester ist am Sonntag, 7. April, in der Neuruppiner Kulturkirche zu erleben Auf dem Programm stehen Ludwig van Beethovens Ouvertüre zum Ballett "Die Geschöpfe des Prometheus", Beethovens 5. Sinfonie und das Klavierkonzert a-Moll von Edward Grieg. Zu Beginn wird die 13-Jährige Emma Wielgozs ein Stück von Jospeh Haydn spielen. Los geht es um 17 Uhr. Die Karten kosten je nach Kategorie 34, 25 oder 18,50 Euro. Schüler sind für sieben Euro dabei. Tickets gibt es an der Theaterkasse des Ruppiner Anzeigers, Karl-Marx-Straße⇥48, in Neuruppin. ⇥(red)