Kater Bo ist eigentlich ein sehr aktiver Stubentiger, er schmust gern, ist neugierig, liebt seine Spaziergänge im Kiez rund um den Neuen Markt. Doch Spaziergänge kann er derzeit nicht machen. Denn Bo liegt in einer Tierklinik in Potsdam und kämpft ums Überleben. Er wurde am 3. Oktober angefahren – und dann einfach schwer verletzt liegen gelassen.
„In der Nacht zum 4. Oktober saß er dann plötzlich vor meinem Fenster und wimmerte ganz fürchterlich“, erinnert sich Ivette Joachim. Mit letzter Kraft hatte sich der zweijährige Kater zum Fenster seines Frauchens geschleppt. Kraft, auf das Fensterbrett zu springen, hatte er nicht mehr. „Da habe ich sofort gewusst, dass etwas Schlimmes passiert ist. Denn sonst springt er immer gleich ins Zimmer rein“, sagt Joachim.
Seine Besitzerin ging nach draußen und schaute nach. Schon da waren die schweren Verletzungen offensichtlich: „Seine ganze Seite war offen, alles war blutig. Da habe ich sofort gewusst, dass etwas Schlimmes passiert ist.“

Odyssee von Tierarzt zu Tierarzt

Noch in der Nacht fuhr Ivette Joachim dann mit Kater Bo zum Tierarzt, Notdienst hatte an diesem Tag Tierärztin Manuela Dippy in Fehrbellin. „Also bin ich da nachts sofort hingefahren, dort wurde Bo dann erstmal notversorgt“, sagt seine Besitzerin. Von dort ging es am nächsten Tag zur Tierarztpraxis von Claudia Pastor nach Neuruppin. „Bei den Röntgenbildern wurde dann deutlich, dass im Inneren vieles geplatzt war“, erinnert sich Ivette Joachim. Kater Bo wurde umgehend operiert. Doch die Verletzungen waren zu schwer. „Die Tierärzte sagten, Bo müsse in die Tierklinik.“
Ivette Joachim brachte Kater Bo noch in der Nacht zum Tierarzt. Seitdem hat der zweijährige Stubentiger bereits drei Operationen hinter sich.
Ivette Joachim brachte Kater Bo noch in der Nacht zum Tierarzt. Seitdem hat der zweijährige Stubentiger bereits drei Operationen hinter sich.
© Foto: Odin Tietsche
Also ging es von Neuruppin nach Potsdam. Doch auch dort besserte sich sein Zustand zunächst nicht. „Die Ärzte sagten, seine Überlebenschancen stünden bei weniger als 30 Prozent. Sie empfahlen uns, ihn einschläfern zu lassen.“ Also fuhr die Familie zunächst wieder nach Potsdam. „Meine Tochter hat ihn dann gestreichelt – und dann gesagt, dass sie nicht das Gefühl hat, dass Bo aufgeben möchte“, sagt Ivette Joachim. Also durfte Bo weiterkämpfen – mit Erfolg. Nachdem die Medikation umgestellt wurde, schlug der zweijährige Kater auf die Behandlung an.

Tierarztkosten und die Behandlung kosten knapp 7000 Euro

Dann folgte eine weitere Operation, in der totes Gewebe entfernt werden musste. „Jetzt muss er für etwa 14 Tage in der Klinik bleiben“, sagt Ivette Joachim. Ganz über den Berg ist er noch nicht. „Er hat zwischendurch nicht gefressen, seine Werte waren schlecht. Als wir da waren, war er ganz schwach, hat gezittert.“ Jetzt wollen die Ärzte mit einer Vakuum-Behandlung dem Neuruppiner Kater helfen. Dabei wird eine Folie auf den Körper aufgebracht, mit einem Schlauch wird dann ein Vakuum erzeugt. Das soll die Wunden schließen. Doch diese Behandlung hat ihren Preis.
Kater Bo aus Neuruppin wurde angefahren und schwer verletzt. Besitzerin Ivette Joachim hat seitdem mehrere Tierärzte aufgesucht. Die damit verbundenen Rechnungen sind immens.
Kater Bo aus Neuruppin wurde angefahren und schwer verletzt. Besitzerin Ivette Joachim hat seitdem mehrere Tierärzte aufgesucht. Die damit verbundenen Rechnungen sind immens.
© Foto: Ivette Joachim
„Alles in allem kosten die Operationen, die Behandlungen bei den Tierärzten und der Aufenthalt in der Tierklinik knapp 7000 Euro“, rechnet Ivette Joachim. Zu viel Geld für die alleinerziehende Mutter. Etwas Geld haben bereits ihre Eltern beigesteuert. Auch Tochter Hanna, die in diesem Jahr ihr Abitur gemacht hat und eigentlich Ende November nach Neuseeland reisen will, hat ihr Sparschwein schon geplündert.
Doch durch die vielen Preiserhöhungen in den vergangenen Wochen und Monaten – Strom, Gas, Benzin und Lebensmittel wurden deutlich teurer – sind „unsere Ersparnisse aufgebraucht“, sagt Ivette Joachim. Trotz der hohen Summen kam für die 47-Jährige aber nie infrage, dem Kater nicht zu helfen. „Er gehört ja zur Familie.“

Spendenkonto für verletzten Kater eingerichtet

Tochter Hanna hatte dann die Idee, über die Plattform „GoFundMe“ ein Spendenkonto einzurichten. Mit Erfolg: Bis Donnerstagvormittag (13. Oktober) waren schon mehr etwas als 2000 Euro zusammengekommen. „Das hätte ich nie für möglich gehalten“, sagt Ivette Joachim. Doch noch reicht das Geld nicht aus, um die Kosten zu begleichen. Daher hofft sie nun darauf, dass sich noch weitere Spender finden, die sie unterstützen.
Wer Kater Bo helfen möchte, kann auf der GoFundMe-Seite für Kater Bo Geld spenden.