Kein Geld: Spielplatz bleibt gesperrt

Unbefriedigend: Seit vergangenem Herbst ist die Hauptattraktion des Spielplatzes in Flecken Zechlin nicht nutzbar (Symbolbild).
Aileen HohnsteinSeit vergangenem Herbst wird der Spielplatz seinem Namen kaum noch gerecht. Die Schaukeln sind weg. Das große Kletterhäuschen, mit Rutsche und Schaukel die Hauptattraktion des Areals, ist gesperrt. Nur drei Schaukeltiere und ein Klettergerüst sind noch nutzbar. "Das ist nicht genug“, kritisiert Doreen Dreyer. Die zweifache Mutter bedauert, dass bisher nichts geschehen ist. „Wir haben viele Kinder im Ort. Die Kita platzt aus allen Nähten“, sagt sie. Dass der Spielplatz weitgehend gesperrt ist, sei daher nicht zu vermitteln.
Bürgermeister Frank–Rudi Schwochow (BVB/Freie Wähler) ist sich darüber im Klaren, wie unbefriedigend die Situation ist. Allein: Es fehle am Geld, daran etwas zu ändern. Wie berichtet, ist die Haushaltslage in der Stadt sehr angespannt. Dennoch wird in dem Ortsteil am Schwarzen See in diesem Jahr einiges gemacht. So wird derzeit die Brücke über den Kanal zum Großen Zechliner See erneuert. 58 000 Euro sind dafür veranschlagt. Laut Schwochow sollen die Arbeiten bis zum Saisonbeginn beendet sein. Zudem sollen die gusseisernen Straßenlaternen im Dorf ausgebessert werden. Viele befinden sich in einem schlechten optischen Zustand. Die Stadt hat ein Unternehmen damit beauftragt, die Leuchten abzuschleifen und neu zu streichen. Laut Schwochow sollen im Verlauf dieses Jahres zudem alle 250 Laternen in Flecken Zechlin auf LED–Beleuchtung umgerüstet werden. Der neue Anstrich schlägt mit 15 000 Euro zu Buche. Die Umrüstung auf LED soll mindestens weitere 15 000 Euro kosten.
Die größte Investition in dem Ortsteil ist jedoch der Neubau der Feuerwache. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 1,16 Millionen Euro. Bereits am 17. Januar hat Innenstaatssekretärin Katrin Lange (SPD) einen Fördermittelbescheid in Höhe von rund 550 000 Euro aus dem Kommunalen Infrastrukturprogramm (KIP) übergeben. Den restlichen Betrag trägt die Stadt Rheinsberg. Nun wartet Schwochow nur noch auf die Baugenehmigung des Landkreises. Vorbereitende Arbeiten laufen aber bereits. Für den Spielplatz bleibt laut Schwochow jedoch kein Geld. Das gesperrte Spielgerät sei so verschlissen, dass eine Neuanschaffung nötig ist. Der Verwaltungschef vermutet, dass dafür mindestens 30 000 bis 40 000 Euro benötigt werden. „Wir haben das Problem auf dem Schirm und wollen es lösen. Auch wenn es derzeit unbefriedigend ist, brauchen wir Zeit und Geld“, sagte er am Dienstag.
Doreen Dreyer fragt sich, ob die Prioritäten bei den Investitionen nicht hätten anderes gesetzt werden können. Die Eltern im Ort wollen sich mit der Situation indes nicht zufrieden geben. „Einige überlegen, ob wir selbst etwas unternehmen." (bk)