Kettensägenschnitzer: Ein Angler wird die neue Holzskulptur
Es war die zehnte Auflage des Festes, bei dem es um das Schnitzen von Figuren und anderem Gartenschmuck aus Holz geht. Inzwischen zieren das Hotelgelände zahlreiche Skulpturen, die in den zurückliegenden Jahren aus Eichenholzstämmen gesägt wurden. Beim ersten Holzfest entstand eine Wildschweinrotte, der zwei Adler und ein überdimensionaler Hahn, das Wappentier des Hotels, folgten. Geschaffen wurden die Objekte von Holzschnitzern aus dem Erzgebirge, aber auch von Künstlern aus Brandenburg und Mecklenburg–Vorpommern.
Auch diesmal war fast die gesamte Verwandtschaft von Lysann Gutenmorgen angereist. Die meisten stammen aus der Gegend um Freiberg in Sachsen und arbeiten in der Forstwirtschaft. Einige haben das Sägen von Figuren aus Holz zu ihrem Hobby gemacht. „Wir sind eine große Familie“, berichtete die Hotelchefin. „Jeder hilft jedem. Auf die Mitwirkung meiner Onkels und Tanten sowie der Freunde unserer Familie kann ich mich verlassen“, zeigte sie sich auch am Sonnabend überzeugt.
Auf dem Gelände des Hotels kreischten so an diesem Wochenende die Sägen. Meterweit flogen die Späne und überzogen das Gelände sowie parkende Autos mit einer Schicht aus Holzstaub. „Diesmal entsteht ein Angler als neue Holzskulptur“, erklärte Lysann Gutenmorgen. Der Kettensägenschnitzer, der den Stamm bearbeitete, aus dem die die Figur entstand, ist Markus Baumgart. Auch er kommt aus dem Erzgebirge.
Aber auch viele der anderen anwesenden Männer waren versierte Holzschnitzer, wie die bereits fertigen hölzernen Kunstwerke erkennen ließen. Da gab es Tannenbäume, Eulen, Adler, überdimensionale Pilze und andere Figuren. Während einige noch auf Käufer warteten, trugen andere schon einen Zettel, der anzeigte, dass bereits jemand die Figur erworben hatte.
Doch das zweitägige Fest hatte noch weit mehr zu bieten: So fertigten die Waldarbeiter aus dem Erzgebirge mit ihrer Sägetechnik auch Sitzgarnituren, Blumenkästen, Vogeltränken und verschiedene Schmuckelemente aus Holz an, die von den Besuchern ebenfalls mit nach Hause genommen werden konnten.
Ebenso gehörten die Auftritte des Frauenchores „Frohsinn“ aus Flecken Zechlin am Sonnabend und der von Oma Liesbeth, einer komischen Alten, am Sonntag zum Programm des Holzfestes. Den Höhepunkt am Sonnabend bildete zweifelsohne der Auftritt von „De Randfichten“ aus dem Erzgebirge. Das Trio, mit Michael (Michi) Rostig (Akkordeon) und Rene (Schroedi) Schroeder an der Gitarre, ist seit 2014 mit der Sängerin Marion Frank (De Pfeif) auf Tour und begeisterte die Zuhörer mit Stimmungsliedern aus ihrem Repertoire.
Natürlich durfte am Sonnabend der Stimmungshit vom Holzmichl nicht fehlen. Dieser wurde sogar in einer Schubkarre auf die Bühne gefahren und aus zig Kehlen ertönte dann die Frage, ob denn der alte Holzmichl noch lebt. Nach einem Schluck Hochprozentigem aus der Flasche erwachten tatsächlich dessen Lebensgeister. Unter dem Beifall der Festbesucher und nach einer Polonaise über das Hotelgelände verabschiedeten sich die Randfichten mit dem Steigerlied vom begeisterten Publikum.


