Konditorei
: Bäckerei produziert jetzt Torten in Toilettenpapierform

Die Flecken Zechliner Bäckerei Janke hat sich angesichts des Ansturms auf Toilettenpapier etwas Besonderes überlegt. Entstanden ist eine Leckerei aus Biskuit und Buttercreme.
Von
Judith Melzer-Voigt
Flecken Zechlin
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„Ich bin nicht auf diese Idee gekommen, sondern ein Mitarbeiter von mir“, erklärt der Besitzer der Landbäckerei, Norbert Janke. „Wir wollten kreativ sein, auch in schlechten Zeiten.“ Das Ganze startete als kleiner Test in der Produktion: Vier dieser ungewöhnlichen Torten wurden hergestellt und an Filialen der Bäckerei herausgeschickt. Das Ergebnis: Verkäufer und Kunden waren begeistert von diesem Einfall. „Die Idee hat eingeschlagen. Und so sind wir in die Toilettenpapier–Produktion eingestiegen“, scherzt Janke.

Fondant als Hülle

Die Torte besteht aus Biskuit–Böden und Buttercreme, verrät der Chef. Umhüllt wird der Kuchen von Fondant, einer weißen Zuckermasse, die besonders gut geformt und verziert werden kann. Genau das machen die Mitarbeiter der Bäckerei am Ende des Backprozesses dann auch: Die Toilettenpapier–Rolle bekommt einen hübschen Aufdruck, ganz wie hochwertige Hygieneartikel. Und sogar eine kleine Riss–Kante, an der die einzelnen Blättchen voneinander getrennt werden, ist zu erkennen. „Wir haben die Torte Stück für Stück verfeinert“, sagt Norbert Janke. Uneinig sind sich die Kunden noch darüber, ob der Kuchen nun ein Loch haben soll oder nicht. Eine echte Toilettenpapier–Rolle hat es ja, damit sie aufgehängt werden kann. Janke und sein Team haben sich dann aber doch für einen Schokoladen–Klecks in der Mitte der Rolle entschieden. „An sich soll die Torte aber so authentisch wie möglich aussehen“, sagt er.

Der Bäckerei–Besitzer hat nicht damit gerechnet, dass die Neukreation dermaßen gut ankommen wird. Auf einem sozialen Netzwerk wurde Anfang April ein Bild davon hochgeladen — und seitdem ist die Nachfrage unverändert hoch. Wer die Torte haben möchte, kann sie einfach in einer der Janke–Filialen in der Region bestellen. Sie kostet 4,95 Euro.

Kreativ in der Krise

Bisher ist die Bäckerei ganz gut durch die Corona–Krise gekommen. „Zum Glück dürfen wir weiterhin Umsatz generieren“, sagt der Besitzer. Doch dieser sei um rund 40 Prozent zurückgegangen: Die Leute dürfen nicht mehr im Café sitzen und kaufen das, was sie brauchen, schnell im Supermarkt ein, wenn sie sowieso dort sind. „Einen Mittagstisch, wie wir ihn sonst hatten, dürfen wir auch nicht anbieten“, sagt Norbert Janke. Vor allem das fehlende Ostergeschäft habe den Betrieb getroffen. „Wir sind eine Urlaubsregion“, so Janke. „Dass keine Touristen kommen durften, bringt wirtschaftliche Herausforderungen mit sich.“ An sich findet er die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus aber sinnvoll. In der Krise beschreitet die Bäckerei außerdem neue Wege: Während der Feiertage gab es einen Lieferdienst. Kunden konnten Lachs und Risotto ordern. „Wir wollen die Umsatzeinbußen kompensieren und bei den Kunden im Mund bleiben — und das ist wortwörtlich gemeint“, sagt Norbert Janke.