Konzert: Lieder von der Grünen Insel

Vielseitig: Ob auf der Gitarre oder an der Flöte, Gunnar Nilson vertonte das irische und schottische Lebensgefühl.
JÜrgen RammeltObwohl es am Freitag einige Besucher hätten mehr sein können, hatten immerhin über 20 Zuhörer, die meisten davon Urlauber, den Weg in das Gotteshaus gefunden. Nilson eröffnete sein Konzert mit zwei irischen Tänzen, indem er seiner Mandola beschwingte Töne entlockte. Zu den folgenden Liedern, die von einem Fischer und einem Leuchtturm, sowie einer jungen Frau, die Irland verlassen hatte, handelten, erzählte der Sänger jeweils eine Geschichte. Nilson berichtete, dass er eine Zeit in Nordirland gelebt hat und schwärmte von der „wunderschönen Landschaft“, der Küste, den Klippen und dem dunkelblauem Meer.
„Es sind ziemlich traurige Geschichten, die ich singe“, entschuldigte sich Gunnar Nilson förmlich bei den Zuhörern, die andächtig seinem Gesang und Gitarrenklängen lauschten. Immerhin hatte die Musik etwas Mystisches und Besinnliches an sich, wie beim Lied über eine Gärtnerin. Darin kam zum Ausdruck, dass für alle Menschen so viel da ist, dass sie alle davon leben können.
Neben einem irischen Kinderlied erklang auch ein Song, in dem über einen Mann berichtet wurde, der Schumacher ist. Nilson, berichtete, das der Handwerker nur wenige Stunden am Tag arbeitet, weil keiner die Schuhe bezahlen kann. Dann forderte er die Zuhörer auf, beim Refrain an einer bestimmten Stelle viermal auf Holz zu klopfen, weil dann der Schuster die Nägel einschlägt. Es funktionierte.
Beim Lied „Carrick–a-Rede" berichtete Nilson von einer Hängebrücke, die vom Festland auf eine Insel führt. „Dort treffen sich junge Leute und auch Liebespaare, denen die schaukelnde Überquerung 20 Meter über dem Meer nichts ausmacht."Und dann gab es noch einen Song, zu dem die Konzertbesucher aufgefordert waren, im Takt in die Hände zu klatschen. „Ich werde versuchen, Sie aus dem Rhythmus zu bringen“, kündigte der Sänger an. Doch das Publikum, das am Ende mit einer Zugabe belohnt wurde, schlug sich wacker.
Wer Gunner Nilson, der zur Zeit in Mecklenburg–Vorpommern auf Tournee ist, noch einmal erleben möchte, hat dazu am kommenden Mittwoch ab 19 Uhr im Gasthaus Steffen in Kagar, sowie am 26. Juli und am 16. August abermals in der Flecken Zechliner Kirche Gelegenheit dazu.