Kostenfaktor
: Existenzsorgen im Alt Ruppiner Gewerbegebiet

Die bisherigen Zufahrten zu den Gewerbegrundstücken an der Wulkower Chaussee sollen wegfallen. Die Neuregelung könnte für die ansässigen Unternehmer teuer werden.
Von
Siegmar Trenkler
Alt Ruppin
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  • Sieht Probleme auf Unternehmen im Gewerbegebiet zukommen: Bert Brüchner ist Geschäftsführer der Alt Ruppiner Landservice GmbH, die an der B 167 sitzt. Er befürchtet, dass auch seine Tankstelle weichen müsste. Vor allem bemängelt er die fehlende Abstimmung der Verwaltung mit den Grundstückseigentümern.

    Sieht Probleme auf Unternehmen im Gewerbegebiet zukommen: Bert Brüchner ist Geschäftsführer der Alt Ruppiner Landservice GmbH, die an der B 167 sitzt. Er befürchtet, dass auch seine Tankstelle weichen müsste. Vor allem bemängelt er die fehlende Abstimmung der Verwaltung mit den Grundstückseigentümern.

    Siegmar Trenkler
  • Der Plan sieht zwei Abfahrten von der B 167 vor, die im Bild von links oben nach rechts unten verläuft.

    Der Plan sieht zwei Abfahrten von der B 167 vor, die im Bild von links oben nach rechts unten verläuft.

    Stadtverwaltung Neuruppin
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Demnach ist nach den aktuell laufenden Bauarbeiten an der B 167 zwischen Herzberg und Grieben der Abschnitt zwischen Wulkow und Alt Ruppin an der Reihe. In dem Zuge sollen die bisherigen Auffahrten zu dem Gewerbegebiet verschwinden und durch zwei Stichstraßen ersetzt werden, von denen aus sich alle Grundstücke erreichen lassen.

Für die dort ansässigen Unternehmer wäre das mit großem finanziellen Einsatz verbunden. Denn diese müssten 90 Prozent der Kosten tragen, wie Krohn mitteilte. Bert Brüchner, der Geschäftsführer der Alt Ruppiner Landservice GmbH, hat diese Ankündigung mit großer Sorge vernommen. „Das könnte uns die Existenz kosten“, sagt er. Vor 15 Jahren hat er den Betrieb, der Pflanzenschutzmittel, Dünger sowie Futtermittel vertreibt und acht Mitarbeiter hat, übernommen. Für ihn geht es auch nicht nur um die Beteiligung an der Erschließung. Denn damit wären weitere Investitionen verbunden. „Ich müsste vielleicht meine Tankstelle versetzen. Die Lkw-Waage befindet sich vorn an der Einfahrt. Die müsste auch auf die andere Seite des Grundstücks“, befürchtet er. Allein das würde Kosten von mehreren zehntausend Euro verursachen.

Bislang keine Abstimmung

Vor allem aber stört ihn, dass die Verwaltung die Erschließungspläne schon öffentlich verkündet, aber bislang keine Gespräche mit den Grundstückseigentümern aufgenommen hat, über deren Flächen die Straßen führen sollen. Allerdings hatte Krohn erst kürzlich gesagt, dass die Erschließungspläne nicht kurzfristig umgesetzt werden sollen. „Mittelfristig werden wir uns dem Thema aber stellen müssen. Alles in der Schwebe zu halten, wird dauerhaft nicht mehr gehen.“ Denn laut Krohn müssen die Zufahrten von der Bundesstraße jedes Jahr als Sonderregelung neu beantragt werden. Und mit der anstehenden Sanierung der B 167 würde der Landesbetrieb einfach die bisherigen Auffahrten entfernen und stattdessen Anschlüsse für die Stichstraßen anlegen, die 2004 im B-Plan beschlossen wurden und damit geltendes Recht sind. „Wir haben immer nur gesagt, wir warten so lange, bis es genügend Unternehmer gibt. Mittlerweile gibt es konkrete neue Ansiedlungen, und die wollen loslegen“, hatte Krohn mitgeteilt.

Kritik am Radweg bleibt

Die Zufahrten sind für Brüchner nicht das einzige Probleme. Der Radweg, der direkt vor den Gewerbegrundstücken entlanggeführt werden soll, sorgt für heftige Kritik, und das nicht nur von ihm. Auch der Ortsbeirat hatte sich in der Vergangenheit wiederholt dafür ausgesprochen, den Radweg auf der gegenüberliegenden Straßenseite anzulegen. „Er würde über unsere Grundstücke führen, und auch deswegen hat noch niemand mit uns geredet“, beschwert sich Brüchner.

Neue Kosten fürdie Unternehmer

Zum Gewerbegebiet kommen die Unternehmer und ihre Kunden bislang direkt von der Bundesstraße.

Künftig soll das über zwei neue Straßen erfolgen, deren Kosten zu 90 Prozent von den Anliegern getragen werden müssen.⇥zig