Kultur
: Neuruppins Museum baut das digitale Angebot aus

Der Schritt ist vor allem eine Reaktion auf die Corona-Pandemie. Nach der Zwangsschließung läuft der Betrieb vor Ort etwas anders ab.
Von
Judith Melzer-Voigt
Neuruppin
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Die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen Susann Schröter (links) und Carola Zimmermann sind – trotz aller Unwägbarkeiten – zufrieden damit, wie sich das Museum 2020 entwickelt.

Judith Melzer-Voigt

„Das Ganze funktioniert. Das ist die wirklich gute Erfahrung“, sagt Carola Zimmermann, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Museum. „Die Leute kommen, gucken und bleiben auch nicht kürzer im Museum.“ Zwar wird sowieso immer eine Art Rundgang absolviert. Doch nun gibt es eine eindeutige Einbahnstraßenregelung: Gäste werden vom Eingang im Neubau durch die Schau zum Ausgang im Altbau geschleust. „An dieser Regelung haben wir lange geknobelt“, sagt Carola Zimmermann. Schwierig werde es, wenn bestimmte Räume der Dauerausstellung mal geschlossen werden müssen, weil sie überarbeitet werden. Dann muss die gesamte Einbahnstraße überdacht werden.

Manche Menschen wollen Corona-Regeln nicht akzeptieren

Die Besucher des Museums, das am 30. April wiedereröffnen durfte, hätten die Regelungen schnell akzeptiert. „Mit der neuen Wechselausstellung über Carl von Diebitsch ziehen wir auch wieder mehr Publikum an“, sagt Carola Zimmermann. „Es gibt eine deutliche Steigerung zu den ersten Wochen.“ Natürlich gebe es Menschen, die die Corona-Regeln nicht akzeptieren wollen. „Die Service-Kräfte sind aber entsprechend geschult und weisen nett darauf hin“, so Zimmermann. Dennoch sei es auch schon vorgekommen, dass jemand die Maske nicht tragen wollte und das Museum wieder verlassen hat. „Er kam dann zwei Tage später aber wieder, mit einem Attest vom Arzt“, erinnert sich die wissenschaftliche Mitarbeiterin. Solche Fälle gibt es aber nicht viele.

Die neue Ausstellung „Faszination Alhambra“ indes ist sehr gut angelaufen, bestätigt Carola Zimmermann. Angefangen hat alles mit einer Zeichnung, die das Museum selbst in seiner Sammlung hatte. „Wir wollten immer mal was dazu machen“, erklärt sie. Nun ist es dem Museum gelungen, viele „kleine Schätze“ zusammenzutragen. „Das sind Sachen, die man nicht immer sieht, Dinge, die von Diebitsch selbst in der Hand hatte“, erklärt die wissenschaftliche Mitarbeiterin. Die Besucher honorieren das und besuchen die Schau zahlreich.

Die Dauerausstellung wurde zudem ergänzt durch Stücke über die Neuruppiner Tuchfabrik Christian Ebell. „Da hatten wir eine Marmortafel, die ihm Arbeiter zum Geburtstag geschenkt hatten – aber nicht mehr“, erklärt Carola Zimmermann. Private Leihgaben des Ebell-Nachfahren Heinrich Reitz ergänzen das Ganze nun zu einer Schau, die auch das Neuruppiner Bürgertum im 19. Jahrhundert beleuchtet. Ein Interview mit Reitz ist auch auf der Internetseite des Museums zu sehen. Dort wächst das digitale Angebot, wie die wissenschaftliche Mitarbeitern Susann Schröter erklärt. „Wir haben durch die Corona-Situation angefangen, dort einiges zu entwickeln.“ Das sei auch ein Angebot für all jene, die doch noch nicht ins Museum kommen können oder wollen.