Kunstausstellung: Galerie am Bollwerk zeigt Werke von Ruppiner Laienkünstlern
Einer der Künstler, der schon bei der vorigen Ausstellung vor zwei Jahren mit dabei war, ist Bernd Ramlow. Ein großformatiges Schwarz-Weiß-Foto aus seiner Serie „Industriewunden“ und sein erstes Lehmbild mit dem Titel „Erinnerung“, das eine Landschaft zeigt und normalerweise einen festen Platz in seinem Wohnzimmer hat, hat er mitgebracht. „Im Vergleich zum letzten Mal hat sich die Qualität der Arbeiten gesteigert“, konstatiert er mit Blick auf den Raum. „Die lokalen Freizeit-Künstler stehen teilweise denen in nichts nach, die davon leben“, so seine Einschätzung.
Zur Hälfte neue Künstler
Knapp die Hälfte der Künstler, die diesmal dem Aufruf der Galerie gefolgt sind, sind zum ersten Mal dabei. Zwei Werke durfte jeder von ihnen beisteuern. Nur die maximale Größe der Arbeiten war vorgeschrieben, damit möglichst viele Künstler Platz finden könne, berichtet Cornelia Lambriev-Soost von der Galerie. Abgewiesen werden musste niemand. Die eigentliche Herausforderung war es, bei 51 Ausstellungsstücken für jedes die richtige Stelle im Raum zu finden. „Manche Werke suchen sich ihren Platz selbst“, sagt Lambriev-Soost. Das gilt etwa für eines der zentralen Bilder im Raum, das sich thematisch dem besten Freund des Menschen widmet, dem Hund. „Als wir es gesehen haben, war klar, wo es hängen muss.“ Ansonsten können Lambriev-Soost und Matthias Zágon Hohl-Stein, der Vorstandsvorsitzende des Vereins, einfach auf langjährige Erfahrung zurückblicken. Immerhin ist die zweite freie Kunstausstellung, die die Saison für die Galerie eröffnet, bereits die 85. Schau, die dort gezeigt wird. „Nach mehr als 30 Jahre hat man auch ein Auge dafür, wie es passt,“ so Hohl-Stein. Dementsprechend war das Team am Dienstag auch schon am frühen Nachmittag fertig.
Nicht alles ist käuflich
Auch wenn etwa an einer Skulptur der Hinweis klebt „Noch unverkäuflich“ stehen die meisten Arbeiten auch zum Verkauf. Ramlows Lehmbild „Erinnerung“ gehört aber zur ersten Kategorie. „Es war das erst Mal, dass ich diese Technik mit Freunden ausprobiert habe.“ Als Motiv diente eine Landschaft, die sich nach einem Urlaub in Italien in seinem Kopf festgesetzt hatte. Die Farben und das Licht bannte er schließlich aufs Bild. Inzwischen hat er zwar Dutzende weiterer solcher Arbeiten geschaffen, für die er Spanholzplatten mit Jute bezieht und darauf Lehm trocknen lässt, der später mit einer Farbschicht versehen wird. Die Sollbruchstellen, die er durch Linien mit einem Skalpell in die feuchte Masse zieht, reißen beim Trocknen aus, weil Lehm im laufe des Prozesses um fünf bis zehn Prozent schwindet. Die resultierenden geschwungenen Risse verleihen den Bildern eine zusätzliche Dimension.
Konzept wird fortgeführt
Mit der Freien Kunstausstellung soll ein Kritikpunkt behoben werden, der immer wieder einmal zur Sprache gebrach wird: der der fehlenden Räume für Amateur-Kunstschaffende in der Fontanestadt. Für Hohl-Stein, der als junger Mann schon mit der Freien Berliner Kunstausstellung Erfahrungen in der Richtung gesammelt hat, ist das Konzept daher nicht neu. „Damals hatten wir bis zu 10 000 Bewerber. Da musste man dann schon jurieren. Das brauchen hier wir glücklicherweise nicht machen. Aber wir haben schon einen sehr großen Zulauf von Laienkünstlern“, berichtet er. Daher soll der Turnus von zwei Jahren für derartige Ausstellungen auch künftig beibehalten bleiben. Dass die Arbeiten der Kunstschaffenden dies rechtfertigen, davon kann sich ab Donnerstag jeder Interessierte selbst überzeugen.
Die Ausstellung im Überblick
Folgende 27 Künstler haben Werke zur Ausstellung beigesteuert: Gudrun Wendt, Gabriele Prasmo, Matthias Wolf, Stefan Nagel, Waltraud Heese, Frank Wehde, Ingrid Sielaff-May, Siegrid Kleinod, Dagmar Theel, Bernd Ramlow, Birgit Tornow, Monika Westphal, Kirsten Werner, Rayk Bekter, Silvia Pietschmann, Frank Weber, Alwin May, Axel Hartung, Isabella Drewianka, Angela Richers, Sylvia Petke, Eckhard Häßler, Tatjana Seitz, Karin Bröge, Gabriele Seeger, Renate Powilleit.
Malerei, Grafik, Keramik, Skulpturen, Fotografien und Textilarbeiten sind in der Exposition zu sehen. Eröffnet wird diese am Donnerstag, 12. März, um 19 Uhr. Danach kann sie bis zum 19. April immer donnerstags bis sonntags zwischen 12 und 16 Uhr besucht werden, sowie nach Vereinbarung unter 0157 74167829.⇥zig




