Landwirtschaft
: Bauern erwarten 2020 in OPR eine unterdurchschnittliche Ernte

Die Folgen der extrem trockenen Sommer 2018 und 2019 machen den landwirtschaftlichen Betrieben im Kreis zu schaffen. Auch der Wald hat extrem gelitten.
Von
Ulrike Gawande
Ostprignitz-Ruppin
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Erntegespräch des Kreisbauernverbandes OPR

Ulrike Gawande

Bei allen anderen Pflanzen– und Getreidesorten erwartet Deter hingegen nur einen leicht unterdurchschnittlich Ertrag, da es zuletzt immer wieder geregnet hat, wenn auch stark regional unterschiedlich. Die Ernteerwartung sei vorsichtig formuliert, so Deter. Jedoch können die Erträge dieses Jahres nicht die Verluste der vergangenen drei, wirtschaftlich katastrophalen Jahre ausgleichen. 2017 machte vielen Landwirten die Nässe zu schaffen. In den vergangenen zwei Jahren setzten die extreme Trockenheit und Hitze den Pflanzen zu. „Wir haben ein großes Wasserdefizit im Landkreis. Es wären fünf Monate nötig, in denen die doppelte Regenmenge fällt“, erklärte Deter, der selbst Landwirt ist. So sei der Boden bis zum sogenannten 1,80 Meter–Horizont relativ trocken. "Bei einer Tiefe von einem Meter finden wir Zuckersand.“ Ein Problem, das auch den Wäldern in der Region zu schaffen macht. "Für Waldbesitzer ist das eine Katastrophe“, betonte Hans–Heinrich Grünhagen vom KBV–Vorstand. "Alte Eichen, Birken und Kiefern vertrocknen, und den Fichten macht der Borkenkäfer zu schaffen. So etwas habe ich noch nie erlebt. Die Schäden sind massiv.“ Der Wald habe stark unter der Trockenheit der vergangenen zwei Jahre und dem fehlenden Regen im April 2020, wenn die Bäume neu austreiben, zu leiden. Da die Trockenheit sich bei den Bäumen oft erst zeitversetzt bemerkbar macht, so Verbandschef Deter, werde man sogar erst in zwei Jahren das wahre Ausmaß der Schäden erkennen können. „Der Vorteil jetzt ist, dass es bisher nicht so heiß ist“, so Grünhagen.