500 Schweine in Katerbow

Seit vier Jahren hält die Familie Koch rund 500 Tiere auf dem ehemaligen LPG-Gelände am Ortsausgang von Katerbow. Mit einem Gewicht von 20 bis 25 Kilogramm kommen die Ferkel von einem Hof aus der Prignitz ins Amt Temnitz. Ihre Schwänze sind nicht kupiert und auch ihre Zähne sind nicht geschliffen. In Katerbow bleiben sie bis sie nach sechs bis acht Monaten ein Schlachtgewicht von 120 Kilogramm erreicht haben, berichtet Markus Koch, der Geschäftsführer des Familienbetriebs ist. "Alle vier bis fünf Wochen bekommen wir neue Ferkel." Wiederum jede Woche werden 25 ausgewachsene Tiere abgeholt, die bei der Firma Färber in Neuruppin geschlachtet werden. Das bedeute für die Tiere eine maximale Fahrzeit von 15 Minuten, betont Markus Koch. "Der Transporter kommt leer hierher und fährt auf dem direkten Weg nach Neuruppin." Dieser möglichst stressfreie Transport zum Schlachthof ist dem 38-Jährigen wichtig für seine Tiere.
Er träumt davon, dass irgendwann einmal der komplette Weg von den Muttersauen, über die Haltung mit Freilauf, den die Tiere dauerhaft nutzen können, bis hin zur Schlachtung, Zerlegung und Verarbeitung in Katerbow stattfindet. Dazu soll eine alte Lagerhalle für Stroh und Futter neu mit einem sogenannten Weißraum ausgebaut werden. "Davon sind wir aber noch eine Ecke entfernt", gibt der junge Mann zu. "Jeden Euro, den wir hier in das Gelände reinstecken, muss erst einmal erwirtschaftet werden."
Im April bezog der Familienbetrieb die ehemaligen Räume der Hafleg in Hakenberg. Auch der Hofladen wurde übernommen. Seit Juni produziert die Farm Katerbow in Hakenberg sämtliche Fleisch- und Wurstwaren. Bis dahin befand sich die Verarbeitung in Berlin, wo die Familie weitere drei Geschäfte betreibt, in denen das echte Havelländer Apfelschwein erhältlich ist. "Die Produktionsfläche in Berlin-Heiligensee war zu klein geworden", berichtet Marcus Koch. Seit vier Jahren seien sie auf der Suche nach geeigneten Räumen gewesen. "Es ist schwer etwas zu finden." Besonders in Berlin und dessen Umland.
Die Familie hat sich die Bereiche des Unternehmens aufgeteilt: Während Marcus Koch als gelernter Restaurantfachmann und Hotelbetriebswirt sich um die Bereiche Marketing und Vertrieb kümmert, ist Vater Winfried als gelernter Koch und Küchenmeister für den Hof und Mutter Ulrike für den Verkauf zuständig, während Bruder Stephan – ebenfalls Koch mit Meistertitel – für die Produktion verantwortlich ist. Insgesamt hat der Familienbetrieb 20 Mitarbeiter in den Hofläden, der Metzgerei und auf dem Hof in Katerbow.

Koteletts, Braten, Schinken und Wurst

Immer wieder lassen sich dabei Stephan und Winfried Koch neue Rezepte für das Havelländer Apfelschwein einfallen. "Wir versuchen das gesamte Tier zu verarbeiten", erklärt Marcus Koch. So gibt es Spezialitäten wie den kandierten Nussschinken oder die "Katerbower Rolle", hinter der sich ein Schweinerücken mit Wurstbrät und Kapern verbirgt, der als Aufschnitt verkauft wird. Bei den Kunden seien aber vor allem Koteletts, Braten und Schinken beliebt, berichtet der 38-Jährige. Auch Wurstwaren wie Blut- und Leberwurst im Glas werden gut von den Käufern angenommen.
Die Kunden wissen den besonderen Geschmack des Havelländer Apfelschweins zu schätzen. Diesen erhält es durch die Beimischung von Apfeltrester zu den den Getreidepellets, mit denen die Tiere gefüttert werden. Doch nicht nur das Futter trägt dazu bei, dass das Schweinefleisch immer öfter in Bratpfannen oder Kochtöpfen von Berlinern und Brandenburgern landet, sondern auch die Bewegung der Tiere. So gibt es nur einmal am Tag Futter, das wiederum räumlich getrennt vom Wasser an die Tiere gefüttert wird. "Da läuft selbst das faulste Schwein einen Kilometer pro Tag", lacht Marcus Koch. Die Folge ist, dass die Tiere Muskeln aufbauen und das Fleisch später zart saftig ist.
Bei Hoftagen, die 2020 wegen der nahen Schweinepest in Polen sowie der Corona-Krise ausfallen mussten, können sich die Kunden von der artgerechten Haltung der Tiere überzeugen. So werden die Bio-Standards, bei denen einem 120-Kilo Schwein 2,5 Quadratmeter zur Verfügung stehen, mit 17 Quadratmetern deutlich übererfüllt. "Den Freilauf haben wir dabei gar nicht mitgerechnet", so Koch und krault eins seiner Tiere.

Die Farm Katerbow

Der Hofladen der Farm Katerbow in der Fehrbelliner Straße 3a in Hakenberg hat dienstags und mittwochs von 9.30 bis 15 Uhr, donnerstags und freitags von 9.30 bis 17 Uhr und sonnabends von 9.30 bis 14 Uhr geöffnet.
Der Familienbetrieb betreibt weitere Läden gibt es in Berlin:  in Frohnau, Heilgensee und Schmargendorf.
Die Metzgerei befindet sich in Hakenberg, der Hof, auf dem 500 Tiere gehalten werden, in Katerbow.
Weitere Informationen unter: www.farm-katerbow.de