Sie kommen aus Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden oder auch dem Fürstentum Liechtenstein. Und sie haben alle eines gemeinsam: Sie lernen in der kommenden Woche Neuruppin kennen. Zehn Autoren aus diesen vier Ländern werden dann beim Europäischen Reiseliteraturfestival „Neben der Spur“ zu Gast sein. Es findet zum siebten Mal im Zuge der Fontane-Festspiele statt.
Von diesem Freitag, 18. September, und bis zum 27. September haben Besucher des Festivals die Möglichkeit, neue Einblicke in das Leben in anderen Ländern zu erhalten. Beim Festival geht es laut Mit-Organisatorin Uta Bartsch um „gute und neue Literatur, um die Unwägbarkeiten des Reisens, um Begegnungen mit dem Fremden und dem Eigenen, kurzum: um die Suche nach dem menschlichen Kern“.

Eröffnung von Autor Michael Roes

Eröffnet wird das Festival am Freitag um 19 Uhr in der Siechenhauskapelle vom Autor Michael Roes. Er stellt sein Buch „Melancholie des Reisens“ vor. Darin lässt er sich in Afghanistan, Israel, Jemen, Mali, Marokko und Tunesien auf fremde Kulturen und heikle Situationen ein, erlebt innere Widersprüche anderer Wertesysteme und, so die Ankündigung, „unerwartete Nähe“.

Literaturpreisträgerin Iris Hanika ist dabei

Am Sonnabend 19. September, liest um 15 Uhr im Café Constance in Wustrau Iris Hanika, die frisch gekürte Hesse-Literaturpreisträgerin 2020. Ihr Roman „Echos Kammern“ spielt in New York und Berlin. „Es ist sowohl ein Reise- als auch ein Liebesroman, ein Roman über die Desillusionierung beim Älterwerden, ein Ausflug an den Beginn von Dichtkunst und ein Ausblick in ihre Zukunft“, beschreibt Uta Bartsch.
Um 19 Uhr geht es am Sonnabend gleich weiter – mit dem Schweizer Autor Tom Kummer im Café Hinterhof in Neuruppin. In seinem Buch „Von schlechten Eltern“ erzählt er von einem alleinerziehenden Vater, der nach dem Tod seiner Frau in seine Heimat zurückgekehrt ist, nachts als VIP-Chauffeur durch die Schweizer Bergwelt fährt und für sich und seinen Sohn eine neue Zukunft finden muss.

Eine Reise in die totalitäre Herrschaft Chinas

Das Sonntagsprogramm am 20. September eröffnet um 11 Uhr Annette Pehnt mit „Alles, was Sie sehen, ist neu“ im Alten Gymnasium in Neuruppin. Ihr Roman handelt von einer Bildungsreise von Vater und Tochter nach China und zeigt die Begegnung mit dem Leben unter totalitärer Herrschaft, wie es westliche Reisende nicht erwarten.
Um 15 Uhr wird der holländische Autor Gerwin van der Werf mit seinem ersten auf Deutsch erschienenen Buch „Der Anhalter“ im Alten Gymnasium in Neuruppin erwartet. Es erzählt von einer spannenden Reise in die archaische Natur Islands und in das fragile Gleichgewicht einer Familie, die an ihren Geheimnissen zu zerbrechen droht.

Wochenende mit fünf Lesungen

Vom 25. bis zum 27. September geht es beim Reiseliteraturfestival dann Schlag auf Schlag: Am 25. September um 19 Uhr stellt Benjamin Quaderer sein Werk „Für immer die Alpen“ im Museum Neuruppin vor. Olivia Wenzel liest am Sonnabend, 26. September, um 15 Uhr in Beckers Scheune in Wuthenow aus „1000 Serpentinen Angst“. Marina Frenk präsentiert „Ewig her und gar nicht wahr“ am Sonnabend um 19 Uhr in der Fontane-Buchhandlung. Peter Schneider stellt „Vivaldi und seine Töchter“ am Sonntag um 11 Uhr im Alten Gymnasium vor. Jens Mühling ist am Sonntag um 15 Uhr in der Siechenhauskapelle zu Gast und präsentiert „Schwere See“. Los geht es um 15 Uhr.

Die Karten für die Lesungen kosten zehn Euro. Wer bei allen Veranstaltungen dabei sein möchte, zahlt 50 Euro für das Neben-der-Spur-Ticket. Wegen der begrenzten Platzkapazitäten an allen Veranstaltungsorten empfiehlt das Festspiel-Team, vorher Karten zu kaufen oder fest zu reservieren. Infos: 03391 6598198.