Mobilität: Im Landkreis OPR soll das ÖPNV-Angebot verbessert werden

Elisabeth Jänsch aus Neuruppin ist die neue Mobilitätsmanagerin im Landkreis OPR.
Ulrike GawandeDer Landkreis hat sich mit der Idee „OhneAutoMobil_OPR“ beworben. Ziel ist, das Angebot und die Auslastung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) vor allem in den Tagesrandzeiten sowie in den Randgebieten zu verbessern und zugleich durch weniger motorisierten Individualverkehr einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Besonders auf Kinder, Jugendliche, Senioren und Menschen ohne eigenes Auto soll der Blick gerichtet werden, erklärt Jänsch, um deren soziale Teilhabe zu verbessern. Sie weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig der ÖPNV ist. Zum Studium ging die Neuruppinerin nach Berlin. Wenn sie mit Freunden über das Zurückkehren in die Heimat sprach, sei auch immer das ÖPNV-Angebot erwähnt worden, so Jänsch. „In der Großstadt gibt es ein ständiges Angebot. Mobilität ist ein Knackpunkt. Ich möchte besonders für junge Leute ein attraktives Angebot schaffen.“
Nachfragebasierte Busse
Dazu soll beispielsweise der bestehende Nahverkehr durch nachfragebasierte Busse ergänzt werden. Auch andere Alternativen zum eigenen Auto sollen geschaffen werden. Werner Nüse wirkt skeptisch: „Für Taxibetriebe ist eine gering besiedelte Fläche nicht lohnenswert und Busfahrer sind schon jetzt für abends und das Wochenende schwer zu finden.“ Er betont zudem, dass die Alternativen keinesfalls in Konkurrenz zum bestehen Nahverkehrsangebot treten sollen. Damit das ausgeschlossen werden kann, soll bei der kreiseigenen Ostprignitz-Ruppiner Personennahverkehrsgesellschaft (ORP) eine Mobilitätszentrale entstehen, über die das gebündelte Angebot gebucht werden kann. Ganze Wegeketten stellt sich Jänsch vor. Sprich: der Kunde gibt Start und Ziel beispielsweise in eine App ein, und das System findet den idealen Weg, der neben Bussen und Bahnen auch Taxen oder andere Verkehrsmittel enthalten kann. Die individuell passende Lösung soll gefunden werden, so Jänsch. „Durch das intelligente Bündeln von Fahrgästen sollen Leer- und Einzelfahrten vermieden werden.“ Aber das ist noch Zukunftsmusik, denn die Umsetzung dieser Mobilitätszentrale ist erst für die dritte, dann zweijährige, Phase des Projektes vorgesehen, für die sich der Landkreis jedoch erst wieder bewerben muss.
Bedarf und Akzeptanz
In Phase I geht es erst einmal darum, die Bedarfe der Menschen zu erfragen, erklärt die Mobilitätsmanagerin. Ihr zur Seite stehen die Stadt Neuruppin, die ORP, die Regionalentwicklungsgesellschaft (REG) sowie zwei Hochschulen. Unterstützung bekommt Jänsch auch von einer Kommunikationsagentur, die bei den Einwohnern die Bereitschaft abklopfen wird, mögliche Preissteigerungen – einen sogenannten Komfortzuschlag – für derartige On-demand-Angebote zu akzeptieren. Außerdem werden die Nutzer gefragt, wie viele Umstiege sie für solch eine Lösung in Kauf nehmen würden.
In Phase II, die über drei Jahre laufen soll, ist dann ein experimenteller Probebetrieb mit nachfrageorientierten Bussen vorgesehen. Als Teststrecken sind dabei die Neuruppiner Stadtlinie 771, die derzeit nicht so gut angenommen wird, und die Linie 757 von Fehrbellin nach Königshorst geplant.
Info-Kasten
Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf.
Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf. Und am Ende steht ein Kürzel.⇥kürzel