Mobilität in Neuruppin: Tempo 30 und kostenloser ÖPNV – das sind Ergebnisse der Umfrage

Verschneite Fahrräder sind an einem Radständer angeschlossen. Die Zukunft des Radverkehrs beschäftigt die Menschen in Neuruppin und Umgebung sehr.
Robert Michael/dpaAngebote im Nahverkehr, Infrastruktur für Auto und Fahrrad, Sicherheit auf Fußwegen: die Mobilität in Brandenburg wurde in der Online-Umfrage Mobilitätskompass, an der dieses Portal beteiligt war, durchleuchtet – und erhält in der Stadt Neuruppin nur eine Durchschnittsnote von 3,03.
Ein Ergebnis, das auch die Entscheidungsträger des Landkreises Ostprignitz-Ruppin interessiert. Die Verwaltung arbeitet derzeit an einem Kreisentwicklungskonzept. Mit dem „KEK OPR 2035+“ sollen die wichtigsten Aspekte des menschlichen Lebens für die Zukunft gestalten. Neben der Mobilität spielen Themen wie Gesundheit, Bildung und Familie, Umwelt und Natur, Wirtschaft und Arbeit sowie Klima eine Rolle.
Ergebnisse fließen in Konzept zur Kreisentwicklung ein
Ihre Meinungen und Ideen konnten die Einwohner von Ostprignitz-Ruppin im September bei einer Online-Umfrage einbringen. „Über 800 Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit und meldeten sich ausführlich zu Wort“, heißt es in einer Mitteilung von Alexander von Uleniecki, zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Landkreises. Der Online-Fragebogen habe den großen Vorteil geboten, sehr viele Menschen gleichzeitig einzubinden. „Damit konnten in diesem großflächigen Landkreis Menschen aus allen Städten, Ämtern und Gemeinden erreicht werden.“
Die Ergebnisse der Online-Umfrage seien den Mitgliedern des Steuerungskreises zum Kreisentwicklungskonzept vorgestellt und erläutert worden. Der Steuerungskreis setzt sich aus Amtsträgern des Landkreises und der Kommunen, Fraktionsvorsitzenden des Kreistages sowie weiteren regionalen Akteuren zusammen und begleitet den Erarbeitungsprozess des Kreisentwicklungskonzeptes auf strategischer Ebene. Die Ergebnisse der Online-Umfrage „liefern einen wichtigen Baustein zur weiteren Erarbeitung des Kreisentwicklungskonzepts“ und sollen in die Formulierung und Priorisierung der Entwicklungsziele mit einfließen.
Neben den Entwicklungszielen hätten viele Menschen aber auch konkrete Projektideen geäußert. Diese werden nun zusammen mit weiteren Vorschlägen aus den Arbeitsgruppen gesammelt und dahingehend überprüft, ob sie in die Maßnahmenliste des Kreisentwicklungskonzepts aufgenommen werden können.
Forderung nach besserem Nahverkehr und mehr Radwegen
Die Kreisverwaltung stellt fest: „Die Mobilität ist für die meisten Menschen, die sich an der Landkreis-Umfrage beteiligten, der Bereich mit dem größten Handlungsbedarf.“ Der Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs mit mehr Bus- und Bahnverbindungen sei am häufigsten genannt worden. „Aber auch der Wunsch nach weiteren und besseren Radwegen beschäftigt viele Menschen“, so Alexander von Uleniecki.
Eine Aussage, die sich auch in den Ergebnissen vom Mobilitätskompass – den auch die Redaktionen der Märkischen Oderzeitung und der Lausitzer Rundschau in Kooperation mit der Agentur „Die Mehrwertmacher“ initiiert hatten – zeigen. Der Online-Fragebogen hatte drei Schwerpunkte: alltägliche Wege und die aktuelle Nutzung von Verkehrsmitteln, die Einstellungen und Bewertungen zum Mobilitätsangebot vor Ort sowie persönliche Erfahrungen und Wünsche im Zusammenhang mit Mobilität. Das Ergebnis: Schulnote befriedigend. Mit einem Durchschnittswert von 3,09 wird die Mobilität in OPR bewertet. Landesweit gibt es eine Note von 2,99.
Umfrage-Ergebnisse aus Ostprignitz-Ruppin
197 Menschen aus Neuruppin und Umgebung machten mit. Ihre Wünsche unter dem Punkt Verkehrspolitik: besseres Nahverkehrsangebot (71 Prozent stimmen voll zu), Gratis-ÖPNV (53), mehr Straßenfläche für Radwege (43), finanzielle Anreize für klimafreundliche Mobilität (35) und Tempo 30 in Ortschaften (23). Bemängelt wird vor allem, dass Bus und Bahn zu ungünstigen Zeiten fahren, die ÖPNV-Infrastruktur nicht gut ist, Radwege und Parkplätze fehlen. Auch der Kreis hat erkannt: „Mit großer Mehrheit wird sich der Ausbau des Radwegenetzes gewünscht.“
Laut den Umfrage-Ergebnissen aus dem Mobilitätskompass beträgt der durchschnittliche Arbeitsweg der Menschen aus Ostprignitz-Ruppin übrigens 27,8 Kilometer, etwa 34 Minuten sind die Pendler im Durchschnitt täglich unterwegs. Das entspricht auch in etwa den Daten des Landesamtes für Statistik, wonach viele Beschäftigte in Brandenburg 25 Kilometer und mehr täglich zur Arbeit zurücklegen.
Mobilitätskompass in Brandenburg 2023
7991 Menschen aus Brandenburg und Sachsen haben an der großen Online-Umfrage von MOZ und LR teilgenommen.
Bei den meisten Bewertungsfragen gab es fünf Antwort-Kategorien zwischen den Polen 1 (sehr gut) und 5 (sehr schlecht).
Seit Oktober werden die Ergebnisse veröffentlicht und ausgewertet. Damit wollen und können wir noch gezielter auf Probleme oder positive Entwicklungen in unserer Heimat eingehen.
Der Mobilitätskompass ist nach dem Familienkompass die zweite große Online-Umfrage, an der sich MOZ und LR beteiligt haben.


