Musik: Konzert eines Ausnahmeensembles in Rheinsberg
Quander berichtete, dass das Orchester zur Weltspitze der „historisch informiert spielenden Kammerorchester“ gehört. Egal ob in New York, Tokio, London oder Buenos Aires, das Akamus genannte Orchester sei ein vielgefragter Gast auf den europäischen und internationalen Bühnen der Welt.
Konzertauftakt mit Haydn
Eröffnet wurde das Konzert mit Joseph Haydns „Divertimento in G–Dur“. Der im Dienste des ungarischen Fürsten Nikolaus von Esterházy stehende Vizekapellmeister hatte das Stück einst komponiert. Beschwingt und temperamentvoll verzauberte das aus elf Musikerinnen sowie einem Kontrabassisten und Bernhard Forck als Konzertmeister bestehende Orchester die Zuhörer.
Doch das sollte erst der Anfang sein: Mit einer Sinfonie von Felix Mendelssohn Bartholdy folgte eine Komposition, die mit ihrem schwungvollen Elan und einer voluminösen Klangfülle einmal mehr unterstrich, dass der Komponist nicht umsonst als Mozart des 19. Jahrhunderts bezeichnet wird.
Natürlich durfte an dem Nachmittag auch die Musik von Wolfgang Amadeus Mozart selbst nicht fehlen. Mit der „Kleinen Nachtmusik“ stand eines der bekanntesten Werke des Ausnahmekomponisten auf dem Programm. Es war eine Freude, dem Spiel des Orchesters zu lauschen. Wie aus einem Guss erklang das Werk, das in der Tradition der Serenadenmusik zu den am meisten gespielten Kompositionen des Maestros gehört.
Begleitet vom Zwitschern der Schwalben und immer wieder damit beschäftigt, die Noten vor Windböen zu sichern, leistete das Orchester Schwerstarbeit. Daran änderten auch die „Fünf Deutschen Tänze mit Coda“ von Franz Schubert nichts, die im Anschluss erklangen. Sie gehören zur gesellschaftlichen Unterhaltungsmusik und sind ein Jugendwerk des Komponisten, das vermutlich für den tänzerischen Hausgebrauch der eigenen Familie gedacht war.
Nach gut 90 Minuten neigte sich das Programm dem Ende. Mit der „Serenata notturna" erklang noch einmal eine Stück von Mozart. Im Programmheft wurde verraten, dass die Komposition einst für den Salzburger Fasching geschrieben wurde. Auf dem Schlosshof unterhalb der Kolonnade entstand Bewegung: Zwei Kesselpauken wurden dort positioniert, die in der Serenade zum Einsatz kommen sollten.
Dann ertönte auch schon die Musik. Furios glitten die Geigenbögen über die Saiten der Violinen, Bratschen und Celli, während zwischendurch die Paukenschlägel im Takt der Musik ihre Arbeit verrichteten.
Bernhard Forck, der Konzertmeister, bedankte sich am Ende, dass das Orchester in Rheinsberg erstmals nach der Corona–Auszeit wieder auftreten durfte. Der Beifall war euphorisch und es gab sogar eine Zugabe zur großen Freude der Konzertgäste.

