Musik
: Ruppiner Band nimmt erste CD auf

Die Ruppiner Band „the men of desert“ nimmt ihre erste CD auf und will mit den Fans in Wuthenow feiern.
Von
Holger Rudolph
Wuthenow
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Planen eigene CD: Heiko Weißenfels, Robert Harder, Esther Githanji und Dirk Becker (von links) mit Entwürfen zum Layout der ersten CD. Der zurzeit erkrankte Andreas Brüssow konnte am Mittwoch nicht dabei sein.

Holger Rudolph

Namentlich in der Wüste zu Hause sind die Musiker Dirk Becker, Heiko Weißenfels, Andreas Brüssow, Robert Harder sowie Sängerin Esther Githanji. Also doch nicht nur musizierende Männer in der Wüste? Das englische „Men“ bedeute ja nicht bloß Männer, sondern auch Leute oder Menschen, erklärt Becker den Namen. Also hatten er und die anderen überhaupt kein Problem, als die aus Kenia stammende und seit sechs Jahren in Deutschland lebende Githanji sich als Sängerin beworben hatte. Schnell überzeugte sie Band und Publikum mit ihrer ausdrucksstarken, soulig–gefühlvollen Stimme.

Begonnen hatte die Bandgeschichte mit einem Konzert von Heiko Weißenfels im Januar 2017 im Neuruppiner Café Hinterhof. Dieser stellte dort Eigenkompositionen vor, zu denen er auch die Texte geschrieben hat. Im Publikum saß Dirk Becker, dessen Nerv die gehörte deutschsprachige Musik vollends traf. Auch Becker komponiert und schreibt seit Jahrzehnten, allerdings meist eher auf Englisch. Gemeinsam hatten sie ein paar Monate später einen ersten Auftritt bei den Fontane–Festspielen. Andreas Brüssow kam im September 2017 dazu. Seit Januar 2018 proben die Bandmitglieder wöchentlich immer mittwochabends in Beckers Scheune, der von Dirk Becker betriebenen Event–Location in Wuthenow. Schlagzeuger Robert Harder ist erst seit einem halben Jahr dabei, weil der vorige Drummer ausgestiegen war. Doch Harder kennt das Metier sehr gut. Zuvor hat er schon bei mehreren anderen Bands getrommelt.

Nun ist Wuthenow nicht unbedingt eine Wüste, liegt das Dorf doch direkt am Ruppiner See. Wie also entstand der einprägsame Name der Band? Heiko Weißenfels beschreibt die Wüste als einen extremen Ort, in dem es tagsüber sehr heiß werden kann, in der Nacht aber Minusgrade im erheblich zweistelligen Bereich möglich sind. Das sei ein total spannendes Bild. Genauso interessant wolle auch die Musik der Gruppe sein. Dirk Becker erklärt, dass die Band „Musik nicht zuletzt für alle Leute macht, die schon viele menschliche Wüsteneien durchschritten haben und immer wieder neue Hoffnung schöpfen durften“. Als Kind sei sein Lieblingsfilm Disneys Klassiker „Die Wüste lebt“ gewesen, der zeigt, dass die anscheinend tote Landschaft voller Tier– und Pflanzenleben steckt, wenn man es nur zu entdecken versteht.

Im April gehen „the men of desert“ für ein verlängertes Wochenende in das Tonstudio „Irsins Sound“ in Brädikow bei Friesack. Robert Harder kennt den Betreiber und ist sich sicher, dass die Band sich bei diesem in guten Händen befindet. Außerdem ist die Anreise kurz. Und schon viele Bands haben dort ihre CDs eingespielt.

„Wasteland“ soll die erste Platte heißen. Auch die neun Titel stehen schon fest. Wenn alles gut geht, wird die CD im Herbst fertig sein. Die Band geht davon aus, dass später besonders bei Konzerten die Nachfrage groß ist. Einige Exemplare wollen die Musiker auch kostenlos zur Promotion vertreiben. Wird die CD ein Renner, dann könnte es später ein spezielles Label geben, unter dem nicht nur die eigene, sondern auch artverwandte Musik vermarktet wird. Doch dieser Traum liege noch deutlich in der Ferne, sagt Becker.

Viel näher ist dagegen Sonnabend, 6. April. Am Abend wird es ab 20 Uhr gegen fünf Euro Eintritt ein großes Konzert in Beckers Scheune in Wuthenow  für alle Fans und solche, die es noch werden wollen, geben. Die beliebten Frühjahrs– und Herbstkonzerte der Band haben schon eine kleine Tradition.

Die Band ist für die fünf Mitglieder eine sehr angenehme Freizeitbeschäftigung. Im „wahren Leben“ beginnt Esther Githanji demnächst eine Ausbildung zur Erzieherin. Dirk Becker ist Sportredakteur, Heiko Weißenfels Projektleiter bei der Wohnungsbaugenossenschaft (WBG), Erwerbsunfähigkeits–Rentner Robert Harder arbeitet ehrenamtlich auf dem Bauspielplatz und Andreas Brüssow ist Elektronik–Fachverkäufer. Aus so unterschiedlichen Bereichen sie auch kommen: Sie alle vereint der Spaß an Musik. Wie groß dieser ist, und dass die Band richtig gut spielt, davon konnte sich der RA  überzeugen.