Nahverkehr
: Einbußen durch Corona bei der ORP

Die Ostprignitz-Ruppiner Personennahverkehrsgesellschaft stellt Antrag für bundesweiten ÖPNV-Rettungsschirm.
Von
Ulrike Gawande
Ostprignitz-Ruppin
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Schnell gehandelt: Um in den Bussen wieder Fahrkarten verkaufen zu können, wurden diese umgerüstet.

Christian Schönberg

Bis zum 30. September haben die Nahverkehrsunternehmen nun Zeit, einen entsprechenden Antrag für die Ausgleichszahlungen zu stellen. „Für die Finanzierung, Durchführung, Überprüfung und Auszahlung der Beihilfen auf Grundlage der Bundesrahmenregelung sind die Länder zuständig“, teilte das Brandenburger Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung mit. Derzeit liefen jedoch noch die finalen Abstimmungen zu der entsprechenden Förderrichtlinie, so Weyrich. Daher könne sie auch noch nicht genau sagen, mit welchen Summen die ORP aus dem Rettungsschirm „Bundesrahmenregelung Beihilfen für den öffentlichen Personennahverkehr“ rechnen kann.

Fahrgeldausfälle, Umrüstung der Busse und Desinfektionsmittel

„Wir sind gerade dabei, die Unterlagen für den Antrag zusammenzustellen, der dann in Abstimmung mit dem Landkreis eingereicht werden soll“, berichtet Babett Weyrich. Sämtliche zusätzlichen Ausgaben, die der ORP vom 1. März bis 30. August wegen der Corona-Pandemie entstanden sind, werden darin aufgelistet. Angefangen bei den Fahrgeldausfällen, über die Umrüstung der Busse mit Spuckschutzvorrichtungen für die Busfahrer, bis hin zu Desinfektionsmitteln. „Wir sind dankbar für die Förderung und werden sie vollumfänglich nutzen“, erklärt Babett Weyrich. Die Fahrgeldausfälle werden jedoch gemeinsam mit dem Verkehrsverbund geltend gemacht.

„Die Verkehrsunternehmen in Brandenburg müssen durch die Corona-Pandemie herbe Einbußen bei ihren Einnahmen hinnehmen. Noch immer nutzen viel weniger Menschen Busse und Bahnen als vor der Krise“, hatte der Brandenburger Verkehrsstaatssekretär Rainer Genilke erklärt. Das bestätigt auch Babett Weyrich. Die ORP sei noch weit von einem normalen Betrieb entfernt. Besonders die Schulschließungen im Frühjahr haben der ORP zu schaffen gemacht. Weyrich hofft, dass die Fahrgastzahlen bis zum Jahresende wieder auf 80 bis 90 Prozent der sonst üblichen Nutzung steigen werden. Aktuell liege die Nutzung im Regionalverkehr in Brandenburg nur bei 70 Prozent, berichtete Genilke.