Nahverkehr: Wenn der Schulbus zu früh abfährt

Die Ostprignitz-Ruppiner Personennahverkehrsgesellschaft musste wegen Bauarbeiten an der L 16 den Fahrplan ändern.
Christian SchönbergDie Linie startet nun eine Viertelstunde früher als sonst in Neuruppin. Für die Schüler, die den Bus dadurch verpassen bedeutet das, dass sie länger warten müssen. Laut dem Leiter der Neuruppiner Niederlassung der ORP, Henri Kmoschek, muss die Linie 15 Minuten früher starten, um die längere Fahrzeit auf der Umleitungsstrecke über Frankendorf nach Gühlen–Glienicke zu kompensieren. Denn dort wartet bereits der Anschlussbus in Richtung Braunsberg. Die Linie 787 indes fährt weiter nach Flecken Zechlin.
Laut Kmoschek wäre es nicht möglich gewesen, die alten Fahrzeiten der Linie 787 beizubehalten und die zusätzliche Fahrzeit zu kompensieren, indem auch die Anschlussbusse eine Viertelstunde später starten. „Wir haben ja auch Anschlüsse in Flecken Zechlin und anderen Orten. Der Aufwand für alle anderen Linien wäre viel zu hoch. Das wäre ein Rattenschwanz ohne Ende“, so der Niederlassungsleiter. Rein theoretisch wäre es zwar möglich gewesen, an den alten Fahrzeiten festzuhalten. Die personelle und technische Ausstattung des öffentlichen Personennahverkehrs lasse dies aber nicht zu.
Sperrung sollte auf Ferien fallen
Die Fahrplanänderungen seien mit Blick auf die Schulzeiten vorgenommen worden. Da die Hauptlast des Schülerverkehrs auf anderen Routen größer ist, war es das geringste Übel, die Fahrzeit für die 787er–Linie anzupassen. „Ich kann den Ärger der betroffenen Kinder und Eltern verstehen. Ich habe selbst Kinder. Aber uns sind da die Hände gebunden“, so Kmoschek. Eigentlich hätte die Straßensperrung auch während der Ferien stattfinden sollen. Aufgrund von Verzögerungen beim Bau fällt sie aber auf die Schulzeit. „Und über die Baustelle können wir nicht rüber.“ Die Betroffenen werden sich also gedulden müssen, bis die L 16 wieder freigegeben ist. Bleibt alles im Plan, sollen die Arbeiten nach acht Wochen abgeschlossen sein.