Mehr Komfort im Saal

"Wer hätte im März schon gedacht, dass es so lange dauern würde", meint Kino-Betriebsleiter Axel Eggeling, für den die nächsten Wochen entscheidend sind. "Ich hatte gehofft, dass wir zu den Sommerferien öffnen können." Doch das war nicht möglich. Und immerhin kann es wenigstens jetzt wieder losgehen. Erstmals können Besucher nun auch im umgebauten Saal 1 Filme schauen. Dort gibt es breitere und bequemere Sitze, eine neue Lichtanlage und insgesamt mehr Komfort. Ganz bewusst soll dem Streaming, das nicht zuletzt durch Corona noch einmal enormen Aufwind erfahren hat, ein exklusives Erlebnis entgegengesetzt werden, das es zu Hause nicht gibt.
Die Einweihung des neuen Saals sollte eigentlich Anfang April mit dem neuen "James Bond"-Film geschehen. Doch dann kam Corona und mit dem Virus eine Filmabsage nach der anderen. Dementsprechend ist Eggeling froh, dass der Nolan-Film, der Action, Science-Fiction- und Spionage-Elemente verknüpft, der erste für den Neustart ist und hoffentlich viele Besucher in die Kinos lockt. "Das ist nicht nur wichtig für uns, sondern für die gesamte Branche", erklärt er. Denn die Filmverleiher würden auf positive Signale aus den Kinos warten, bevor Filme wie auch der neue "James-Bond"-Streifen veröffentlicht werden.

Abstand und Masken

Das Hygienekonzept, das von der Unternehmenszentrale entwickelt und dann von den 15 zur Firma gehörenden Kinos an die örtlichen Gegebenheiten angepasst wurde, sieht einige Sicherheitsvorkehrungen auch für Neuruppin vor. So gilt im Kino wie auch anderswo die Maskenpflicht, allerdings nicht, solange die Zuschauer auf ihren Plätze sitzen. Der eigentlich Filmgenuss ist somit nicht beeinträchtigt. "Die Säle sind klimatisiert, und die Klimaanlage tauscht die Luft auch wirklich aus", berichtet Eggeling. Nur jede zweite Reihe im Kino wird besetzt. Angehörige eines Haushalts können natürlich beieinander sitzen. Zwischen den einzelnen Gruppen müssen aber zwei bis drei Plätze frei bleiben, wodurch die Platzkapazität auf bis zu 30 Prozent sinkt. Die Laufwege zur Toilette und zurück sind voneinander getrennt. Und Kinobesucher müssen sich registrieren. Eine vollständig digitale Lösung gibt es aber nicht. "Wir brauchen eine eigenhändige Unterschrift. Daher ist eine App für uns keine Lösung", sagt  Eggeling. Jedoch können Kinobesucher den Bogen auch herunterladen, zu Hause ausfüllen und vor Ort abgeben.

Buchung auch online

Ohnehin ist es möglich, die Karten schon im Vorfeld online zu buchen. Auch sonst wird eher daran appelliert, bargeldlos zu zahlen. Vor allem aber sollten sich Kinobesucher darauf einstellen, wegen der Registrierung etwas mehr Zeit für den Einlass einzuplanen.
Wer all das beachtet, kann im Kino wieder fast alles wie früher erleben. Doch ganz wie vor der Corona-Zeit ist es nicht. Die 12 Uhr-Vorstellungen an Wochenenden gibt es aktuell noch nicht, ebenso wenig wie Spätvorstellungen. Das liegt auch daran, dass für die Mitarbeiter des Kinos noch Kurzarbeit gilt. Die Reihe "Kino für Kenner" gibt es derzeit ebenfalls noch nicht. Eggeling hofft , dass das im Oktober, spätestens zum Winter der Fall sein wird.
Weitere Informationen zum Programm sowie Tickets auf www.cinemotion-kino.de/neuruppin.