Pandemie
: Die Senioren in OPR wollen sich endlich wieder treffen

Die Kreisseniorenbeauftragte sorgt sich, dass die älteren Menschen in der RegionOstprignitz-Ruppin vereinsamen.
Von
Ulrike Gawande
Ostprignitz-Ruppin
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Gemeinsam Tanzen: So gemütlich wie hier im Haus der Begegnung in Neuruppin, in dem in den vergangenen Jahren beim Kaffeeklatsch auch immer das Tanzbein geschwungen wurde, wird es wegen der Pandemie demnächst nicht werden.

Eckhard Handke

„Es gibt keine einheitliche Regelung“, ärgerte sich die Frau aus Zermitz-Lohm. Sie möchte, dass entsprechende Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit sich auch die älteren Menschen im Kreis wieder regelmäßig begegnen können. Denn wegen der Corona-Krise sei nicht nur die Seniorenwoche mit den vielen Veranstaltungen abgesagt worden, sondern auch Dorffeste, Chorproben, Sportgruppen und andere Treffen würden seit Monaten nicht mehr stattfinden. „Die Senioren brauchen Sozialkontakte“, betonte Sigrid Schumacher, die gemeinsam mit dem Kreisseniorenbeirat deshalb bereits eine Telefonaktion ins Leben gerufen hat, um den älteren Menschen als Gesprächspartner zur Verfügung zu stehen (wir berichteten). Da besonders die älteren Senioren oft keine Nutzer von Internet oder Smartphones seien, bestünde die Gefahr, dass sie vereinsamen. Zumal auch Besuche von Familien wegen der Pandemie seltener stattfinden.

Hygienekonzept für Dorfgemeinschaftshäuser

„Wann und unter welchen Bedingungen können die Dorfgemeinschaftshäuser wieder öffnen?“, wollte Sigrid Schumacher wissen. „Ich kann den Wunsch, sich treffen zu wollen, nachvollziehen“, antwortete ihr der Landrat. „Ich bin dafür, in diesem Bereich das soziale Miteinander zu ermöglichen.“ Zugleich verwies er auf die aktuell geltende Umgangsverordnung, über die auch Veranstaltungen geregelt werden. „Draußen ist viel möglich, da gibt es die größten Chancen.“ Um die Dorfgemeinschaftshäuser wieder zu öffnen, werde ein Hygienekonzept benötigt, das dem Gesundheitsamt vorgelegt werden muss. „Ich möchte ihnen die Angst nehmen. Das müssen keine 100 Seiten sein, da kann auch eine Seite reichen“, erklärte er. Wichtig sei, dass in diesem Konzept dargelegt sei, wer und wann die Räume nutzen will, wie Abstände realisiert werden können und wie die Räume gereinigt werden.

Verantwortlich für ein solches Hygienekonzept sei der Träger der Einrichtung oder auch die Gemeinde als Eigentümer der Dorfgemeinschaftshäuser. Zudem müssen die jeweiligen Nutzer einen entsprechenden Plan vorlegen. „Wir werden mit solchen Konzepten noch lange arbeiten müssen“, so der Landrat. „Ich befürchte, dass wird sich bis ins nächste Jahr hineinziehen.“

Hoffnung auf Lösung für Senioren

Doch er machte Sigrid Schumacher Hoffnung, dass es eine Lösung für die Senioren geben wird: „Ich denke, wir finden einen guten Dialog.“ Zugleich sicherte er ihr zu, dass er das Thema in der nächsten Telefonkonferenz am Freitag mit den Bürgermeistern und Amtsdirektoren ansprechen werde. Denn ihm sei bewusst, dass solche Konzepte, die nicht nur für die Kitas und Schulen zu erstellen waren, zusätzliche Arbeit für die Städte und Gemeinden bedeuten. Da sämtliche Räumlichkeiten unterschiedlich seien, könne auch keine Musterregelung erstellt werden. „Das Gesundheitsamt gibt aber sicher Hinweise“, hoffte er.

Reinhardt lobte zugleich die Senioren, dass sie zu den Diszipliniertesten im Kreis gehören, die sich nicht nur selbst an die Corona-Regeln halten, sondern auch andere zur Einhaltung ermahnen.  Denn die Corona-Krise sei noch nicht vorbei, so der Landrat. „Die Risikobereitschaft der Menschen nimmt zu.“ Er mahnte deshalb eindringlich – zum Eigenschutz und zum Schutz von anderen –, sich an Abstands- und Hygieneregeln zu halten.

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