Personalmangel
: Neuruppins Feuerwehr braucht Verstärkung

Neuruppins Brandbekämpfer bewiesen beim Tag der offenen Tür Einsatzstärke. Künftig brauchen sie noch mehr fest angestellte Wehrleute.
Von
Holger Rudolph
Neuruppin
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Das Zusammenspiel klappte: Die jungen Brandbekämpfer zeigten, was sie können.

Holger Rudolph

Mit Vorführungen aus dem Bereich technische Hilfeleistung bei Unfällen, simulierten Einsätzen der Jugendwehr sowie einer Feuerwehrmoden– und Fahrzeugschau der zurückliegenden Jahrzehnte unterhielten die Wehrleute das Publikum. Wenn sich danach nur ein paar Kinder mehr als zuvor für die Arbeit in der Wehr interessierten, wäre schon von einem Erfolg zu sprechen, schätzte Hohenwald ein. Die Jugendwehr der Hauptwache sei zwar mit derzeit 35 Mitgliedern personell nicht schlecht aufgestellt. Doch es dürften sehr gern noch mehr werden. Er selbst hatte einst über die Jugendwehr zur aktiven Feuerwehr gefunden: „Von den zehn Jugendlichen, die Ende 1995 in die aktive Wehr übernommen wurden, bin nur noch ich übriggeblieben.“

Mehr  Hauptamtliche

Derzeit gibt es im Bereich der Hauptwache 80 aktive Wehrleute. Immer mehr setze die Kommune auch auf Berufsfeuerwehrleute. Waren es in den 1990er–Jahren ganze sechs bei der Stadt im Mittleren feuerwehrtechnischen Dienst beschäftigte Brandbekämpfer, so sind es aktuell 16. Jährlich bildet die Stadt ein bis zwei neue Wehrleute aus. Eine der beiden Stellen, für welche die einjährige Ausbildung im Herbst beginnt, konnte bisher noch nicht besetzt werden. Carsten Brüggemann ist einer der hauptamtlichen Neuruppiner Brandbekämpfer. Im Februar hat er die Ausbildung abgeschlossen und ist zufrieden mit seiner Berufswahl. Der praktische Teil fand in Neuruppin statt, die Theorie an der Landes–Feuerwehrschule in Eisenhüttenstadt. Interessenten dürfen zum Beginn der Ausbildung höchstens 35 Jahre alt sein. Körperliche und geistige Fitness wird ebenfalls vorausgesetzt und ist in Tests zu belegen. Ideal wären jährlich zwei neue Berufs–Wehrleute. Doch die Anzahl fähiger Bewerber ist nach Einschätzung von Hohenwald und Lehmann gering.

Mit Bürgermeister Jens–Peter Golde (Pro Ruppin) habe die Feuerwehr einen sehr guten Unterstützer, lobte Hohenwald. Angesichts zunehmender Einsatzzahlen bei gleichbleibender Anzahl der Ehrenamtler, müsse der Anteil hauptamtlicher Wehrleute weiter aufgestockt werden. Golde unterstütze dieses Vorhaben. Auch habe die Stadt erkannt, dass dringend eine neue Hauptwache gebraucht wird, sagte der stellvertretende Zugführer André Lehmann. Allerdings werde es nach jüngsten Einschätzungen wohl noch einige Zeit dauern, bis in der Nähe des Bahnhofs Neuruppin–West eine neue, großzügig geschnittene Wache das historische Domizil an der Schinkelstraße ablösen kann. Die Stadtkasse lasse eine derart hohe Ausgabe derzeit nicht zu. Die Zusammenarbeit mit der Kommune laufe sehr gut, schätzten Hohenwald und Lehmann ein. Manchmal gerate die Stadt ganz zu Unrecht in die Schlagzeilen, wie jüngst, als Feuerwehr–Aufwandsentschädigungen deutlich verspätet ausgezahlt wurden. Mehrere Zugführer hätten die nötigen Zahlen zu spät an die Kommune gemeldet.

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