Ruppiner Kliniken
: Gewerkschaft fordert Tarif-Gehalt für Azubis

Von den derzeit an den Ruppiner Kliniken laufenden Tarifverhandlungen sollen nicht nur die angestellten Mitarbeiter profitieren.
Von
Siegmar Trenkler
Neuruppin
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An der dritten Pausenaktion, die begleitend zu den aktuell laufenden Tarifverhandlungen an den Ruppiner Kliniken stattfindet, nahmen am Montag auch Azubis teil. Vor allem die angehenden Physiotherapeuten hoffen auf ein Tarifgehalt, das ihnen ver.di-Verhandlungsführer Ivo Garbe (rechts) in Aussicht stellte.

MOZ/Siegmar Trenkler

Montag war der mittlerweile dritte Verhandlungstag im Tarifstreit zwischen der Geschäftsleitung und der Gewerkschaft ver.di, der seit Anfang Dezember läuft. Mehr als 1 000 Beschäftigte der Kliniken und der Ostprignitz-Ruppiner Gesundheitsdienste GmbH sollen durch die Verhandlungen künftig höhere Löhne bekommen. Dazu gehören unter anderem die Anpassung der Gehälter ans West-Niveau, eine Angleichung an die Struktur des Tarifvertrags des öffentlichen Dienstes und eine Jahres­sonderzahlung.

Das in der jüngsten Verhandlungsrunde vorgelegte Angebot der Arbeitgeber sei vollkommen unzureichend, kritisierte Garbe. Besonders strittig sei aktuell die Eingruppierung. „Wir fordern klare, transparente und gerechte Regeln, die für alle gelten und die nicht nur nach ökonomischen Kriterien erfolgen“, so Verhandlungsführer Garbe.

Als besonderen Erfolg wertete er, dass inzwischen auch viele Auszubildende für ihre Interessen eintreten. So sei es gelungen, ein Mitglied der Jugend- und Auszubildendenvertretung mit an den Verhandlungstisch zu bekommen. Diese vertritt die Interessen von rund 180 Azubis an den Kliniken. Aus diesem Grund gibt es inzwischen eine weitere Forderung an die Arbeitgeber, die im Dezember noch nicht  zur Debatte stand: So sollen die 55 Physiotherapeuten-Auszubildenden ebenfalls ein Tarifgehalt bekommen. „Sie haben bisher gar keine Vergütung erhalten“, begründete Garbe die Notwendigkeit dafür. Er gab sich am Montag zuversichtlich, dass sie nach dem Abschluss der Verhandlungen im ersten Lehrjahr knapp 1 000 Euro erhalten werden, knapp 1 100 im zweiten und etwa 1 200 Euro im dritten Lehrjahr.

Indes ist der ursprüngliche Zeitrahmen für die Verhandlungen erweitert worden. Diese sollten eigentlich am 11. März beendet sein. Nun wird es laut Garbe einen zusätzlichen Termin am 15. April geben. Zuerst werden die Arbeitgeber aber im März ihr neues Angebot vorstellen. Je nachdem, wie dieses ausfällt, werde entschieden, wie weiter vorgegangen wird, erklärte Verhandlungsführer Garbe.