Anlage aus dem Jahr 1755
Fehrbellins Kämmerin Svenja Mohaupt begrüßte die mehr als 100 Besucher: "Ich bin glücklich, heute mit Ihnen gemeinsam die Übergabe des Parks feiern zu dürfen." Die Anlage stamme aus dem Jahr 1755, sei allerdings zuerst eher ein großer Garten als ein gestalteter Landschaftspark gewesen. Der heute als Denkmal eingestufte Park im eigentlichen Sinn sei erst 1823 entstanden. Bereits vor zehn Jahren hätten die Protzener erste Aufrufe zur Sanierung gestartet, erinnerte Mohaupt. Auch die Hartnäckigkeit der im Laufe der Jahre wechselnden Ortsbeiräte habe dazu geführt, dass die Verwaltung in Fehrbellin den großen Wunsch der Protzener zu keiner Zeit aus den Augen verloren habe. Der Park mit seinem alten Baumbestand und vielen neu hinzugekommenen Pflanzen werde nicht nur für die Einheimischen ein Ort der Erholung sein. Auf dem Pilgerweg zwischen Berlin und Bad Wilsnack würden auch viele Ruhe und Besinnung suchende Menschen im Protzener Park Station machen.
218 000 Euro Fördermittel
Insgesamt hat die Planung und  Sanierung durch eine Landschaftsarchitektin und Fachbetriebe 253 000 Euro gekostet. 86 Prozent davon, also 218 000 Euro, sind Fördermittel aus dem Leader-Programm zur ländlichen Entwicklung. Bei der verantwortlichen Architektin sei der Park in sehr guten Händen gewesen, freute sich Mohaupt. Dass die bestellten Sitzbänke noch nicht aufgestellt werden konnten, liege an Lieferschwierigkeiten beim beauftragten Unternehmen. Doch demnächst sollen auch die Sitzgelegenheiten stehen. Mohaupt forderte die Besucher auf, das Ereignis ordentlich zu feiern. Sei doch der Park ein großer Gewinn für das Dorf.
Ortsvorsteher Dieter Sarnow (Die Linke) war ebenfalls hocherfreut. Er atmete tief durch und stellte erleichtert fest: "Da sieht man es wieder einmal. Was lange währt, wird endlich gut." Nun besitze Protzen nicht nur ein wunderschönes Gutshaus als Gemeindezentrum, sondern auch einen Park, der einfach dazugehöre. Architektin und Baubetriebe hätten sehr gute Arbeit geleistet. Dann holte Sarnow etwas aus, um entscheidende Schritte auf dem Weg zum Ziel zu beschreiben. 2015 habe sich Protzen beim Stadt-Umland-Wettbewerb der Europäischen Union und des Landes Brandenburg um Fördermittel beworben. Als dann die Fördermittel im Sommer 2017 tatsächlich bewilligt wurden, sei dies für ihn "wie Weihnachten und Ostern an einem Tag gewesen", sagte Sarnow erfreut lächelnd.
Sein ausdrückliches Lob erhielten auch die jeweils 30 bis 60 Protzener, die sich an den insgesamt drei Arbeitseinsätzen beim Beseitigen von Totholz und Freilegen der historischen Sichtachsen beteiligt hatten. Auch die Denkmalschützer und Fehrbellins nun scheidende langjährige Bürgermeisterin Ute Behnicke (parteilos) hätten die Umgestaltung des Parks stets sehr gut begleitet.
Geld reichte nicht für den Teich
Etwas Negatives musste Dieter Sarnow nach dem vielen Lob dann doch noch loswerden. Das Geld habe am Ende nicht für die Sanierung des Teiches gereicht. Erst spät habe sich herausgestellt, dass der vor einer Renaturierung zu entfernende Schlamm sehr teuer als Sondermüll entsorgt werden müsste. Dies soll nun zu einem späteren Zeitpunkt geschehen.
Mit Freibier und Wildschweinbraten feierten die Protzener und ihre Gäste noch bis in den Abend hinein, nachdem sie durch den Park spaziert waren.

Infokasten


Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf.

Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf. Und am Ende steht ein Kürzel. kürzel