Stadler in Hennigsdorf
: Zughersteller baut neuen Standort – das sind die Pläne

Stadler wird mit Velten in Verbindung gebracht. Nun investiert der Schienenfahrzeug-Hersteller in einen neuen Standort in Hennigsdorf. Was geplant ist und wie hoch die Investitionen sind.
Von
Sophie Brachvogel-Lüttke
Hennigsdorf
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Die Zukunft im Blick: Diese Visualisierung zeigt den neuen Standort von Stadler in Hennigsdorf, der bis zum Jahr 2027 fertig sein soll. Welche Summe wird investiert und wie viele neue Mitarbeiter sollen eingestellt werden?

Stadler Deutschland GmbH

Der Schienenfahrzeughersteller Stadler investiert im Landkreis Oberhavel weiter. In Velten betreibt das Unternehmen aus der Schweiz sein Servicezentrum. Nun entsteht wenige Kilometer weiter ein neues Inbetriebsetzungszentrum. Die Pläne für den Standort in Hennigsdorf wurden am 4. März 2024 bekannt. Welche Summe investiert der Konzern, was ändert sich am Standort Velten und wie viele neue Mitarbeiter werden eingestellt?

In Hennigsdorf hat Stadler ein rund 46.000 Quadratmeter großes Grundstück erworben. Dort werden in Zukunft die Züge getestet und in Betrieb genommen, die im Werk in Berlin-Pankow produziert werden.

Das passiert in Hennigsdorf

„Im Zeitraum von 2024 bis voraussichtlich 2027 werden am Standort Hennigsdorf die Bestandshallen saniert, erweitert und ein neues Zentrum für Kundenabnahmen errichtet“, erklärt Julia Bülow, Leiterin für Kommunikation und Marketing bei Stadler. Zukünftig wolle das Unternehmen dort 128 Mitarbeitende beschäftigen.

Die Investitionen in den neuen Standort in Hennigsdorf umfassen bis zu 40 Millionen Euro. Insgesamt plane das Unternehmen 1314 Hallengleismeter mit einer neuen und modernen Infrastruktur, die Kran- und Grubenanlagen sowie feste Dacharbeitsstände umfasse.

Für dynamische Tests werde im Außenbereich eine 744 Meter lange Gleisanlage entstehen, die neben Oberleitungsanlagen für Regionalzüge auch über Stromschienen für U- und S-Bahnen verfügen werde. Die elektrische Versorgung des Hochspannungsbereichs im neuen Kundenzentrum, sowie der dynamischen Prüfgleise im Außenbereich erfolge durch eine eigene, hochmoderne Mehrspannungsversorgungsanlage.

Standort Velten an Kapazitätsgrenze

„Stadler ist der Metropolregion Berlin-Brandenburg bereits heute mit mehreren Standorten fest verbunden“, sagt Jure Mikolčić, CEO von Stadler in Deutschland. „Unser Inbetriebsetzungszentrum in Velten stößt mittlerweile an seine Kapazitätsgrenzen. Aus diesem Grund haben wir uns dazu entschieden, Hennigsdorf als Standort zu etablieren und dort unser neues Inbetriebsetzungszentrum mit moderner Infrastruktur anzusiedeln.“

Thomas Günther, Bürgermeister von Hennigsdorf, sieht die Unternehmens-Erweiterung in Hennigsdorf positiv. „Ich freue mich, dass es gelungen ist, Stadler, als Produzenten von S-, U- und Straßenbahnen sowie Regionalzügen an Hennigsdorf zu binden.“ Mit der Nähe zur Hauptstadt, zum Fertigungsstandort in Berlin-Pankow und den guten Anbindungen würden Stadler optimale Voraussetzungen geboten.

Bei der Inbetriebsetzung werden die Funktionen der Züge im Stand und während der Fahrt geprüft, bevor die Fahrzeuge an den Kunden übergeben werden. Die Berliner Verkehrsbetriebe etwa haben neue U-Bahnen bei Stadler bestellt.

„Unser Cluster Metall und Schiene – eines von drei großen wirtschaftlichen Standbeinen in Hennigsdorf – wird so kräftig gestärkt“, so der Bürgermeister weiter. Davon würden alle profitieren. „Neben neuen Arbeitsplätzen stärken wir den Schienenfahrzeugbau und damit auch den regionalen Wirtschaftsstandort.“

Baubeginn für 2024 geplant

„Noch in diesem Jahr sollen der Baubeginn der neuen Anlage und die Sanierung der Bestandsgebäude erfolgen“, so Julia Bülow von der Unternehmenskommunikation. Derzeit werde geprüft, welche Bauvorbereitungs-Maßnahmen erfolgen müssen.

Die Inbetriebsetzung umfasse alle notwendigen Tätigkeiten, um ein fertig montiertes Schienenfahrzeug in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen. So würden beispielsweise die relevanten Funktionen der Züge hard- und softwareseitig im Stand und während der Fahrt geprüft, um die Fahrzeuge dann an den Kunden übergeben zu können. „Am bisherigen Inbetriebsetzungsstandort in Velten werden künftig Arbeiten der Service Division von Deutschland wie Modernisierungen, Revisionen und Unfallreparaturen durchgeführt“, so Julia Bülow abschließend.

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