Stimmung: Ein Stückchen Bayern beim Erntefest der Dörfer in Radensleben
Umzug durch den Ort
Den Auftakt bildete der Umzug der geschmückten Wagen, der wohl bei keinem Erntefest fehlen darf. Mit 10 Uhr hatten sich die Veranstalter für eine ungewöhnlich frühe Tageszeit entschieden. Trotzdem standen etliche Einwohner und Gäste am Straßenrand, um sich den Zug anzuschauen. Vom Kleinkind bis zu hochbetagten Ruheständlern reichte die Bandbreite der Zuschauer.
18 geschmückte Wagen
Und dann kamen sie. Allen voran ein Polizeiwagen, danach 18 mit Feld- und Gartenfrüchten, Girlanden oder Getreidebunden geschmückte Fahrzeuge. Bei den meisten davon handelte es sich um Traktoren mit Anhängern. Doch auch mehrere Lkw und eine Reiterin mit Pferd sowie ein paar zur DDR-Zeit gebaute Pkw-Oldtimer nahmen teil. Die Ortsteile Nietwerder und Karwe machten mit großen Namenstafeln auf ihre Beiträge zum Zug aufmerksam. Präsent war auch die Jugendfeuerwehr. Strahlende Gesichter auf den Wagen. Das Herabwinken der teils in alter Tracht gekleideten Frauen, Männer und Kinder wurde vom Publikum erwidert. Doch es gab auch etwas enttäuschte Gesichter bei den Zuschauern. Mehr habe man sich vorgestellt. Das sei doch ein eher knapper Umzug gewesen. Tatsächlich hatte es beim Erntefest der Dörfer in den Jahren zuvor schon deutlich mehr geschmückte Wagen gegeben.
Kleiner Höhepunkt im Jahr
André Ballast aus Nietwerder, der auch Stadtverordneter (Pro Ruppin) ist, freute sich trotz alledem: „Das Fest ist immer ein kleiner Höhepunkt im Jahr. Die Dörfer strengen sich an und putzen den Ortsteil, der dran ist, ein bisschen heraus. Allerdings hätte die Zusammenarbeit untereinander diesmal besser sein können.“
Auch Neuruppins stellvertretende Bürgermeisterin Daniela Kuzu war mit der ganzen Familie nach Radensleben gekommen. Sie lobte: „Traditionelle Erntefeste gehören zum Landleben. Es ist schön, dass es das Fest der Dörfer als gemeinschaftliches Ereignis der Ortsteile gibt. Die Stadt Neuruppin hat es diesmal mit 10000 Euro unterstützt.“
Lederhose und Trachtenhemd
Radenslebens Ortsvorsteher Hardy Richter (BVB/Freie Wähler) kam in Lederhosen und Trachtenhemd. Dass das Fest erstmals Wiesn heißt, liege daran, dass es zum Beginn des Münchner Oktoberfestes, der Wiesn schlechthin, stattfindet und man mal etwas anderes habe machen wollen. Um dem Motto treu zu bleiben, fanden am Nachmittag urige Spaß-Wettbewerbe statt, wie sie auch auf so manches bayrische Volksfest passen würden. Maßkrug-Schieben und Wettnageln gehörten zu den Disziplinen. Die Zusammenarbeit unter den Ortsteilen bei der Vorbereitung hätte allerdings besser sein können, fand auch Richter. Er lobte das Geld von der Stadt.
Tanz unter der Erntekrone
Ein klein wenig enttäuscht angesichts des nicht besonders großen Zuges war auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Sebastian Steineke. Das Fest an sich sei aber eine sehr gute ausbaufähige Sache.
Bis in den Abend hinein vergnügten sich die Feiernden. Das Programm auf der Bühne sorgte ebenso für Stimmung wie das Schaubacken im historischen Ofen und schließlich der Tanz unter der Erntekrone.
Infokasten
Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf.
Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf. Und am Ende steht ein Kürzel.⇥kürzel


