Freundlich und nicht überdreht
"Leroy ist keine kleine Nummer, sondern eine ganz schön große. Er ist gesanglich sehr gut, authentisch, freundlich und nicht überdreht", sagt Hans Bröge. Der Musiklehrer an der Jugendkunstschule betreut die Band Joker, bei der Leroy am Mikrofon steht. Sie hatte zuletzt als Sieger beim Fontane-Songcontest auf sich aufmerksam gemacht.
"Ich singe schon immer gerne", sagt Leroy. Woher er dieses Talent hat, weiß er nicht. "Mein Vater singt zwar viel, aber nicht gut", meint der Junior – auch wenn Vater Kay das etwas anders sieht. Seine große Leidenschaft ist Musik aus Disneyfilmen. "Aber auch Ariana Grande inspiriert mich", sagt der 13-Jährige über die Sängerin aus den USA.
Einmal bei der berühmten Casting-Show im Fernsehen mitzumachen, sei schon immer sein großer Traum gewesen. Als Leroy im vergangenen Jahr eine Folge der Sendung verfolgte und in dieser Kinder aufgefordert wurden, sich zu bewerben, zögerte der 13-Jährige nicht lange. "Ich habe gesagt: Ich mache das jetzt", so der Fontane-Schüler. Diese Idee hatten aber auch gut 6 000 andere Kinder.
Ein paar Wochen später kam die Einladung zum Vor-Casting in Berlin, bei dem er wie nur noch 40 andere bereits vor einer Jury singen musste – auch Songs, die er bis dahin nicht kannte, sondern die von Gesangslehrern ausgesucht worden waren. Während die Kinder gut betreut und beschäftigt gewesen seien, mussten die Eltern gespannt warten – stundenlang. "Für uns war das richtig anstrengend", so Kay Erxleben, der aber positiv überrascht davon war, wie viel Personal sich dort um das Wohl der Kinder kümmerte.
Keinen Favorit in der Jury
Die Mühe lohnte sich aber für die Neuruppiner. Im November, mitten im Gesangsunterunterricht, wurde Leroy von seinen Eltern und seiner Cousine mit der Einladung in die Fernsehshow zu den so genannten "Blind Auditions" überrascht. Dabei sieht die Jury, die diesmal aus Sänger Sasha, Eurovision-Contest-Gewinnerin Lena Meyer-Landrut, den Rappern "Deine Freunde" und Sänger Max Giesinger besteht, die Kandidaten nicht. Denn sie sitzen mit dem Rücken zur Bühne. Nur wenn ihnen der Beitrag gefällt, drehen sie sich um. Womit der Kandidat nicht nur eine Runde weiter ist, sondern auch mit einem Star proben darf.
"Als die große Tür zur Bühne aufging, war das echt krass und ich war mega aufgeregt", berichtet Leroy. Einen Lieblings-Star hat er in der Jury nicht. "Ich finde die alle ganz cool", sagt er. Mit welchem Titel er auftrat, mag er nicht verraten. Und, ob sich jemand in der Jury für ihn umgedreht hat, ist auch noch ein Geheimnis – zumindest bis zum kommenden Sonntagabend.