Tiernachwuchs
: Nachfrage nach Haflingern zieht an

Bei der Haflingerzucht in Gnewikow wurden jetzt drei Fohlen geboren, weitere werden erwartet.
Von
Brian Kehnscherper
Gnewikow
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Freuen sich über viele niedliche Fohlen: Manja und Rüdiger Kollan aus Gnewikow.

Brian Kehnscherper

Seit 1992 züchten die Pferdefreude Haflinger — als Hobby. Große Gewinne machen sie damit nicht. „Wir sind froh, wenn wir die Kosten wieder einfahren“, so Rüdiger Kollan. Deshalb gehen beide arbeiten. Er ist im Jugenddorf angestellt, sie arbeitet bei einem großen Vollsortimenter in Neuruppin. Vor und nach der Arbeit widmen sie täglich je zwei Stunden ihren Pferden. Am Wochenende bieten sie zudem Kremserfahrten für verschiedene Anlässe an: Geburtstage, Hochzeiten, Firmenausflüge.

Neben den Fohlen haben die Kollans acht Zuchtstuten. Das besondere an Haflingern sei der gutmütige Charakter der Tiere. Deshalb eignen sie sich für Freizeitreiter. Zudem sind sie sehr vielseitig. „Sie können vor einen Wagen gespannt aber auch geritten werden“, sagt Rüdiger Kollan. Denn Haflinger wurden aufgrund ihres kräftigen Körperbaus  eigentlich als Zugtiere genutzt.  "Ursprünglich waren sie stämmiger und hatten nicht diese Rittigkeit“, so Kollan. Im Laufe der Jahre wurden sie aber so gezüchtet, dass ihr Körperbau etwas schmaler wurde. Auch die durchschnittliche Schulterhöhe stieg an. Vor noch zwanzig Jahren betrug sie meist nicht mehr als 140 Zentimeter. Heute sind es 150 bis 152 Zentimeter.

Manja und Rüdiger Kollan kreuzen ihre Stuten nur mit reinen Haflingern. Die Tiere sind mit ihrem rotbraunen Fell und der weißen Mähne, die nicht getrimmt wird, leicht zu erkennen. Das Besondere auf dem Hof in Gnewikow ist, dass die Tiere im Herdenverbund aufwachsen. Sie werden nicht in Stallboxen untergebracht, sondern haben eine 60 Meter lange Halle zur Verfügung.  "Sie wachsen im Herdenverbund auf. Da ist das soziale Gefüge anders“, sagt Manja Kollan stolz.

Das tolle Wetter Anfang der Woche nutzten die beiden Züchter, um ihre Tiere länger auf die Koppel zu lassen. Die drei Fohlen tollen ausgelassen mit den Stuten über die Fläche. Das Älteste von ihnen ist am 13. Februar zur Welt gekommen, das Jüngste am 19. März. Die Kollans erwarten noch weitere Jungtiere. Alle acht Stuten fohlen in diesem Jahr.  Eine Stute ist elf Monate lang tragend. Nach neun Tagen wird sie wieder rossig und könnte theoretisch wieder gedeckt werden.  "Es ist von der Natur so eingerichtet, dass sie jedes Jahr tragend sein können“, so Rüdiger Kollan. Für die Züchter ist das gut. „Die Nachfrage nach Haflingern ist wieder gestiegen“, sagt Rüdiger Kollan. Denn neben dem gutmütigen Charakter zeichnet die Pferdegattung aus, dass sie recht anspruchslos ist. Weil sie ursprünglich auf kleinen Bergbauernhöfen gezüchtet worden sind, fand eine Auslese zugunsten der Genügsamkeit statt. So brauchen sie kein besonderes Futter.

Im vergangenen Jahr stellten die Kollans vier Jungtiere bei der Fohlenschau vor. Alle wurden als Premienfohlen ausgezeichnet, zwei wurden fürs Championat nominiert. Trotz all der Arbeit, die sie mit ihren Tieren haben, genießen die zwei Pferdefreunde  ihr Hobby. „An die Zeit, die man investiert, darf man nicht denken. Es ist Idealismus. Manchmal stehen wir hier einfach auf der Koppel und gucken den Tieren zu. Das entschleunigt sehr.“