Tierpark in Kunsterspring: Warum sich der Besuch am Vormittag besonders lohnt

Täglich außer freitags werden im Tierpark Kunsterspring bei Neuruppin Waschbären und andere Tiere gefüttert. Tierpflegerin Kerstin Wielsch erläutert dabei die Besonderheiten der tierischen Bewohner.
Burkhard Keeve- Tierpark Kunsterspring zeigt 400 Tiere aus 75 heimischen Arten in natürlicher Umgebung.
- Tägliche Fütterungen, z. B. von Ottern und Waschbären, bieten spannende Einblicke.
- Besucher erleben Mischwälder, Feuchtgebiete und seltene Pflanzen – ideal für Naturfans.
- Hauptattraktion: Wolfsfütterung durch Tierpark-Leiter – langjährige Expertise spürbar.
- Öffnungszeiten: April–Sept. 9–19 Uhr, Okt.–März 9–17 Uhr; Eintritt ab 2,50 Euro.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Tierpark Kunsterspring in Neuruppin ist mit seinen heimischen Tieren, verschlungenen Pfaden und zahlreichen Rückzugsorten ein einzigartiges Ausflugsziel. Wolf, Otter und Frettchen leben in dem weitläufig angelegten Park friedlich getrennt zusammen. Auch das macht den Reiz aus, den dieses herrlich in die Ruppiner Schweiz geformte Gelände auf ganz natürliche Weise bietet. Das Versteckte, das entdeckt werden will.
400 Tiere aus 75 Arten leben im Tierpark Kunsterspring. Nicht alle sind so einfach zu finden wie die gelben Kanarienvögel, die Kornnatter im Terrarium oder Gecko Alfred. Der hat nicht immer Lust auf Heuschreckenjagd. Er lümmelt sich lieber, halb versteckt hinter einem Stück Holz, in seinem Glashaus im etwas versteckt liegenden Terrarium.
Fütterung im Tierpark Kunsterspring – ein Erlebnis für Besucher
Der Besucher wird hierbei durch eine besondere Landschaft geleitet, mit verschlungenen, aber gut ausgeschilderten Wegen, teils anstrengenden Anstiegen. Tipp: festes Schuhwerk anziehen. Auch im Sommer verursacht der Besuch keinen Hitzestress, denn das waldreiche Tierparkgelände bietet ausreichend Schatten und Bänke zum Verschnaufen.
Es lohnt sich sowieso, sich Zeit zu lassen, stehenzubleiben und zu schauen. Geboten werden nicht nur Mischwälder mit riesigen Bäumen, inklusive eines Urweltmammutbaumes, sondern viele verschiedene Spielarten der Flora über Tümpellandschaften, Teiche, Bäche und andere Feuchtgebiete, bis hin zu staubigen Böden und von Wildschweinen zerwühltem Waldboden. Die tierischen Bewohner tummeln sich ganz natürlich darin herum.

Wer guckt denn da. Otter Karl-Otti vom Tierpark Kunsterspring Neuruppin lässt sich sonst selten blicken. Aber zur Fütterungszeit fällt seine Scheu ab.
Burkhard KeeveDer Tierpark Kunsterspring zeigt das Artenspektrum der heimischen Tierwelt. Wer Exoten wie Tiger, Löwen und Pinguine sehen will, muss zum Zoo nach Eberswalde fahren. Entspannter geht es aber in Kunsterspring zu. Knapp 65.000 Gäste zählt der Tierpark jedes Jahr. Das verkraftet der Tierpark mit seinen 16 Hektar locker.
Tierpark in Kunsterspring – warum sich ein früher Besuch lohnt
Tipp: Nicht nur Zeit lassen, sondern schon am Vormittag den Tierparkbesuch einplanen. Denn ab 11 Uhr werden Fischotter und Co. gefüttert. Effekt: Scheue Tiere werden mutig. Schon eine Weile vorher tigern die Frettchen, die Waschbären, der Fischotter und die Steinmarder in ihren Gehegen aufgeregt herum. Wissen diese doch, dass es gleich etwas zu fressen gibt.
So lassen sich die beiden Otter Karl-Otti und Pauline im fließenden Bach dabei zuschauen, wie sie tote Hühnerküken und Fisch verschlingen, die ihnen von Tierpflegerin Kerstin Wielsch gereicht werden.
Auch die drei Frettchenbrüder, die Crash und Eddie aus dem Film „Ice Age“ wie aus dem Gesicht geschnitten sind und genauso frech aussehen, wuseln in ihrem Gehege vor der Fütterung herum. Sehr zur Freude von einigen Schnappschuss-Liebhabern machen sie sogar Männchen, weil sie denken, jetzt gibt’s Futter.
Das und eine Portion Erkenntnis bringt ihnen schließlich Tierpflegerin Wielsch. Frettchen sind keine Wildtiere, sondern Haustiere. „Das ist wie mit den Hunden, da ist auch nur noch minimal Wolf drin“, erläutert Kerstin Wielsch. Frettchen, eine Marderart, wurden eigens für den Hochadel vergangener Epochen für die Jagd gezüchtet. Die Frettchen wurden in Bauten von Kaninchen gelassen, um diese nach draußen zu jagen.
Anders als bei den frechen Frettchen geht die Tierpflegerin dann mit Futter direkt ins Gehege der Waschbären. Gleich wird sie umringt. Alle drei Waschbären wollen zuerst etwas haben. Doch die Tierpflegerin stopft das Futter in eine Holzkiste mit Löchern. Geschickt greifen die Tiere sofort hinein und holen sich ihr Fressen. Gewaschen wird nichts, nur gefressen.
Dabei beantwortet Kerstin Wielsch Fragen der Besucher zu den Waschbären. Zum Beispiel, dass die putzigen Tiere, die gerade die Kiste plündern, ursprünglich aus Amerika stammen und nicht in diese Region gehören. Hier richten sie in den heimischen Wäldern als Nesträuber viele Schäden an.
Im Tierpark Kunsterspring gibt es reichlich Nachwuchs
Eine der Hauptattraktionen ist die tägliche Wolfsfütterung. Das ist Chefsache. Peter Mancke ist Tierpark-Leiter und Wolf-Versteher in einer Person. Seit 1981 begleitet er die Wechselfälle des Tierparks, seit 1988 ist er dessen Chef. Die Wölfe und er sind zusammen alt geworden. Zwei der Wölfe sind im Mai 13 Jahre alt geworden und die drei anderen, alles Brüder, sind nicht viel jünger. Sie sind von klein auf an Menschen gewöhnt. „Vielleicht gibt es in den nächsten Jahren neue Wölfe“, sagt Mancke.
Nachwuchs gibt es aber reichlich im Tierpark. Zum Beispiel beim Damwild, den Mufflons oder den Ziegen. Hier dürfen Besucher auf Tuchfühlung gehen, sie streicheln und füttern, wenn man sich traut. Im Damwildgehege ist der Futterneid groß. Da muss man sich zu wehren wissen. Bei den Schwarzstörchen hat der Nachwuchs in diesem Jahr nicht überlebt. „Wahrscheinlich war es einfach zu schwach“, sagt Parkleiter Peter Mancke.
Nicht nur der Leiter gibt gern Auskunft über die Tiere. Auch die Mitarbeitenden des Tierparks antworten gern auf Fragen. Wer mehr über die Tierparkbewohner wissen will, dem seien die Erlebnisführungen wie „Wölfe und ihre Beute“ oder „Fischotter und Co.“ empfohlen.
Informationen zum Tierpark Kunsterspring
- Zeiten: Der Tierpark Kunsterspring im Neuruppiner Ortsteil Gühlen-Glienicke ist von April bis September täglich von 9 bis 19 Uhr geöffnet. Von Oktober bis März von 9 bis 17 Uhr.
- Eintritt: Kinder von 3 bis 16 Jahren zahlen 2,50 Euro für die Tageskarte. Erwachsene sind mit 7 Euro dabei. Es gibt Familienkarten: Zwei Erwachsene bis zu vier Kinder zahlen 18 Euro. Für Gruppen (ab zehn Personen) wird es billiger. Hunde kosten 1 Euro. Es gibt Jahreskarten. Führungen kosten extra.
- Anreise: Mit dem Fahrrad kommt man über den Tierpark-Heide-Radweg vom Rheinsberger Tor in Neuruppin aus (Naturroute Neuruppin) nach Gühlen-Glienicke. Auch mit dem Bus ist der Tierpark aktuell zu erreichen. Die Tierpark-Heide-Linie (Linie 794) geht von Neuruppin über Gühlen-Glienicke (Tierpark) nach Rheinsberg. Der Bus hat einen Fahrradanhänger und ist ein Zusatzangebot bis 7. September.














