Und so widmet sich der Pfalzheimer anderen Projekten, um die Kyritz-Ruppiner Heide noch attraktiver für Besucher zu machen. Jüngst stellte er in der Gemeindevertretersitzung in Rägelin sein neustes Projekt vor, für das es in der kommenden Woche einen Vor-Ort-Termin mit Dr. Jörg Müller von der Heinz-Sielmann-Stiftung geben wird. Jürgen Dicks möchte im Namen des Vereins und in Abstimmung mit der Sielmann-Stiftung Holzbänke auf dem Weg vom Parkplatz in Pfalzheim bis hin zum 15 Meter hohen Turm auf dem Sielmann-Hügel aufstellen lassen. "Mich haben viele ältere Bürger angesprochen, denen die Strecke bis zum Turm zu lang ist, da es keine Sitzgelegenheit auf dem Weg gibt."
Bänke aus Eichenholz
Das will Dicks nun ändern. Das für die Bänke nötige Eichenholz bekam der Verein gesponsert. Doch das Zurechtschneiden der entsprechenden Holzstücke für die Bänke erwies sich als kompliziert, berichtet Jutta Dicks. Zwar sei ein mobiles Sägewerk vorbeigekommen. Doch die Kosten für dessen Arbeit seien durch die unterschiedliche Stärke der Zubehörteile für die Bänke nicht zu tragen gewesen, so die Ehefrau des Vereinsvorsitzenden. Also griff Jürgen Dicks selber zur Kettensäge und fertigte einen Prototyp der Bank an, bei der er darauf geachtet hat, dass sie "in die Natur passt". Wo genau die Bänke stehen könnten, soll mit der Stiftung abgestimmt werden.
Diese ist begeistert von dem Engagement des Vereins. "Das ist eine gute Idee", lobt Nora Künkler, Pressesprecherin der Heinz-Sielmann-Stiftung. So könne die Heide, die in der Region einen besonderen Stellenwert habe, auch für ältere Menschen erlebbar werden. Gerade während der Pandemie sei zu spüren gewesen, dass es deutlich mehr Menschen in die Ruhe und die Weite der Heide angezogen hat. Da immer noch Streumunition auf den Heideflächen liegen kann, sei das Verlassen der Wege nicht gestattet. "Die meisten halten sich an die Regeln. Wir freuen uns, dass die Menschen in diese Landschaft kommen", so Künkler. Ein besonderes Ärgernis seien Quad- und Motocrossfahrer, die mit abgeschraubten Nummernschildern in der Heide unterwegs seien, berichtet die Pressesprecherin. Dabei sei das Befahren, auch der Wanderwege, mit motorisierten Fahrzeugen nicht gestattet. Ausgenommen sind Elektrofahrräder, die lediglich einen Antrieb besitzen. Wenn möglich, werden derartige Vergehen zur Anzeige gebracht, da nicht nur die Landschaft zerstört wird und sich die Fahrer wegen der Streumunition in Lebensgefahr bringen, sondern auch die Tiere, wie der Seeadler oder das Wolfsrudel, gestört werden.
Jürgen Dicks ist hingegen der Parkplatz in Pfalzheim ein Dorn im Auge, da es dort immer noch keine Toilette und keine Papierkörbe gibt. "Das Projekt wurde aus Kostengründen wegen der Corona-Krise auf Eis gelegt." Aus dem selben Grund muss auch die Reparatur der Schutzhütte am Parkplatz auf das kommende Jahr verschoben werden. "Wenn es regnet, wird die Hütte zur Tropfsteinhöhle", scherzt Dicks, der von der Gemeinde lediglich die Kosten für das Baumaterial beantragt hatte. Die Arbeiten wollte der Verein in Eigenleistung ausführen. Eigene finanzielle Mittel wolle der Verein hingegen nicht nutzen. "Wir wollen uns nicht übernehmen", so Dicks.
Kein Massentourismus
Er möchte mit dem Verein Temnitzquelle-Pfalzheim für die Heide keinen Massen-, sondern lediglich einen sanften Tourismus realisieren. Dazu gehören für ihn auch das Anbringen von Nistmöglichkeiten für den Wiedehopf oder die Aussaat von Blühstreifen am Ortsrand von Pfalzheim als Bienenweide. Außerdem ist geplant, den vorhandenen Wanderweg zur Quelle der Temnitz auszubauen und mit entsprechenden Hinweisschildern zu versehen. Auch hier sei eine Zusammenarbeit mit der Sielmann-Stiftung vorstellbar. Kontakt habe er auch bereits zur Wasserbehörde aufgenommen, berichtet Jürgen Dicks, weil die Temnitzquelle renaturiert und der ursprüngliche Zustand wieder hergestellt werden soll. Doch noch lägen die entsprechenden Genehmigungen nicht vor, berichtet der engagierte Mann aus Pfalzheim, der auf 17 Mitstreiter im Verein und potenzielle Sponsoren zählen kann.
Diese sind auch für das aktuell größte Projekt des im vergangenen Jahr gegründeten Vereins notwendig. Bei der Gemeinde wurde ein Antrag gestellt, den alten Geräteschuppen der Feuerwehr in Pfalzheim zu übernehmen. Ursprünglich sollte er nur vom Verein gemietet werden, um dort die Utensilien für das Heidefest lagern zu können, berichtet Dicks. Auf der jüngsten Gemeindevertretersitzung wurde jedoch sogar einem Erwerb zugestimmt. Lediglich der Kaufpreis muss noch von einem Gutachter geklärt werden.
Arbeit in Eigenleistung
Dann kommen weitere Arbeiten auf den Verein zu, denn an dem Schuppen sind zahlreiche Arbeiten notwendig. Unter anderem braucht er ein neues Dach. Auf rund 5000 Euro wurden die reinen Materialkosten für die Bauarbeiten geschätzt. Die Arbeitsleistung will der Verein in Eigenleistung erbringen. "Wir wollen den Schuppen wieder optisch schön machen, dass er was fürs Auge ist." Zusätzlich zur Funktion als Lagerraum könne er sich auch Ausstellungen dort vorstellen, blickt Jürgen Dicks hoffnungsvoll in die Zukunft.

Infokasten


Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf.

Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf. Und am Ende steht ein Kürzel. kürzel