Trockenheit
: Landesbetrieb warnt vor Astabbrüchen

Die Hitze sorgt dafür, dass einige Laubbäume jederzeit Dicke Äste abstoßen können. Die Gefahr lässt sich vorher nicht erkennen.
Von
Brian Kehnscherper
Ostprignitz-Ruppin
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Symbolbild: Allee mit Kastanien und Roteichen

Thomas Burckhardt

Der Landesbetrieb Straßenwesen warnt Autofahrer, dass Kronenteile und stärkere Äste von Straßenbäume auf die Fahrbahn fallen können. Vor allem ältere Bäume seien von dem Phänomen betroffen. Beim Grünastabbruch handelt es sich um einen Selbstschutzmechanismus der Bäume. Aufgrund der mangelnden Wasserversorgung erhalten die Bäume nicht mehr ausreichend Energie. Um den Energieverbrauch zu reduzieren, stoßen sie gesunde Äste ab. Deshalb lässt sich das Risiko auch trotz regelmäßiger Baumkontrollen nicht abschätzen. Die Behörde kann nichts anderes tun, als allen Verkehrsteilnehmern zu erhöhter Aufmerksamkeit zu raten — vor allem an baumreichen Strecken wie der L 16, der L 18 oder der B 122.

Auch die Ostprignitz–Ruppiner Kreisverwaltung warnt vor dem Problem. Wie Kreissprecher Alexander von Uleniecki sagt, stehen an den Kreisstraßen mehr als 20 000 Bäume. Fast ein Drittel davon sind mit 6651 Stück Eichen. Die ebenfalls gefährdeten Eschen sind mit 1268  Stück am fünfthäufigsten vertreten. Pappeln und Buchen machen nur einen geringen Anteil aus. Besonders viele Eichen stehen an der Straße von Zernitz–Lohm nach Voigtsbrügge sowie an der Straße von Heiligengrabe nach Wernikow. Die Strecke von Kantow nach Lögow ist von zahlreichen Eschen gesäumt.

Die Leiterin der Oberförsterei Neuruppin, Annett Engelmann, sieht dem Problem gelassen entgegen. Im Wald sei die Gefahr geringer, weil kein Verkehr gefährdet würde. „Die Grünastabbrüche sind so zufällig, dass man nicht generell davon abraten kann, den Wald zu betreten. Grundsätzlich betritt man den Wald immer auf eigene Gefahr“, sagt sie. Besondere Vorsicht sollten Spaziergänger in Buchenwäldern walten lassen.