Umschulung
: In sechs Monaten zum Altenpflegehelfer

Am Neuruppiner Standort des TÜV Rheinland kann man sich in einem halben Jahr zum Altenpflegehelfer umschulen lassen.
Von
Siegmar Trenkler
Neuruppin
Jetzt in der App anhören

Geübt wird als Team: Ali Emamzadeh Fard (links) und Mike Voigtländer legen am Donnerstag die letzte Prüfung zum Pflegehelfer ab. Einen Arbeitsvertrag haben sie schon in der Tasche.

Siegmar Trenkler

„Wenn die Menschen einen anlächeln oder sich freuen, da bekommt man so viel zurück“: so beschreiben Mike Voigtländer und Ali Emamzadeh Fard die Erfahrungen, die sie im vergangenen halben Jahr bei ihrer Ausbildung zum Altenpflegehelfer gesammelt haben. Die beiden sind Teilnehmer eines modularen Programms, in dem an Standorten des TÜV Rheinland die Grundlagen für die Arbeit in der Altenpflege vermittelt werden. Emamzadeh Fard und Voigtländer haben das Programm so gut wie abgeschlossen. Am Donnerstag steht die letzte Prüfung an. Danach beginnt für sie die aktive Zeit in der Altenpflege. Beide haben für den wahrscheinlichen Fall, dass sie bestehen, bereits Arbeitsverträge in der Tasche. Bei der Fachkräftesituation in der Altenpflege ist das kein Wunder. Dennoch ging es ihnen nicht ums Geld, wie sie betonen.

Ali Emamzadeh Fard stammt ursprünglich aus dem Iran und hatte dort eine Ausbildung zum Rettungs–Assistenten absolviert. Doch die Anforderungen in Deutschland an diese Beruf sind andere, so dass der 31–Jährige nicht einfach in dem Feld arbeiten konnte. „Aber ich wollte immer den Menschen helfen“, sagt er. Daher hatte er sich für das Angebot des TÜV Rheinland entschieden. Die Erfahrungen, die er bei den darin enthaltenen Praktika und praktischen Ausbildungsinhalten gesammelt hat, haben ihn in seiner Wahl bestätigt. „Das ist das, was ich machen möchte“, sagt er. Und das, obwohl auch der Abschied immer ein Begleiter ist. „Ich hatte beim vorletzten Praktikum einige Ältere kennengelernt. Als ich dann beim letzten Praktikum wieder in der Einrichtung war, waren sie nicht mehr da. Da habe ich wirklich auch geweint.“

Dem 50–Jährigen Mike Voigtländer ist das bislang erspart geblieben. Früher oder später wird auch er diese Erfahrung machen, weiß er.  Dennoch ist er sich sicher, in der Altenpflege genau das Richtige für sich gefunden zu haben. Voigtländer hatte zuvor als Zimmermann gearbeitet. „Ich wollte aber etwas anderes machen.“ Weil er nach der Wende seinen Zivildienst in den Kliniken in Neuruppin geleistet hatte, konnte er sich durchaus vorstellen, in der Pflege das zu finden, was er bei seinem alten Beruf vermisste. „Schon nach dem ersten Tag im Praktikum wusste ich: Das ist voll mein Ding“, sagt er nun.

Aus insgesamt drei Kursen besteht die Weiterbildung, die er, Emamzadeh Fard und die anderen Teilnehmer absolviert haben. Am Donnerstag endet ihre Lehrzeit — vorausgesetzt, sie bestehen die Prüfung. „Da muss man schon ordentlich lernen vorher. Aber wir kriegen das hin“, sagt Voigtländer, der sich gemeinsam mit Emamzadeh Fard darauf vorbereitet. Das haben sie auch in der Vergangenheit so gehandhabt — etwa bei den praktischen Übungen. Ein wenig schade sei es schon, wenn der nächste Abschnitt beginnt, so Voigtländer „Es war schon eine schöne Zeit. Wir haben hier lange miteinander gelernt, und wir sind inzwischen wie eine Familie geworden. Es waren echt super Dozenten, die wie hier hatten.“

Doch bei dem Zertifikat des TÜV Rheinland, das immerhin ermöglicht, in Pflegeeinrichtungen arbeiten zu dürfen, wollen es die beiden nicht belassen. So planen sie, den nächsten Schritt zu gehen und eine Ausbildung zu machen. „Ich möchte so viel lernen, wie ich kann“, bekräftigt der 50–Jährige.

Und während die frisch gebackenen Pflegehelfer ins Berufsleben entlassen werden, beginnt am Neuruppiner Standort des TÜV Rheinland die nächste Weiterbildungsrunde. Dort startet am 1. April wieder der M1–Pflege–Basiskurs. In der Niederlassung in Hohen Neuendorf beginnt wenige Tage vorher am 29. März das Umschulungsmodul „Betreuungsassistent“. Wer an den Kursen teilnehmen möchte, die vom Jobcenter oder der Arbeitsagentur bezahlt werden, kann mit etwas Glück auch kurzfristig noch Platz finden. Informationen dazu gibt es telefonisch in Hohen Neuendorf unter 03303 537031 oder in Neuruppin unter 03391 404234. (zig)