Unwetter in Neuruppin: Paddelboot bei Sturm gekentert – Mutter und Tochter gerettet

Die Wasserschutzpolizei (Symbolbild) war beim Sturm am Samstagabend (6. Juli) auf dem Ruppiner See in Neuruppin im Einsatz.
Heiko Rebsch/dpaZu mehreren Einsätzen mussten Rettungskräfte am Samstagabend (6. Juli) im Landkreis Ostprignitz-Ruppin ausrücken. Grund war ein heftiger Sturm.
Gegen 17.45 Uhr kenterte nach Angaben der Polizeiinspektion in Neuruppin auf dem Ruppiner See Höhe Karwe ein Paddelboot. Zunächst galten zwei Personen als vermisst.
„Beide konnten jedoch durch einen Anwohner mit einem Boot aus dem Wasser geborgen werden“, teilte Franziska Kostorz, Wachdienstführerin der Polizeiinspektion Ostprignitz-Ruppin, am Sonntag mit. Es handelte sich um eine 49-Jährige mit ihrer siebenjährigen Tochter, die zu ihrem Glück Schwimmwesten trugen. Sie kamen leicht unterkühlt zur Untersuchung ins Krankenhaus. "Ihnen geht es wieder gut", informierte Franziska Kostorz weiter. Die Wasserschutzpolizei ermittelt nun zu dem Vorfall auf dem Ruppiner See. Zur Herkunft der Gekenterten machte die Polizei keine Angaben. Offenbar wurde sie von dem Unwetter überrascht.
Großes Stück aus Fassade fällt auf den Neuen Markt
Es gab noch weitere sturmbedingte Vorfälle im Landkreis. So brach 18.30 Uhr aus einem baufälligen Haus am Neuen Markt in Neuruppin ein zirka 100 mal 40 Zentimeter großes Stück der Fassade ab und fiel auf einen geparkten BMW. Die Rettungsleitstelle sowie der Stadtservice wurden zwecks Sicherung der Gefahrenstelle informiert und der Eigentümer des Hauses verständigt.
Umgestürzte Bäume versperren viele Straßen
Auf der B 122 fuhr gegen 17 Uhr zwischen Alt Ruppin und Zippelsförde eine Frau mit ihrem Auto gegen einen auf die Fahrbahn umgestürzten Baum. Die 44-jährige Fahrerin blieb unverletzt. Am Auto, das abgeschleppt werden musste, entstand ein Sachschaden in Höhe von 5000 Euro.
Weitere Verkehrsbehinderungen durch umgestürzte Bäume und herabgefallene Äste gab es in der Nauener Straße in Neuruppin, auf der Ortsverbindungsstraße Nietwerder-Gildenhall, auf der L 18 zwischen Storbeck und Frankendorf und auf der Kreisstraße zwischen Walsleben und Werder.
„Wir hatten alle Hände voll zu tun“, sagte ein Sprecher der Regionalleitstelle Nordost in Eberswalde, die für mehrere Landkreise 120 witterungsbedingte Einsätze zählte. Auch im Landkreis Oberhavel habe es 70 Einsätze binnen zwei Stunden gegeben, dabei sei vor allem der Bereich Oranienburg betroffen gewesen.

