Vandalismus in Neuruppin
: Graffiti von Hansa Rostock – was die Polizei unternimmt

In Neuruppin sind viele Laternen und Straßenschilder mit Farben des Fußballvereins Hansa Rostock beschmiert worden. Der Schaden ist immens. Was unternimmt die Polizei?
Von
Christian Bark
Neuruppin
Jetzt in der App anhören
Vermeintliche Fans des Fußballvereins Hansa Rostock haben im Juli 2025 in Neuruppin über 65 Straßenlaternen und mehr als 40 Verkehrszeichen beschmiert. Die Schäden belaufen sich auf mehrere zehntausend Euro.

Vermeintliche Fans des Fußballvereins Hansa Rostock haben in Neuruppin über 65 Straßenlaternen und mehr als 40 Verkehrszeichen beschmiert. Die Schäden belaufen sich auf mehrere zehntausend Euro.

Lukas Kasch/Polizei Neuruppin
  • In Neuruppin wurden über 100 Objekte mit Graffiti des Fußballklubs Hansa Rostock beschmiert.
  • Betroffen sind Laternen, Verkehrszeichen, Wände und Brücken – Schäden von bis zu 30.000 Euro.
  • Die Polizei ermittelt und bittet um Hinweise zu verdächtigen Personen oder Fahrzeugen.
  • Sachbeschädigung kann Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe nach sich ziehen.
  • 2024 wurden vier Sprayer bei ähnlichen Taten nahe der A24 gefasst – solche Festnahmen sind selten.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Aufkleber und Graffiti des Fußball-Drittligisten FC Hansa Rostock sind im Stadtbild von Neuruppin schon länger zu finden. Seit Juli 2025 haben die Schmierereien aber extrem zugenommen. Das dürfte auch mit dem Trainingslager der Hanseaten in Neuruppin zusammenhängen. Wie die Polizei jetzt gegen die Schmierer vorgehen will.

Stromkästen, Verkehrszeichen, Lichtanlagen sind betroffen, manchmal auch ganze Wände und Brücken entlang der Autobahnen und Bundesstraßen. Was bei Hansa-Fans sicher die Herzen höher schlagen lassen dürfte, sorgt bei anderen nur für Kopfschütteln. Denn bei den Schmierereien handelt es sich um kein Kavaliersdelikt, sondern um Straftaten.

Schaden von 10.000 Euro für Stadtwerke Neuruppin

„Das ist ganz klar Sachbeschädigung“, betont Artur Dzasokhov von den Stadtwerken Neuruppin. Zuletzt waren insgesamt 80 Objekte des Unternehmens in der Region – darunter Kabelverteilerschränke, Schaltstellen, Pumpwerke und Bushaltestellen – von dem Hansa-Vandalismus betroffen. Nun sind es weit mehr geworden.

Auch zahlreiche Laternenmasten sind mit den Hansa-Farben blau-weiß-rot beschmiert worden.

Auch zahlreiche Laternenmasten in Neuruppin sind mit den Hansa-Farben blau-weiß-rot beschmiert worden.

Lukas Kasch/Polizei Neuruppin

Jedes Jahr entsteht dem Unternehmen dadurch ein Schaden von über 10.000 Euro, wenn man die Entfernungskosten berücksichtigt. Diese Summe wird 2025 noch übertroffen. Denn seitdem Hansa Rostock im Juli in Neuruppin sein Trainingslager hatte, häuften sich die Fälle von Vandalismus. Die blau-weiß-roten Fanbekundungen sind in der Stadt unübersehbar und sogar durchgängig an Laternenpfählen zu erblicken.

Vom 7. bis 13. August weilte der Drittligist im Neuruppiner Trainingslager. Genau in diese Zeit fallen die Anzeigen wegen Sachbeschädigungen im Stadtbild. „Vom 9. bis zum 12. Juli haben bislang Unbekannte zahlreiche Graffiti, mutmaßlich in den Vereinsfarben des FC Hansa Rostock, im Neuruppiner Stadtgebiet angebracht“, sagt Marcel Mechel von der Polizeiinspektion Neuruppin.

Polizei in Neuruppin bittet Zeugen um Mithilfe

Insgesamt seien über 65 Straßenlaternen, mehr als 40 Verkehrszeichen und Wegweiser, eine Schrankenanlage, vier Betonsteine, eine Metallkastenanlage und mehrere Straßenschilder beschmiert worden. Den Sachschaden schätzt die Polizei auf insgesamt 20.000 bis 30.000 Euro. Bisherige Ermittlungen hätten die Beamten nicht auf die Spur der Täter geführt.

Deshalb bittet die Polizei nun die Bevölkerung um Unterstützung. Sie fragt: „Wer hat im genannten Zeitraum verdächtige Personen, Personengruppen, Fahrzeuge oder sonstige Auffälligkeiten beobachte, insbesondere im Bereich der B167, Puschkinstraße, Heinrich-Heine-Straße, Bahnhofstraße, Gerhart-Hauptmann-Straße, Alt Ruppiner Allee oder im Certaldo-Ring?“

Den Tätern drohen empfindliche Konsequenzen. Im Strafgesetzbuch ist das Strafmaß für Sachbeschädigung verankert. „Wer rechtswidrig eine fremde Sache beschädigt oder zerstört, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft“, heißt es dort.

2024 Graffiti-Sprayer bei Fehrbellin gefasst

Im Jahr 2024 waren vier Tatverdächtige dabei erwischt worden, wie sie an eine Autobahnbrücke der A24 bei Fehrbellin blau-weiß-rote Streifen und die Buchstaben „FCH“ gesprüht hatten. Sie wurden gefasst. Ermittlungen wurden eingeleitet. Das kommt aber nur in seltenen Fällen vor.

Denn dass der Polizei vier Tatverdächtige ins Netz gegangen sind, ist sicher nicht alltäglich, wie Christin Sorban, Sprecherin der Polizeidirektion Nord in Neuruppin, erklärt. „Graffiti-Sprayer agieren oft im Schutz der Dunkelheit und handeln schnell, um einer Ergreifung durch die Polizei zu entgehen“, sagt sie. Sie empfiehlt Zeugen beim Beobachten einer solchen Tat, umgehend die Polizei zu informieren.

Hinweise nimmt die Polizeiinspektion Neuruppin unter der Telefonnummer 03391/3540 entgegen oder online über die Internetwache der Polizei des Landes Brandenburg.