Seit mehr als 700 Jahren steht die Wichmann-Linde in Neuruppin und hat im Laufe der Jahrhunderte den verheerenden Stadtbrand ebenso unbeschadet überstanden wie extreme Wetterereignisse. Jetzt ist der Baum von Unbekannten mutwillig schwerwiegend beschädigt worden.

Schäden wurden bei der Baumpflege vor der Klosterkirche entdeckt

Aufgefallen war das bei Baumpflegearbeiten, die der Neuruppiner Stadtservice in dieser Woche auf dem Niemöllerplatz vor der Klosterkirche ausführte, wie die Stadtverwaltung am Donnerstag mitteilte. Dabei hatten die Mitarbeiter den Schaden bemerkt. Mehrere Äste der Linde waren demnach mutwillig abgebrochen worden. „Die Baumwarte der Stadtverwaltung haben vor Ort festgestellt, dass der Schaden erheblich ist. Denn dem Baum wurden unnötig starke Schnittwunden zugefügt, die wiederum Eintrittspforten für Pilze sein können“, so Stadtsprecherin Michaela Ott. „Außerdem braucht dieser alte Baum jedes Blatt für die Photosynthese – wenn die Blattmasse sinkt, verringert sich auch die Vitalität des Baumes.“
Bürgermeister Nico Ruhle (SPD) zeigte sich fassungslos über diese Tat. „Ich habe kein Verständnis für die völlig grundlose Beschädigung dieses über 700 Jahre alten Naturdenkmals. Für mich gehört die Wichmann-Linde zum Bollwerk wie der Parzival und die Klosterkirche – auch nachfolgende Generationen sollten sich daran erfreuen dürfen.“

Vandalismus wurde angezeigt

Der Schaden an dem Baum wurde im Raum der Kronenpflege so weit wie möglich beseitigt, so Stadtsprecherin Ott. „Der Vandalismus wurde nach Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde zur Anzeige gebracht.“