Vogelgrippe in Fehrbellin
: Toter Kranich gefunden – droht Geflügelpest-Ausbruch?

Nach dem Fund eines toten Vogels im Teichland Linum alarmiert der Verdacht auf Geflügelpest die Behörden. In Fehrbellin und Ostprignitz-Ruppin wurden nach dem Fund erste Vorsorgemaßnahmen getroffen.
Von
Stefan Zwahr
Fehrbellin
Jetzt in der App anhören
Vogelgrippe: ARCHIV - 25.01.2024, Mecklenburg-Vorpommern, Kirchdorf: Auf einem Schild ist «Geflügelpest Überwachungszone» zu lesen. (zu dpa: «Tote Kraniche am Stausee Kelbra – Verdacht auf Vogelgrippe») Foto: Stefan Sauer/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Auf einem Schild ist „Geflügelpest Überwachungszone“ zu lesen. In Fehrbellin gibt e bei einem toten Kranich einen schlimmen Verdacht.

Stefan Sauer/dpa
  • Toter Kranich in Fehrbellin gefunden: Verdacht auf Geflügelpest alarmiert Behörden.
  • Präventionsmaßnahmen eingeleitet, Proben wurden ans Friedrich-Löffler-Institut geschickt.
  • H5N1-Virus zuvor in Märkisch-Oderland bestätigt, 2900 Enten gekeult.
  • Besucher sollen Wildvögel meiden, tote Tiere nicht berühren.
  • In Bayern und Mecklenburg-Vorpommern ebenfalls neue Vogelgrippe-Fälle gemeldet.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Diese Nachricht sorgt für Unsicherheit: Bei einem toten Kranich, der im Teichland Linum in der Gemeinde Fehrbellin aufgefunden wurde, besteht der amtliche Verdacht auf eine Influenza-A-Virus-Erkrankung. Das teilte die Verwaltung des Landkreises Ostprignitz-Ruppin am Freitag (17. Oktober) mit.

Eileen Rosendräger, amtliche Tierärztin beim Amt für Verbraucherschutz und Landwirtschaft, ist in „Habachtstellung“. Wenngleich es sich bislang lediglich um einen Verdacht handeln würde, werde ihr Wochenende anders aussehen als gedacht. Das Amt stehe derzeit in Abstimmung mit dem zuständigen Landesministerium, um konkrete Seuchen-Präventionsmaßnahmen einleiten zu können.

Vogelgrippe – Gedanken sind in Märkisch-Oderland

Von Gedanken an einen aktuellen Fall im Landkreis Märkisch-Oderland ist Rosendräger nicht frei, wie sie auf Nachfrage einräumt. In einem Geflügelbetrieb in Altfriedland war am Freitag (10. Oktober) das H5N1-Vogelgrippe-Virus im Entenbestand festgestellt worden. Daraufhin musste der gesamte Tierbestand des Betriebes tierschutzgerecht getötet und entsorgt werden. Insgesamt handelte es sich um 2900 Enten.

„Halterinnen und Halter von Geflügel sind wiederholt aufgefordert, ihre Biosicherheitsmaßnahmen zu überprüfen und einzuhalten“, betont Kreissprecher Alexander von Uleniecki. Mit konkreten Maßnahmen soll ein Kontakt zwischen Wildvögeln – wie beispielsweise den Kranichen – und gehaltenen Vögeln sowie Geflügel verhindert und damit eine Ausbreitung der Geflügelpest in den Haustierbestand vermieden werden.

Als erste Maßnahme werden an den Beobachtungsplattformen im Teichland Linum entsprechende Hinweisschilder für Besucher angebracht. „Es wird eindringlich darum gebeten, jeglichen Wildvogel in Ruhe zu lassen sowie erkrankte und tote Vögel vor allem nicht zu berühren“, heißt es in einer Mittelung des Landkreises. Im Sinne der Eindämmung einer weiteren Verbreitung der Geflügelpest dürfen keine kranken oder toten Tiere in Quarantäneeinrichtungen oder Behandlungsstationen gebracht werden. „Betroffene Vögel werden nach Möglichkeit durch speziell eingewiesene Helfer  geborgen.“

Mehr als 100.000 Kraniche ziehen derzeit über Deutschland. Mit dem Herbstzug der Vögel steige nach den Worten von Eileen Rosendräger auch das Risiko, dass das Vogelgrippevirus in Geflügelbestände eingetragen wird. Das tote Tier bei Fehrbellin sei nicht der einzige Wildvogel in Brandenburg, bei dem der Verdacht auf eine Erkrankung besteht. „Wir sind in Abstimmung mit dem Ministerium an einer landesweiten Lösung interessiert.“

Wie geht es zunächst weiter? Die Proben wurden zur Bestätigung an das Referenzlabor des Friedrich-Löffler-Instituts auf die Insel Riems verbracht. „Ein Untersuchungsergebnis steht noch aus“, so Eileen Rosendräger. Für Spaziergäger bestehe keine Gefahr. Der Erreger der Geflügelpest, ein hochansteckendes Influenzavirus, ist unter natürlichen Bedingungen auf Hausgeflügel und Wildvögel übertragbar und kann eine hohe Krankheits- und Sterblichkeitsrate bei diesen Tieren nach sich ziehen.

Vogelgrippe in Bayern – Gänsemastbetrieb betroffen

Meldungen zum Thema Vogelgrippe gab es am Freitag (12. Oktober) auch aus dem Nachbarbundesland. Nachdem in Mecklenburg-Vorpommern mehrere Fälle von Geflügelpest bestätigt wurden, hat der Landkreis Vorpommern-Greifswald seine Tierhalter um erhöhte Wachsamkeit gebeten. Die Geflügelpest sei bei mehreren toten Kranichen am Galenbecker See an der Grenze des Landkreises festgestellt worden. Bisher gibt es in Vorpommern-Greifswald keine weiteren Ausbrüche, wie ein Sprecher des Landkreises mitteilte.

In einem Gänsemastbetrieb in Simbach bei Landau (Landkreis Dingolfing-Landau) starben nach dem Ausbruch der hochansteckenden Vogelgrippe alle rund 3000 Tiere. Die meisten Gänse seien an der Viruserkrankung verendet, sagte ein Sprecher des Landratsamts der Deutschen Presse-Agentur. Lediglich 442 Tiere seien den Vorschriften entsprechend gekeult worden.