Mit  Prof. Dr. med. Dirk Fahlenkamp hatte sich diesmal der ehemalige Chefarzt der Klinik für Urologie in Neuruppin angesagt, der heute Leiter der urologischen Klinik der Zeisigwaldkliniken Bethanien in Chemnitz ist.
Eröffnet wurde die Veranstaltung mit einem musikalischen Leckerbissen: Von der in Hamburg lebenden Pianistin Shoko Kuroe exzellent vorgetragen, erklang Ludwig van Beethovens Mondscheinsonate. Passenderweise ist Fahlenkamp nämlich zugleich Vorsitzender des Freundeskreises der Landes- und Bundesmusikakademie Rheinsberg. Sowohl er, als auch die in Japan geborene Pianistin, die gegenwärtig einen Kurs an der Rheinsberger Akademie leitet, verzichteten auf ein Honorar, so dass der Eintritt dem Freundeskreis und damit der Musikakademie zugutekommt.
Nach den letzten Takten der Musik ergriff dann der Mediziner das Wort, der sich als erstes dem Leben von Theodor Storm (1817 bis 1888) widmete. Fahlenkamp berichtete, das Storm, obwohl in Husum geboren, ein bekennender Preußenfan war. Er lebte und arbeitete nach dem Jura-Studium in Potsdam, Heiligenstadt und am Ende seines Lebens wieder in Husum. Storm schrieb 58 Novellen. Darunter "Der Schimmelreiter", den er nach einem Krebsleiden 1888 vollendete. Zweiter in der Reihe der Genies war Theodor Fontane (1819 bis 1898). Der märkische Dichter litt an Depressionen, die er laut Fahlenkamp mit eigenen Therapieversuchen, mit Brom und Morphium, dessen Wirkung der Apotheker kannte, vergeblich zu heilen versuchte. Die Reisen halfen ihm, seine Krankheit zu verdrängen.
Letzter im Bunde war Wolfgang Amadeus Mozart (1756 bis 1791), auf dessen Leben und Krankheiten Dirk Fahlenkamp einging. "Mozart wurde nur 35 Jahre alt", erklärte der Urologe. Zu den Leiden die den Ausnahmekomponisten plagten, gehörten Frieselfieber, Hirnhautentzündung, Herzinsuffizienz, Urämie, Tuberkulose und Rheuma. Schlimm müssen Mozarts letzte zwei Monate gewesen sein, als ihn Schwindel, Ohnmacht, Erbrechen und Wahnanfälle plagten. Außerdem erklärte Fahlenkamp, dass das Gerücht, Antonio Salieri hätte Mozart vergiftet, falsch sei. "Mozart hatte sich im Frühsommer 1791 an Lues infiziert", berichtete der Mediziner. "Als Selbsttherapie nahm er Quecksilberpräperate ein. Denn niemand sollte wissen und merken, dass er eigentlich an einer Geschlechtserkrankung litt.