Wasserwirtschaft: Studie gegen Hochwasser und Trockenheit im Luch

Juli vor drei Jahren: In Nordhof standen die Flächen von Familie Litzke unter Wasser, die dort Gemüse und Blumen für den Verkauf anbaut.
Markus KlugeBessere Be– und Entwässerung
Ein Potsdamer Büro soll nun erarbeiten, wie der Wasserrückhalt in dem Gebiet für trockene Zeiten verbessert werden kann. Dafür soll auch die Steuerung der Abflüsse verändert werden. Zudem ist es das Ziel, die Be– und Entwässerung zu optimieren – je nachdem, wie viel es regnet beziehungsweise wie das Wasser abfließt. Gleichzeitig soll aber der Hochwasserschutz verbessert werden, wenn es wieder zu Starkniederschlägen kommt. „Das eine bedingt ja auch immer das andere“, so Philipp.
Dass zu DDR–Zeiten die Melioration besser funktioniert habe, wie manch Älterer behauptet, will Philipp so nicht stehen lassen. Die Starkniederschläge vor drei Jahren hätten auch damals nicht ohne Weiteres bewältigt werden können. Er ist froh darüber, dass mit der Neuregelung des brandenburgischen Wassergesetzes im vergangenen Jahr nun wenigstens klar ist, dass die Wasser– und Bodenverbände für die Stauanlagen und Schöpfwerke aus DDR–Zeiten zuständig sind, die bis dahin mehr als zwei Jahrzehnte zum Teil herrenlos waren oder von den Eigentümern nicht gepflegt wurden.
Im Rahmen der Studie soll nun unter anderem ein Umbau der Vorflut im Einzugsgebiet des Kleinen Havelländischen Hauptkanals zwischen Schöpfwerk Seelenhorst und Elskavelsgraben geprüft werden. Auch, ob die Rekonstruktion und Wiederinbetriebnahme des Schöpfwerks in Seelenhorst angebracht ist, ein möglicher Ersatzneubau des Wehrs in Jahnberge und die Wiederinbetriebnahme des Bewässerungsschöpfwerkes in Brunne sollen in Betracht gezogen werden. Gleichzeit sollen während des Erstellens der Studie Vermessungen sowie Baugrund– und Baustoffuntersuchungen in dem Bereich stattfinden.
Im Herbst 2021 soll der Fahrplan, der komplett aus Landesmitteln und dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums finanziert wird, vorliegen. „Das ist ein großes Projekt, und wahrscheinlich werden wir dann im selben Jahr auch die ersten Schritte einleiten“, meint Philipp. Die Umsetzung würde dann aber in Einzelmaßnahmen stattfinden.