Weihnachten im Schuhkarton ist die weltweit größte Geschenkaktion für Kinder in Not. Sie wird seit 1996 im deutschsprachigen Raum durchgeführt. Das Prinzip hinter der Aktion ist simpel, die Freude bei den beschenkten Kindern umso größer. In diesem Jahr wird in Ostprignitz-Ruppin sogar ein ganz besonderes Highlight erreicht, wie der Sammelstellenleiter des Landkreises, Andreas Leddin, erklärt.
Er selbst ist seit 1999 dabei. „In den 24 Jahren, in denen wir die Aktion hier in Ostprignitz-Ruppin schon durchführen, sind insgesamt 9.953 Päckchen zusammengekommen. Das heißt, in diesem Jahr werden wir das 10.000 Päckchen verschicken. Das ist unglaublich“, freut sich Andreas Leddin.

Alle Annahmestellen in OPR auf einen Blick

Seit dem 1. Oktober und noch bis zum 14. November können alle, die an der Aktion teilnehmen möchten, einen Schuhkarton packen und an einer der Abgabestellen in Neuruppin, Wittstock oder Neustadt abgeben. Diese befinden sich im Landkreis Ostprignitz-Ruppin an folgenden Orten:
■ Haus Leddin, Kyritzer Straße 18, Wittstock
■ Fotostudio Mantey, Poststraße 12, Wittstock
■ Evangelischer Kindergarten, Heiliggeiststraße 2, Wittstock
■ Hospiz Haus Wegwarte, Fehrbelliner Straße 38, Neuruppin
■ Luisa König, Gartenweg 2, Neustadt
Nach dem 14. November werden dann alle Schuhkartons zur Hauptsammelstelle nach Wittstock gebracht, dort nochmal durchgeschaut und am Ende mit einer Spedition in die entsprechenden Länder verschickt.

In diese Länder werden die Schuhkartons verschickt

In diesem Jahr steht natürlich vor allem die durch den Krieg gebeutelte Ukraine im Blickpunkt der Aktion. „Was gerade die Kinder im Kriegsgebiet erleben, ist furchtbar“, sagt Andreas Leddin nachdenklich. Mit den gepackten Schuhkartons, so die Hoffnung des Sammelstellenleiters, könne man „den Kindern dort wenigstens eine kleine Freude in diesen schwierigen Zeiten machen“. Neben der Ukraine werden aber auch noch andere Länder angefahren, um dort den Kindern eine Freude zu machen. Folgende Länder sind dabei:
■ Ukraine
■ Georgien
■ Montenegro
■ Nordmazedonien
■ Republik Moldau
■ Rumänien
■ Bulgarien
■ Serbien
■ Polen
■ Slowakei
■ Kroatien
■ Litauen
■ Lettland
Welche Schuhkartons in welches Land geschickt werden, steht noch nicht fest. Dies hängt von der Gesamtkoordinationsstelle ab. Und es hängt davon ab, für wen das Paket gepackt wurde. Denn es gibt sechs verschiedene Möglichkeiten.

So werden die Schuhkartons gepackt

Wer an der Aktion teilnehmen und einen Schuhkarton packen möchte, hat sechs Möglichkeiten zur Auswahl, nach denen sich auch der Inhalt der Kartons richten muss:
■ Schuhkarton für einen Jungen im Alter von 2 bis 4 Jahren
■ Schuhkarton für einen Jungen im Alter von 5 bis 9 Jahren
■ Schuhkarton für einen Jungen im Alter von 10 bis 14 Jahren
■ Schuhkarton für ein Mädchen im Alter von 2 bis 4 Jahren
■ Schuhkarton für ein Mädchen im Alter von 5 bis 9 Jahren
■ Schuhkarton für ein Mädchen im Alter von 10 bis 14 Jahren
Die Kartons müssen eine Größe haben von etwa 30x20x10 cm. Bei Schuhkartons mit separatem Deckel müssen sowohl der Karton als auch der Deckel verpackt werden. „Weil wir ja ohnehin jedes Paket nochmal aufmachen und nachschauen müssen“, erklärt Andreas Leddin. Wer keinen Schuhkarton in dieser Größe besitzt, kann sich einen vorgefertigten Schuhkarton an einer der Annahmestellen holen.

Das kommt rein in den Schuhkarton – und das darf auf keinen Fall drin sein

Ganz wichtig: In den Schuhkarton dürfen keine gebrauchten Sachen. „Es dürfen nur neue Sachen hinein, gebrauchte Sachen müssen wir aus den Schuhkartons herausnehmen“, bestätigt Andreas Leddin. Grund: viele Länder hätten strenge Einfuhrregeln, die das Einführen von gebrauchten Waren und Produkten untersagt. „Der Gedanke, gebrauchte Sachen lieber zu spenden, als sie wegzuwerfen, ist wirklich löblich“, sagt Leddin. „Doch für diese Aktion geht das leider nicht. Gebrauchte Sachen sollten dann lieber an anderen Stellen abgegeben werden.“ Stattdessen dürfen folgende Produkte aus den bestimmten Bereichen in die Schuhkartons gelegt werden:
■ Wow-Geschenk: Kuscheltier, Puppe, Fußball mit Pumpe, Schuhe, Musikinstrument
■ Spielzeug: Auto, Springseil, Jojo, Puzzle, Knete
■ Hygieneartikel: Zahnbürste, Zahnpasta, Waschlappen, Handtuch, Kamm, Haarbürste, Deo, Shampoo, Duschgel, Lippenbalsam
■ Schulartikel: Buntstifte, Spitzer, Federtasche/Etui, Malkasten, Pinsel, Solartaschenrechner, Blöcke, Hefte, Malbücher (A5)
■ Kleidung & Accessoires: Mütze, Schal, Handschuhe, Socken, Sonnenbrille, Haarspangen, Selbstgestricktes, Selbstgenähtes, Bastelarbeiten
■ Süßigkeiten: Vollmilchschokolade, Gummibärchen, Traubenzucker, Lutscher
Bei den Süßigkeiten muss jedoch das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) mindestens bis März 2023 datiert sein, später wäre noch besser. Definitiv nicht rein in den Schuhkarton dürfen: Gebrauchtes, Zerbrechliches, Lebensmittel sowie gefährliche oder angstauslösende Artikel. „Also sowas wie Kriegsspielzeug sollte man lieber nicht reinpacken. Denn diese Kinder sehen solche Sachen mit ganz anderen Augen und einer ganz anderen Vorgeschichte“, sagt Andreas Leddin.

Grußkarte fast wichtiger für die Kinder als Spielzeug

Eine Beobachtung hat der Familienvater aber selbst schon gemacht: „Die Kinder freuen sich über eine persönliche Grußbotschaft, einen Brief mit Foto fast mehr als über die anderen Sachen“, sagt Andreas Leddin. Er spricht dabei auch aus Erfahrung, denn 2008 reiste er selbst nach Moldawien, um dort die Schuhkartons an Kinder zu verteilen. „Und wenn dann dort ein Brief oder eine Karte und vielleicht sogar noch ein Foto drin war, dann haben sich diese Kinder wahnsinnig gefreut. Denn es zeigt ihnen, dass da jemand ist, der an sie denkt und der ihnen etwas Gutes tun möchte.“

10 Euro als Spende, um den Transport der Schuhkartons zu unterstützen

Neben dem Schuhkarton und der Grußbotschaft bitten die Organisatoren auch um eine 10-Euro-Spende. Sie ermöglicht den Transport der Päckchen und die nachhaltige Umsetzung der Aktion. Weite Informationen zur Spendenüberweisung und zur gesamten Aktion finden Sie unter die-samariter.org/blog/gesamtpaket.
Die Pakete können noch bis zum 14. November in den entsprechenden Annahmestellen abgegeben werden.