Wirtschaft: Für die Ruppiner wird das eigene Zuhause in der Krise wichtiger
„Bei uns sind in den vergangenen Wochen Produkte für das Zuhause besonders gut gelaufen“, bestätigt Julian Straßburg, einer der Geschäftsführer bei AngelJoe. Alles, was man braucht, um einen Teich zu gestalten, Kois, Wasserpflanzen – da gab es eine deutliche Steigerung bei den Verkäufen. Gleiches gilt für Aquaristik und Meeres-Aquaristik, wie die Fachleute es nennen: Aquarien und deren Zubehör sowie Bewohner, die für ein besonderes Raumklima in den eigenen vier Wänden sorgen können und für viele Menschen ein Hobby sind. „Da gab es einen erhöhten Zulauf“, so Straßburg. „Die Leute haben plötzlich Zeit.“
Angelkarten sind gefragt
Das wirkt sich auch auf die Abteilung bei AngelJoe aus, die sich mit dem Angeln selbst beschäftigt. Etliche Kunden würden vorbeischauen und sich sowie ihren Nachwuchs für die Angeltour ausrüsten. „Es sind viele Angelscheine für Kinder rausgegangen, und etliche Einsteiger haben auch vorbeigeschaut“, so Straßburg. Beim Angeln von Friedfischen gebe es darüber hinaus in Brandenburg eine Besonderheit: Es ist möglich, ohne dass eine Prüfung dafür abgelegt werden muss. Anders als beispielsweise in Berlin reiche es, sich eine Angelkarte und eine sogenannte Fischereiabgabemarke zu kaufen, und schon kann es losgehen. Diese Marke, eine Art Steuer, gibt es schon für 2,50 Euro für Kinder. Erwachsene zahlen zwölf Euro pro Jahr. Angelkarte beginnen zum Preis von fünf Euro, erklärt Julian Straßburg. „Für 7,50 Euro können also zumindest Kinder hier in der Region vollkommen unkompliziert angeln gehen.“ Das komme zwar auch auf den See an: Die Angelkarte kostet für verschiedene Gewässer auch unterschiedlich viel. Auf dem Ruppiner See zahlen Mädchen und Jungen zwischen 8 und 14 Jahren allerdings wirklich nur besagte fünf Euro. Jugendkarten sind etwas teurer, erklärt Straßburg. Für Erwachsene fallen Kosten von zirka 50 Euro an. Auch Wochen- und Monatskarten gibt es.
Große Nachfrage nach Futter
Da viele dieses Angebot nutzen, ist auch die Nachfrage nach Angelfutter in dem Fachhandel gestiegen. „Gerade die Hausmarke wurde schon knapp“, sagt Julian Straßburg. „Da lag aber auch daran, dass die Lieferanten Probleme hatten, die Ware über die Grenzen zu bekommen. Unsere Angebotsmarke kommt beispielsweise aus Italien.“
Die Corona-Zwangsschließung hat das Team von AngelJoe indes sinnvoll genutzt: Im Laden wurde etwas umgeräumt. „Wir wollten alles etwas schöner gestalten und aktuell bleiben“, erklärt Julian Straßburg. Nun gibt es bei AngelJoe auch eine Abteilung fürs Flugangeln. „Das machen immer mehr Leute“, so Straßburg. Beispielsweise an der Dosse, die eine gute Strömung hat, sei dieser Sport auch problemlos möglich. „Aber immer mehr Angler fischen mit der Fliege auch im See“, so Straßburg.
Der Trend des Flugangelns habe sich in den vergangenen Jahren entwickelt. „In diesem Bereich kann man auch den Winter – oder eben unerwartet viel Freizeit – gut nutzen“, sagt Straßburg. Viele Angler würden sich Material kaufen und dann die Fliegen, wie die Köder genannt werden, selbst basteln. Dafür werden beispielsweise verschiedene Arten Garn, aber auch Perlen genutzt, die am Ende das Auge darstellen sollen. In der neuen Abteilung von AngelJoe sieht es daher etwas aus wie in einem Bastelgeschäft: Verschiedenfarbiges Garn hängt neben winzigen Federn und schimmernden Perlen – und das ganz in der Nähe von Aquarium, Angel und Co.
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Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf.
Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf. Und am Ende steht ein Kürzel.⇥kürzel

