Würdigung
: Eigenes Museum soll an Maler Eggert Gustavs erinnern

Es ist mittlerweile mehr als ein Vierteljahrhundert her, dass Eggert Gustavs in Neuruppin starb. Nun soll ein eigenes Museum an das Werk des Malers erinnern.
Von
Christian Schönberg
Neuruppin
Jetzt in der App anhören

Eggert Gustavs (1909 bis 1996)

Eggert-Gustavs-Gesellschaft

Es wird laut seinem Sohn Karsten Gustavs am 6. Oktober auf Hiddensee eröffnet. „Es ist sein 110. Geburtstag, also ein ganz passendes Datum“, so der Sprössling des großen Meisters.

Karsten Gustavs Sohn Heiko hat dafür eine alte Schmiede erworben – in Nachbarschaft zum Hiddenseer Domizil des Künstlers. Sie wird zu einem Museum umgebaut. Wenn das abgeschlossen ist, gibt es ein kleines, aber feines Ausstellungsgebäude von annähernd 40 Quadratmetern. Klar ist angesichts der Größe des Hauses, dass nur eine besondere Auswahl der mehr als 1 300 Gustav’schen Werke, die sich im Familienbesitz befinden, zu sehen sein wird.

Fest steht auch, dass das Ruppiner Land dabei eine Rolle spielt. Denn Eggert Gustavs hat nicht selten Motive seiner zweiten Heimat künstlerisch auf vervollkommnende Art und Weise aufs Papier gebannt. Geboren auf Hiddensee zog es ihn der Liebe wegen in die Stadt an den Ruppiner See. Er ehelichte Irene Tourneau. Das Paar hatte neben Karsten Gustavs noch fünf weitere Kinder. Irene Gustavs ist vielen Neuruppinern wohlbekannt: In ihrer Tanzschule lernten viele in jungen Jahren, wie ein Walzer oder ein Foxtrott aufs Parkett gebracht werden kann.

Eggert Gustavs dagegen lebte das eher zurückgezogene Leben des Künstlers. In der Natur war er mit Staffelei eher selten zu sehen. Vielmehr hatte er Skizzenblock und Fotoapparat dabei, um Inspirationen für seine Arbeiten im Atelier zu finden. Dort hielt er sich dann gern auf: „Mein Vater hat gesagt: ‚In der Woche ist für mich die Arbeit Pflicht, am Wochenende aber ein Vergnügen.’“

So entstand dann ein schier unüberschaubares Œuvre, das unter anderem zum 100. Geburtstag Eggert Gustavs im Museum Neuruppin einem großen Publikum präsentiert werden konnte. Auch im Hiddenseer Heimatmuseum und sogar in Barcelona waren die Zeichnungen, Aquarelle und Holzschnitte ausgestellt. Der Erwerb der alten Schmiede und der Aufbau eines eigenen Museums der Eggert-Gustavs-Gesellschaft erlaubt es, die Werke dauerhaft der interessierten Öffentlichkeit zu präsentieren.

Allerdings sammelt die Gesellschaft dafür auch Geld. „Wir haben zwar die Möglichkeit, EU- und Landesmittel Mecklenburg-Vorpommerns zu erhalten“, sagt Karsten Gustavs. „Aber wir müssen auch Eigenmittel beisteuern.“ Das beträgt 48 130 Euro. „Die Hälfte werden wir schaffen, den Rest müssen wir irgendwie anderweitig aufbringen“, so Karsten Gustavs.

Wer der Eggert-Gustavs-Gesellschaft für den Museumsbau Geld spenden will, kann das unter dem Konto, IBAN DE86 160502021720047720, bei der Sparkasse Ostprignitz-Ruppin tun. Eine vom Finanzamt anerkannte Bescheinigung wird ausgestellt.

Einige Lebensdaten

■ Eggert Gustavs wurde am 6. Oktober 1909 im Pfarrhaus von Kloster auf Hiddensee geboren.

■ Er heiratete 1934 die Neuruppinerin Irene Tourneau. Im selben Jahr hatte das Paar eine Tanzschule gegründet.

■ 1952 bezog die Familie ein neues Haus am Rande der Stadt. Eggert Gustavs lebte abwechselnd in Neuruppin und auf Hiddensee.

■1994 vermacht er einen Großteil seines Schaffens dem Museum auf Hiddensee. Er verstarb in seinem Neuruppiner Haus am 13. Januar 1996. ⇥(crs)