Abc-Schützen: Einschüler werden ab morgen untersucht

Auch ein Hörtest gehört zur Einschulungsuntersuchung.
Landkreis OberhavelDer Kinder- und Jugendgesundheitsdienst des Gesundheitsamtes beginnt am Mittwoch dieser Woche mit den Untersuchungen, die nach dem Brandenburgischen Schulgesetz verbindlich für alle Kinder, die bis zum 30. September 2019 sechs Jahre alt werden, vorgeschrieben sind. Auch jüngere Kinder, die auf Antrag der Eltern vorzeitig eingeschult werden sollen, müssen sie durchlaufen, teilte die Kreisverwaltung am Mittwoch mit.
Da im Kinder- und Jugendgesundheitsdienst derzeit nur drei von fünf Teams zur Verfügung stehen, werden bei der Terminvereinbarung verschiedene Prioritäten gesetzt. So beginnen die Ärzte mit Schulanfängern, die möglicherweise eine besondere Unterstützung im Schulalltag benötigen, damit Hilfsmaßnahmen rechtzeitig geplant werden können. Nach den Untersuchungen der regulären Schulanfänger werden abschließend Kinder untersucht, die vorzeitig in die Schule aufgenommen werden sollen. Die Untersuchungen sollen im Juni 2019 abgeschlossen sein.
Die Terminvergabe zur Schuleingangsuntersuchung erfolgt in Abstimmung mit den Eltern im Rahmen der Schulanmeldungen, heißt es in der Mitteilung des Landkreises. Familien, deren Kinder im vergangenen Jahr vom Schulbesuch zurückgestellt wurden, hätten bereits schriftlich einen Terminvorschlag vom Gesundheitsamt erhalten. „Sollte dieser Termin nicht wahrgenommen werden können, wird um eine telefonische Rückmeldung zur erneuten Terminabsprache gebeten“, so die Behörde.
Bei der Schuleingangsuntersuchung werden in rund 45 Minuten nach einheitlichem Standard verschiedene Entwicklungsbereiche beleuchtet. So werden Größe und Gewicht gemessen, motorische Fähigkeiten wie grobmotorische Geschicklichkeit und Kraft sowie das Handgeschick beurteilt. Die Feststellung einer Links- oder Rechtshändigkeit ist bedeutsam für die zukünftige Sitzposition sowie die Schreibhaltung und die Auswahl von Arbeitsmaterialien.
Und außerdem: „Körperliche Beeinträchtigungen und chronische Erkrankungen wie Asthma, Neurodermitis, Diabetes, Herzfehler oder Krampfleiden können den Alltag eines Schulanfängers erheblich verändern. Die Erkrankung selbst aber auch die Nebenwirkungen von Medikamenten können für den Schulalltag relevant sein, manchmal sind spezifische Hilfen in der Schule für einzelne Kinder notwendig.“ Die Ärzte des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes beraten Eltern und Lehrer deshalb über mögliche schulische Maßnahmen.
Ein weiterer Untersuchungsschwerpunkt ist die sprachliche und geistige Entwicklung der Schulanfänger, denn gutes Sprechen und Verstehen gehören zu den Voraussetzungen für einen erfolgreichen Schulstart. Wie gut sind der Wortschatz und der Satzbau des Kindes entwickelt? Welches Interesse zeigt das Kind an den Angeboten der Vorschule? Sind Farbenkenntnisse und ein beginnendes Mengenverständnis vorhanden? Für diese und andere Fragen interessieren sich die Kinderärzte.
Die Herausforderungen des Schulalltags erfordern nicht zuletzt soziale Kompetenzen und eine ausreichende emotionale Stabilität. Anders gesagt: Kinder müssen Kontakte knüpfen können, Freunde finden, Anforderungen und Anregungen vom Lehrer annehmen, eigene Bedürfnisse aufschieben, neugierig auf Rechnen, Lesen und die Dinge sein, die es in der Schule zu lernen gibt. Die Beurteilung dieser Kompetenzen ist im Rahmen der Einschulungsuntersuchung nicht immer einfach. Manchmal haben die Schulanfänger einen „schlechten Tag“ und machen nicht sehr bereitwillig mit. Das Gespräch mit den begleitenden Eltern und die Erfahrung der Mitarbeiter helfen jedoch oft weiter.
Zur Untersuchung ist unbedingt der Impfausweis des Schulanfängers mitzubringen. Das Gesundheitsamt ist gesetzlich gehalten, beim Schuleintritt den Impfstatus zu erfassen und wird die Eltern gegebenenfalls über fehlende Impfungen informieren, die baldmöglichst beim niedergelassenen Kinder- und Jugendarzt nachgeholt werden sollten.
Bei der Schuleingangsuntersuchung wird also nicht nur beurteilt, ob die Kinder rein körperlich für die Schule geeignet sind, sondern es entsteht ein Gesamtbild über Fähigkeiten, Stärken und Schwächen für jedes künftige Schulkind. Die Ergebnisse der Untersuchung werden mit den Eltern besprochen, sie erhalten Hinweise zu Förder- und Therapiemaßnahmen, die vor Schulbeginn noch angeraten sind. Anhand der Untersuchungsergebnisse erstellen die Ärzte eine schulärztliche Empfehlung, die ein Baustein im Aufnahmeverfahren der Schulanfänger ist. Die endgültige Entscheidung, ob ein Kind eingeschult wird, fällt die Schulleitung.
In der Außenstelle Gransee findet vorübergehend keine Sprechstunde statt. Die Mitarbeiter am Standort Oranienburg sind telefonisch unter erreichbar 03301 601 3766 oder 03301 601 3767.