Abfallgebühren
: Für die Biotonne in Oberhavel zahlen künftig alle Einwohner

Die Entleerung einer Biotonne in Oberhavel wird deutlich günstiger als beim Hausmüll sein. Die Gebühr soll ab 2020 über den Grundpreis subventioniert werden.
Von
Burkhard Keeve
Oberhavel
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So sieht Oberhavels Biomülltonne aus.

Burkhard Keeve

Laut aktueller Beschlussvorlage liegt die Gebühr für eine Entleerung einer 120–Liter–Biotonne durch die Abfallwirtschaftsunion (AWU Oberhavel) dann bei 3,25 Euro. Das ist deutlich weniger als für die Entleerung der normalen Hausmülltonne (120 Liter) verlangt wird. Die wird mit 4,50 Euro pro Tour berechnet. Mit dem geringeren Preis soll ein „finanzieller Anreiz für die Nutzung“ der Biotonne geschaffen werden, heißt es in der Beschlusserläuterung.

Allerdings hätten die Kalkulationen ergeben, dass die Gebühreneinnahmen durch dieBiotonne bei Weitem nicht die anfallenden Kosten decken. Um das Minus hereinzuholen, soll die Biotonne durch andere Gebühren subventioniert werden. Während der Arbeitspreis für Haus– und Geschäftsmüll auch 2020 konstant bleibt und die Gebühr, wie in diesem Jahr, bei 4,50 Euro pro Entleerung liegt, steigt der Grundpreis um 1,05 Euro pro Person im Jahr an. Statt 16,45 Euro wie bislang muss dann für jede Person im Haushalt 17,50 Euro bezahlt werden. Das heißt, alle Oberhaveler zahlen letztlich für die Einführung der Biotonne, auch wenn sie gar keine nutzen wollen, weil sie zum Beispiel ihren Bioabfall auf dem eigenen Kompost verwerten. Mit dem subventionierten Kampfpreisangebot von 3,25 Euro für die Entleerung der Biotonne will der Landkreis „hohe Sammelmengen und damit Verwertungsquoten“ erreichen.

Es sollen zudem die Preise für Abfall ansteigen, der selbst zur Deponie gebracht wird. Als Grund wird ein „erheblich“ gestiegener Arbeitspreis für die Direktanlieferung an den Recyclinghöfen angegeben. So kostet die Abgabe beispielsweise von Altreifen, Altholz, Asbest, Gipskarton und Styropor ab 2020 teils deutlich mehr.