Abwahlantrag: Chaostage im Ortsbeirat: Zehlendorfer tief zerstritten

Noch Ortsvorsteher von Zehlendorf: Eckbert Balfanz
Friedhelm BrenneckeZusammen mit Öztemel hat Heike Bartel die notwendige Mehrheit im nur dreiköpfigen Gremium. Geplant war die Abwahl bereits im Oktober. Balfanz habe aber Beschwerde eingelegt und die Sitzung verhindert. Nun wurden die Abwahl und die Neuwahl des Ortsvorstehers erneut auf die Tagesordnung für die Sitzung am kommenden Dienstag gesetzt. Zunächst hieß es, die Sitzung könne nicht stattfinden, weil sie nicht fristgerecht bekannt gemacht worden sei. Das sei aber doch der Fall gewesen, sagte Stadtsprecher Gilbert Collé am Mittwoch und korrigierte eine Angabe von Dienstag. Der Ortsbeirat tage am 3. Dezember um 19 Uhr im Bürgerhaus, Alte Dorfstraße 23.
Unüberbrückbare Differenzen
Wegen der nicht mehr funktionierenden Zusammenarbeit hatte Balfanz bereits am 23. Oktober gegenüber Bürgermeister Alexander Laesicke (parteilos) seinen Rücktritt erklärt. Einen Tag später habe er diesen zurücknehmen wollen, sagt Collé. Ein Rücktritt vom Rücktritt sei zwar nicht möglich, in diesem Fall sei die Erklärung gegenüber dem Bürgermeister aber auch unwirksam gewesen. Balfanz hätte sich gegenüber dem Ortsbeirat erklären müssen. Das habe die Kommunalaufsicht so festgestellt, sagte Collé. Selbst bei Einhaltung der Fristen könnte es aber noch im Dezember zu einer Zusammenkunft des Ortsbeirats kommen.
Es besteht Handlungsbedarf. Einerseits sei der Frust groß, sagt Heike Bartel. Anderseits herrsche Stillstand. Es werde nicht einmal mehr miteinander geredet. „Wir wollen eine vernünftige Situation für Zehlendorf erreichen“, sagt Bartel. Ihre Bürgerinitiative hatte als Wählergruppe das zweitbeste Ergebnis im Ort geholt. Ganz vorn lagen die Freien Wähler Oberhavel. Deren Vorsitzende Antje Wendt hat von dem Konflikt mitbekommen: „Es gibt unüberbrückbare Differenzen.“
Der 68–jährige Ruheständler Balfanz, ehemaliger Seefunker und Telekom–Mitarbeiter, lebt seit 1981 in Zehlendorf. Er löste als Ortsbeirat Holger Mücke (SPD) ab, der nach 23 Jahren im Amt nicht wieder kandidiert hatte. Für eine Stellungnahme war Balfanz am Dienstag nicht zu erreichen.