Afrika-Projekt: Gymnasiasten unterstützen Schule in Kenia

Halten viel von Kontakten mit Afrika: Lehrerin Kerstin Bendrat und Paula Hangleiter (16) vom Runge-Gymnasium.
Burkhard KeeveZwei- bis dreimal im Jahr erhält Paula Hangleiter Post aus Afrika. Handgeschrieben mit bunten Briefmarken. Erst kürzlich hat die 16-jährige Oranienburgerin einen Brief von Mercy Wangu bekommen. Die ist ebenfalls 16 Jahre alt und besucht die Kaaga Girls High School in Meru. Sie hat ein Foto von sich mitgeschickt, auf dem sie vor einer bunten Plakatwand steht.
Für Paula ist es bereits die zweite Brieffreundin aus Kenia. Schon als Siebtklässlerin schloss sich die Runge-Schülerin der AG „Briefe für Kenia“ an ihrem Gymnasium an. Die AG existiert jetzt seit zehn Jahren. Mehr als Hundert Runge-Schülerinnen und einige Schüler haben seitdem Briefkontakt mit jungen Afrikanern gehabt. Der Kenia-Kontakt kam durch Nina Herfert zustande, die 2009 ihr Abi am Runge machte und danach ein Jahr in der Inoro Secondary School in Nanyuki den Deutsch- und Englischlehrer Cyrus Wairagu Maina im Unterricht unterstützte. „Wir blieben in Kontakt“, sagt Geografie-Lehrerin Kerstin Bendrat. „Irgendwie sind wir beide dann auf die Idee mit Briefaustausch gekommen.“
Die Idee hält sich bis heute. Vor sechs Jahren hat der Lehrer in Kenia zwar die Schule gewechselt und ist an die Kaaga Girls High School gegangen, doch das Projekt hat er mitgenommen, während es an der Inoro School einschlief.
Paulas erste Brieffreundin hat mittlerweile Abi gemacht und die Schule verlassen. Von ihrer neuen AG-Freundin Mercy hat sie bislang zwei Briefe erhalten. „Die Post ist oft Monate unterwegs“, sagt Paula. Doch umso mehr freut sie sich über jede Zeile. „Ich erfahre viel über sie, wie sie lebt, über ihre Familie, ihre Freunde und die Schule.“ Umgekehrt natürlich auch. Einmal hat sie einen kompletten Tag beschrieben, vom Aufstehen bis zum Abendessen. „So entsteht mehr und mehr ein Bild davon, wie unser Leben aussieht“, sagt Paula. „Sie lieben es zum Beispiel, zur Schule zu gehen. Für sie und ihre Familie ist das eine große Chance, es später besser zu haben.“
Jedes Jahr gibt es am Runge-Gymnasium zwei bis drei Aktionen für Afrika, um die Schule und die Schülerinnen mit Lehrmaterial, Möbel und Geld für Lebensmittel zu unterstützen. 2018 war das Land durch eine Dürre schwer gebeutelt. „Wir haben gesammelt, so dass die Schülerinnen für sich und ihre Familien Reis und Bohnen kaufen konnten“, erläutert Lehrerin Kerstin Bendrat. (bu)
