Beste Voraussetzungen herrschten am Feiertag für die Aktion „Einheitsbuddeln“, an der sich die Stadt Kremmen am Sonnabend beteiligte. Es war warm, die Sonne schien, die Menschen waren motiviert und die Bäume standen bereit.
Deutschlandweit waren am 3. Oktober alle aufgerufen, Bäume zu pflanzen. Ziel der Aktion ist es, an jedem Tag der Deutschen Einheit, einen Baum für jeden Menschen in Deutschland in die Erde zu bringen. Die Stadt Kremmen machte jetzt zum zweiten Mal mit.

Kremmen zum zweiten Mal beim „Einheitsbuddeln“ dabei

Ursprünglich hatte das Land Schleswig Holstein, welches im vergangenen Jahr die Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag ausrichtete, nach einer dezentralen Mitmach-Aktion gesucht. Mit der Pflanzaktion ist nun die Möglichkeit gegeben, eine neue Tradition zu schaffen.
Kremmens Bürgermeister Sebastian Busse setzte 2019 mit einem Rotahorn im Kremmener Stadtpark ein erstes Zeichen. Aber bereits 2019 hatten auch mehrere Einheimische sowie Ortsvorsteher zum Spaten gegriffen und ebenfalls gepflanzt.

Pflanzlöcher durch Wirtschaftshof vorbereitet

In diesem Jahr beteiligten sich alle sieben Ortsteile der Stadt Kremmen an der Aktion. Der Wirtschaftshof und das Ordnungsamt hatten für das „Einheitsbuddeln“ alles vorbereitet, teilt Andrea Busse von der Stadt Kremmen mit. Sabine Nickel-Dietrich vom Wirtschaftshof suchte mit den Ortsvorstehern Baumsorten und Standorte aus. Nadine Richter vom Ordnungsamt bestellte die Pflanzen sowie alle Materialien (Hölzer zur Stabilisierung, Starterdünger, Rindenmulch, Bindegurtband und Stammschutzmaterial) und organisierte die pünktliche Anlieferung. Bereits am Freitag wurden von den Mitarbeitern des Wirtschaftshofes die Pflanzlöcher ausgehoben, markiert und gesichert.

Hohenbruch machte den Anfang

Um 8 Uhr konnte der erste Baum in Hohenbruch gepflanzt werden. Der Pritschenwagen des Wirtschaftshofes war da noch gut gefüllt, denn acht weitere Bäume sollten im Laufe des Tages noch folgen. In Hohenbruch halfen Louis (3) und Elisa (5) Lange mit ihren Eltern kräftig mit, den rotblättrigen Ahorn in die Erde zu bringen. Ortsvorsteher Arthur Förster und Ortsbeiratsmitglied Christoph Grützmacher hoffen, dass dem Baum der ausgesuchte Standort hinter dem Bürgerhaus am Kirchring gefällt und er nun kräftig wächst.

Eine Kastanie für Sommerfeld

Lange konnten Nadine Richter und Sabine Nickel-Dietrich nicht dabei bleiben, denn bereits um 9 Uhr stand der nächste Pflanztermin an. In der Sommerfelder Bahnhofstraße, am Sportplatz vom SV Belafarm war alles zur Pflanzung einer rotblühenden Kastanie vorbereitet. Tatkräftig nahmen Ortsvorsteher und Ortsbeirat die Spaten in die Hand und auch das Angießen wurde nicht vergessen. Hier steht der junge Kastanienbaum nicht allein, denn die ganze Bahnhofstraße ist im Grunde eine von Kastanien gesäumte Allee.

Kleine Ansprache in Beetz

Weiter ging es zum „schönsten Strand Oberhavels“ an den Beetzer See. Pünktlich um 10 Uhr wurden hier zwei rotblättrige Ahornbäume gepflanzt. Peter Winkler hielt sogar eine kleine Ansprache und schmunzelte, dass es nun einen „West-“ und einen „Ost-“Ahorn auf dem Spielplatz am See geben würde. Andreas Dalibor, der „alte Wessi“, würde von heute an der „Baumpate“ für den westlichen Baum sein. Diese Neckerei konnte Dalibor geflissentlich weglächeln, denn wichtiger war allen, dass es nach getaner Arbeit ein Bierchen geben würde und da seien sich alle sofort einig, so Andrea Busse.

„Treckkerls“ packen mit an

Der nächste rotblättrige Ahorn war im Kremmener Luchweg vorgesehen. Dort, wo sich der Luchweg gabelt, steht nun in der Kurve ein neues Bäumchen. Mit vereinten Kräften buddelten hier Stefanie Gebauer und Ortsvorsteher Eckhard Koop unter den Augen von zahlreichen Kremmenern, die extra in den Luchweg einen Ausflug unternommen hatten. Sogar die „Treckkerls“ Dieter Gaudian, Beate und Horst Werk waren mit ihren Traktoren gekommen, um das Einheitsbuddeln zu unterstützen.
Bereits um 11.30 Uhr sollte der fünfte Baum des Tages gepflanzt werden. Vor dem Eingang zum Hort der Goethe-Grundschule steht nun ebenfalls ein rotblättriger Ahorn. Auch Groß-Ziethen sollte einen Ahornbaum bekommen, ebenfalls rotblättrig. Die Festwiese war als Standort ausgesucht worden. Ortsbeiratsmitglied Antje Marcy, unterstützt von ihrem Ehemann, griff hier zur Schaufel und auch die Treckkerls waren wieder mit von der Partie.

Ahornbäume für Staffelde

In Staffelde sollten die beiden letzten Ahornbäume des Tages gepflanzt werden. In der Bergstraße und an der Feuerwehr. Ortsvorsteher Heino Hornemann hatte sogar für einen kleinen Umtrunk gesorgt und so kamen die direkten Anwohner hinzu und freuten sich über den neuen Baum in der Nachbarschaft. Ein weiterer Baum wurde auf der Wiese hinter der Feuerwehr gepflanzt. Nachdem der letzte Baum gepflanzt und mit Rindenmulch versehen war, wurde er ganz stilecht aus einem Feuerwehrauto bewässert.
Das Pflanzen von Bäumen an besonderen Tagen ist eine wohlbekannte Tradition. So pflanzten die Staffelder am 3. Oktober 1990 eine Rotbuche in der Staffelder Dorfstraße. Mittlerweile ist der Baum zu stattlicher Größe herangewachsen und ein Gedenkstein erinnert an den allersten Einheitstag und die Pflanzung des Baumes. Bereits am Freitag haben die Flatower auf dem ehemaligen Dreschplatz 3 kleine Obstbäume gepflanzt: Pflaume, Kirsche und Walnuss.