Anfeindungen wegen Feuerwerk
: Inhaber vom Boddensee in Birkenwerder wehrt sich

Die Feuerwerke würden sämtliche Auflagen erfüllen, so Andreas Heinze. Für dieses Jahr sind im Restaurant Boddensee in Birkenwerder drei geplant.
Von
Marco Winkler
Birkenwerder
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  • Pro Jahr (ohne Corona) gibt es im Restaurant von Inhaber Andreas Heinze bis zu 60 Veranstaltungen. Größte Kritik rufen die wenigen Feuerwerke im Jahr hervor.

    Pro Jahr (ohne Corona) gibt es im Restaurant von Inhaber Andreas Heinze bis zu 60 Veranstaltungen. Größte Kritik rufen die wenigen Feuerwerke im Jahr hervor.

    Marco Winkler
  • Im vorigen Jahr gab es fünf, in diesem werden es drei Feuerwerke am Boddensee sein.

    Im vorigen Jahr gab es fünf, in diesem werden es drei Feuerwerke am Boddensee sein.

    Meisterfotografie Franziska Allner
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„Ja, es gab extreme Situationen.“ Andreas Heinze gibt das mit Blick auf die Historie unumwunden zu. Passiert sei das zu Zeiten, als jeder Veranstalter seinen eigenen Pyrotechniker beschäftigte. „Wir sind eine Eventlocation und vermieten die Räume an Veranstalter, die ihr eigenes Feuerwerk buchen.“ Das habe nicht immer ideal funktioniert. „Einige feuerten zu nah an der Terrasse oder direkt in den Wald hinein“, erinnert sich Heinze. Seit zwei Jahren gibt er deshalb einen professionellen Pyrotechniker vor.

Ein weiterer Fall vor einigen Jahren: „Innerhalb von drei Wochen gab es drei Feuerwerke bei erhöhter Waldbrandstufe.“ Die Situation sei eskaliert, Bürgermeister und Ordnungsamt wollten das nächste Feuerwerk verbieten. „Da kam bei mir der Gerechtigkeitssinn durch, weil es für das Verbot rechtlich keine Grundlage gab.“ Es beantragte eine einstweilige Verfügung und feuerte. Es kam zum Eklat.

Die Fronten schienen verhärtet; eine Einigung musste her. Heinze hatte einen Kompromiss, um sowohl Anwohner als auch die Kunden zufrieden zu stellen, die sich keine Lasershow, sondern ein Feuerwerk wünschen: „Wir haben entschieden, pro Jahr nur zehn abzufeuern.“ Höhenfeuerwerke gibt es seit 2019 nicht mehr. "Im vorigen Jahr hatten wir fünf Feuerwerke, in diesem sind lediglich drei angemeldet.“ Eines steht in zwei Wochen noch aus. Ein Knallspektakel ist kurz: in der Regel fünf Minuten.

Ein Problem, das der Inhaber sieht: „Egal, wo ein Feuerwerk in Birkenwerder abgeschossen wird, es wird immer dem Boddensee zuschrieben.“ Doch Privatpersonen und andere Veranstalter schießen ebenfalls Leuchtmittel in den Himmel. Heinze halte sich an sämtliche Regeln, hole für alles Genehmigungen ein. Jede Auflage werde beachtet. Auch wenn es immer wieder gegenteilige Behauptungen gebe: „Keines unserer Feuerwerke und kein pyrotechnischer Effekt wird illegal abgebrannt.“

Vor zwei Wochen wieder eine Beschwerde nach einem Feuerwerk. „Dabei haben wir alle Auflagen erfüllt.“ Das gilt auch bei Waldbrandstufen. „Wir feuern mitten vom See ab.“ Die Waldgrenzen und privaten Grundstücke seien ausreichend entfernt, geltende Abstände würden „mehr als ausreichend“ eingehalten.

Doch in den sozialen Medien koche die Situation seit drei Jahren ständig hoch. Ein User habe sogar damit gedroht, „den Boddensee gern brennen zu sehen“. „Für solche Anfeindungen habe ich kein Verständnis mehr.“ Er trage Verantwortung für seine MitarbeiterInnen: zehn Familien. Jeder müsse sich auf dem Nachhauseweg sicher fühlen.

Mit der Stellungnahme, die er in Absprache mit Bürgermeister, Ordnungsamt und Feuerwehr aufgesetzt hat, will er für Verständnis werben. Er verlinkt darin Gesetze und Auflagen, um transparent aufzuklären. Ihm gehe es um einen respektvollen, offenen Umgang miteinander.

Heinz begrüßt im Jahr nach eigenen Angaben mehr als 30 000 Gäste. „Keine zwei Prozent kommen dabei aus Birkenwerder, Hohen Neuendorf und der direkten Umgebung.“