Aus Selbstschutz gekündigt
: Mitarbeiter vom Grünflächenamt in Mühlenbeck fühlt sich bedroht

Aus Angst vor weiteren Bedrohungen hat Lucien Schmidt, der im Mühlenbecker Rathaus arbeitete, gekündigt.
Von
Jürgen Liebezeit
Mühlenbecker Land
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Wenn die Motorsäge angestellt wird, ist es meist zu spät für den Baum. Im Mühlenbecker Land wird kontrovers um den Schutz des Baumbestandes gestritten.

Jacqueline Westermann

Bei jedem zweiten Besuch von Antragstellern beziehungsweise Bauherren, die ihre Grundstücke roden, werde er verbal bedroht, sagte Schmidt am Montagabend im Umwelt­ausschuss. „Wir wissen, wo dein Auto steht“ habe beispielsweise ein Einwohner gesagt, als er ihn an seine Pflicht, Ersatzpflanzungen für gefällte Bäume vorzunehmen, erinnerte. Schmidt hatte zwischenzeitlich überlegt, in bestimmten Fällen Polizeischutz zu beantragen. Seine Hoffnung auf Vertrauen in seine Fachkompetenz sei nicht erfüllt worden. Damit sprach er indirekt die Bürgerinitiative „Baumschutz kommunal“, die sich vehement für den Schutz der Bäume und Gehölze in der Großgemeinde einsetzt, und einige Lokalpolitiker, die die Arbeit der Verwaltung kritisieren, an.

Der Ausschussvorsitzende Thomas Henning (B90/Grüne) bedauerte den Grund der Kündigung, sprach sich aber gegen eine Entschärfung der geltenden Baumschutzsatzung aus. Vielmehr forderte er, mehr zu tun, damit der Baumbestand erhalten und vergrößert werde.

Anlass der Sondersitzung war eine Petition der Baumschutz–Initiative.