Autobahn A24 in Brandenburg: Neue Pläne für Ausbau zwischen Neuruppin und Landesgrenze

Die A24 – hier eine Luftbildaufnahme in der Nähe von Putlitz – verbindet den nördlichen Berliner Ring mit Hamburg. Die Autobahn soll zwischen Neuruppin und der Landesgrenze ausgebaut werden.
Sebastian Gollnow- Ausbau der A24 zwischen Neuruppin und Landesgrenze geplant; Planungen dauern etwa 10 Jahre.
- Täglich nutzen über 18.000 Fahrzeuge die A24 bei Netzeband; hoher Lkw-Anteil.
- Sechsspuriger Ausbau ist laut Ronald Normann nicht nötig, aber es wird über drei Spuren diskutiert.
- Arbeiten könnten um 2040 beginnen, voraussichtliche Bauzeit über ein Jahrzehnt.
- Tempolimit-Entscheidung wird Ende 2024 überprüft.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Bundesautobahn A24 ist eine der wichtigsten Verkehrsadern im Nordwesten Brandenburgs. Täglich passieren je Richtung mehr als 18.000 Fahrzeuge, darunter rund 3300 Lkw, die Zählstelle bei Netzeband (Stand 2021) in der Nähe von Neuruppin. Hinter dem Dreieck Wittstock in Richtung Hamburg sind es pro Tag sogar 22.500 Fahrzeuge, davon 4600 Lkw.
Auch wenn die Zahlen vom nördlichen Berliner Ring (mehr als 51.000 Fahrzeuge am Tag) bei weitem nicht erreicht werden, ist die Belastung hoch. Deshalb beschäftigt sich die Autobahn GmbH des Bundes langfristig mit der Modernisierung der Strecke zwischen Neuruppin und der Landesgrenze zu Mecklenburg-Vorpommern bei Suckow.
Autobahn A24: Planung des Ausbaus kostet viel Zeit
Derzeit wird das Teilstück der A24 nur saniert, damit das erhöhte Verkehrsaufkommen im nächsten Jahrzehnt bewältigt werden kann. Denn bevor mit der Erneuerung der A24, die insgesamt etwas breiter als bisher werden muss, begonnen werden kann, werden etwa zehn Jahre für das umfangreiche und notwendige Planfeststellungsverfahren benötigt.
Das war auch beim Ausbau des nördlichen Berliner Rings der Fall. Das erste Planfeststellungsverfahren wurde 2005 begonnen. Der symbolische erste Spatenstich erfolgte im Juli 2018, also 13 Jahre später.
Geht es künftig auf drei Spuren nach Hamburg?
Wann genau der Startschuss für die tatsächliche Planung zum Ausbau der restlichen A24 in Brandenburg fällt, ist noch offen. Zunächst muss die Finanzierung geklärt werden.
Fest steht aus Sicht von Ronald Normann, Leiter der zuständigen Niederlassung Nordost der Autobahn GmbH in Stolpe bei Hohen Neuendorf, aber schon, dass ein sechsspuriger Ausbau für die A24 nicht notwendig ist. „Das gibt das Verkehrsaufkommen nicht her“, begründet er im Gespräch mit diesem Nachrichtenportal.
Der Landrat von Ostprignitz-Ruppin, Ralf Reinhardt (SPD), ist da ganz anderer Meinung. Er fordert seit langem nicht nur dauerhaft drei Spuren auf der A24 zwischen Kremmen und Fehrbellin – dort wird der Standstreifen bei Bedarf temporär freigegeben –, sondern gleich bis zum Dreieck Wittstock.
Autobahn-Ausbau A24: Gebaut wird mehr als zehn Jahre
Normann geht davon aus, dass um das Jahr 2040 mit den Arbeiten zur Erneuerung begonnen werden könnte. Insgesamt würde die Maßnahme mehr als ein Jahrzehnt dauern. Wahrscheinlich wird auf der fast 95 Kilometer langen Strecke in drei Abschnitten, die jeweils etwa 30 Kilometer lang sind, gearbeitet. Für jeden Abschnitt werden ungefähr vier Jahre benötigt.

Polizist Mathias Funk beobachtet an der Autobahn A24 eine startende Polizeidrohne, mit deren Hilfe regelmäßig der Abstand von fahrenden Lkw gemessen werden kann. Auch von Autobahnbrücken kann die Polizei Drängler filmen. Zu geringer Abstand führt auf der A24 besonders häufig zu Unfällen.
Soeren Stache/dpaNach heutigem Stand der Dinge würde auf der ausgebauten A24 auch die Richtgeschwindigkeit, also Tempo 130, gelten. „Solange der Gesetzgeber daran festhält, werden wir das umsetzen“, kündigt Norman mit Blick auf die immer wiederkehrende Forderung nach einem Tempolimit auf der A24 zwischen Neuruppin und Wittstock an.
Er sieht aktuell keine besondere Häufung von schweren oder sogar tödlichen Verkehrsunfällen auf der A24 aufgrund von überhöhter Geschwindigkeit. Dass es trotzdem tödliche Verkehrsunfälle gibt, bezeichnet er als „tragische Einzelfälle“.
Entscheidung zu Tempolimit wird Ende 2024 überprüft
Hauptunfallursache auch auf der A24 sei meist nicht eine zu hohe Geschwindigkeit, sondern das unangepasste Tempo und in der Folge das sehr dichte Auffahren auf den Vordermann. Die Unfälle, besonders an Wochenenden mit regem Ausflugsverkehr, sorgen immer wieder für kontroverse Diskussionen.
Die Verkehrsunfallkommission unter Federführung der Autobahn GmbH hat deshalb nach einer Überprüfung der Anordnung der Richtgeschwindigkeit im Oktober 2023 beschlossen, die Entwicklung auf der A24 weiter zu beobachten und die Evaluation um zwei Jahre vorzuziehen. Nun sollen noch im Dezember 2024 die Zahlen überprüft werden. Das wurde auf der Sitzung des Ausschusses für Inneres und Kommunales des Brandenburger Landtags im November 2023 mitgeteilt.


