B 96-neu
: Indiana Jones packt da nicht an

Zwischen Nassenheide und Löwenberg sind auf der geplanten Trasse der Umgehungsstraße gerade Archäologen im Einsatz. Sie suchen nach Spuren früherer Siedlungen zu Zeiten der Jäger und Sammler.
Von
Volkmar Ernst
Löwenberger Land
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Grabungsleiter Jens Greif (links) mit einem Grabungstechniker bei der Arbeit. Sie ist weder leicht noch bei diesem Winterwetter sehr angenehm.

Volkmar Ernst

Tatsächlich sind Jens Greif und seinen Kollegen fündig geworden. Doch die Ausbeute ist eher bescheiden: kleine Stücke, die jedoch sofort eingetütet und mit den Koordinaten beschriftet werden. „Es ist auch nicht unsere Aufgabe, Fundstücke auszugraben. Vielmehr sollen wir ermitteln, wo welche liegen könnten“, so der Archäologe. Dazu wird in einem ersten Schritt der Oberboden, also die dunkle Humusschicht abgetragen. Ist die darunter befindliche, helle Sandschicht zu sehen, geht es langsam weiter – mit Bagger und später auch mit Schippe. Dabei begutachtet ein Grabungstechniker den Aushub. Sollte sich in dem hellen Sand ein dunkler Fleck andeuten, dann geht  es noch langsamer weiter.

Umgefallener Baum oder Axt?

„Manchmal handelt es sich nur um einen Baum, der einfach umgefallen ist“, erklärt Greif. Doch manchmal ist auch ein Feuerstein oder ein Bruchstück davon, das die Jäger und Sammler als Pfeilspitze benutzt haben könnten, oder um sich daraus ein Werkzeug, beispielsweise eine Axt, zu bauen. Eine rötlicher Schein im Boden ist ein Indiz dafür, dass sich dort eine Feuerstelle befunden haben könnte. Sofern sich auf der Schaufel oder im Sieb ein Fundstück befindet, wird das natürlich geborgen. Ansonsten wird eben der Fundort markiert und kartiert, damit er ausgegraben werden kann.

Im Vergleich zu heute war Brandenburg früher deutlich geringer besiedelt. Doch es finden sich Hinweise darauf, dass es schon in der Mittelsteinzeit, als sich die Gletscher nach der Eiszeit zurückgezogen hatten, siedlungsähnliche Strukturen gegeben haben könnte. „Die Menschen haben sich dort niedergelassen, wo sie für ihr Vieh und sich Nahrung fanden. Gab es nichts mehr, haben sie ihre Sachen gepackt und sind weitergezogen. Zurückgelassen wurden  abgebrochene Pfeilspitzen und Scherben. Genau danach suchen wir, weil sie belegen, wann und wie die Menschen das Land besiedelten“, erklärt der Fachmann.

Möglicher Verlauf der neuen Straße

Vom Abzweig Teerofener Weg geht es weiter bis Nassenheide. Kurz vor dem Ortseingang verschwenkt die Trasse Richtung Nordwesten, um sich hinter der Einmündung der Liebenwalder Chaussee auf die bereits vorhandene vierspurige Straße einzufädeln. Danach geht es Richtung Teschendorf abermals in nordwestliche Richtung weiter, um in einem weiten Bogen den Ort zu umrunden. Hinter Teschendorf wechselt die neue Straße auf die andere Seite der B 96, um zwischen Löwenberg und Neulöwenberg die B 167 und die Bahntrasse zu überqueren. Hinter Löwenberg wird die Straße in einem weiten Bogen um den Siedlungspunkt Moncaprice geführt und dann wieder auf die vorhandene Trasse Richtung Gransee eingefädelt.⇥veb