Baden verboten: Borgsdorfer Börnersee nun komplett gesperrt

Das Baden im Börnersee ist nun auf Weiteres vollständig untersagt.
Stadtverwaltung Hohen NeuendorfDie Taucher fanden in dem ehemaligen Tonstich nicht nur Überreste der ehemaligen Tonabbauanlage samt Krantechnik und eisernen Zahnrädern, sondern auch einen Haufen illegal entsorgten Abfalls und Sperrmülls von Bauschutt bis zu Büromöbeln.Scharfkantige Metallteile und Stangen lagern auf dem Grund des Sees. Im Uferbereich finden sich Glasscherben, und auch Munition liegt im Gewässer.
Die Beobachtungen der vier Taucher haben die schlimmsten Befürchtungen der Stadt weit übertroffen, so Ariane Fäscher."Es ist ein Wunder, dass hier noch nichts passiert ist — insbesondere da Menschen von der Seite in den See springen. Es ist nicht zu verantworten, hier Badebetrieb zuzulassen“, zitiert die Stadtsprecherin den Taucher Guido Eckhardt.
Eine zusätzliche Gefahr zu all dem Unrat besteht darin, dass diese Gefahr nicht zu erkennen ist, da das Wasser sehr trüb ist. In der Hitze ist außerdem der Wasserpegel bereits um zwei Meter gesunken und sinke weiter, was die Gegenstände quasi noch näher an die Badenden rücke.
Seit diesem Freitag ist nun auch die unbefestigte Einstiegsstelle im hinteren Bereich des Sees abgesperrt. „Wir möchten wenigstens das Spazierengehen und Radfahren rund um den See noch ermöglichen“, sagt Ariane Fäscher. Daher sei nicht auch das Gelände vollständig umzäunt worden. „Das Baden ist jedoch streng untersagt.“
Die ehemalige Tongrube ist an der tiefsten Stelle bis zu neun Meter tief. Bis zu einer Tiefe von fünf Metern ist der Boden aber von einer Sedimentschicht bedeckt, haben die Taucher gesehen. Ein Gemisch aus Ton und Steinen ragt wie eine Zunge vom Badebereich bis in die Mitte des Gewässers. Sie wurde vermutlich angelegt, um den Abtransport des Tons zu erleichtern. In einer Tiefe von vier Metern wurden Holzpfähle in den Boden getrieben, um darin liegende, etwa drei Meter lange Metallstangen gegen Wegrollen zu sichern. Diese Holzpfähle ragen einen halben Meter aus dem Seeboden. Im Gutachten sind noch weitere Gefahrenstellen benannt: An den gemauerten Resten der Krananlage, die sich nur einen halben Meter unter der Wasseroberfläche befindet, können sich Badende ebenso verletzen wie an dem großen Zahnrad auf einem Mauerteil.
So schnell wie möglich werde die Verwaltung nun das Gutachten auswerten und Maßnahmen abwägen. Eine Beräumung des Sees erfordere den Einsatz schweren Geräts und sei keinesfalls kurzfristig machbar. Ob eine Teilöffnung des Sees nach geeigneten Sicherungsmaßnahmen möglich sein wird, sei noch nicht abzuschätzen, das müsse die Detailprüfung ergeben. Es sei aber unwahrscheinlich, dass das Baden in dieser Saison noch einmal ermöglicht werden kann.
Dass der See in den vergangenen Jahrzehnten nie ein besonders sauberes Badevergnügen bot, war in der Stadt bekannt. Die Stadtverordneten hatten in den Jahren mehrmals über Verbesserungen nachgedacht. Eine umfassende Renaturierung oder Sanierung war stets zu teuer. Ein Spielplatz am Ufer war aber angelegt worden, um die Aufenthaltsqualität zu verbessern. Dadurch ist die Stadt nun aber in der Sicherungspflicht.
Ein Schild „Baden auf eigene Gefahr“ sei keine Option. Schließlich sei der Verwaltung das Ausmaß der Gefahrenlage jetzt bekannt, so Ariane Fäscher, nun dürfe sie nicht wegschauen. Jahrzehntelang sei zum Glück nichts passiert. Doch in der vorigen Woche war beobachtet worden, dass ein Kind im Wasser in Schwierigkeiten geraten war. Der Vorfall führte zunächst zur Teilsperrung.
Bürgermeister Steffen Apelt bedauert die Schließung sehr: „Ich verstehe den Unmut der Schwimmer, die seit Jahren dort baden und auf einmal soll es zu gefährlich sein. Doch in der Abwägung zwischen Abkühlung und Unversehrtheit beziehungsweise Menschenleben, kann es keine zwei Meinungen geben“, erklärt er. Und weiter: „Wir arbeiten mit Hochdruck an einer Lösung, versprochen!“